Wie Bloomberg am 30. Juni unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, war die größte südkoreanische Wertpapierfirma Mirae Asset Securities unter den 23 Konsortialbanken des größten Börsengangs von SpaceX der einzige Broker, der eine Zuteilung von null erhielt. Die Kaufaufträge südkoreanischer Kunden im Wert von rund 1,14 Milliarden US-Dollar wurden in den Systemen von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup als null formelle Aufträge angezeigt, und die endgültige Zuteilung betrug ebenfalls null Aktien.
Zeitliche Abfolge der zwei E-Mails und die eigentliche Ursache des Missverständnisses
Laut Bloomberg-Bericht begann das Missverständnis um „Project Apex" Mitte Mai 2026. Vor dem offiziellen Bookbuilding sandte die führende Konsortialbank eine E-Mail an die 23 Konsortialbanken, in der sie sie aufforderte, über einen virtuellen Datenraum die vorläufigen Interessensbekundungen ihrer Investoren zu melden. Dies ist ein üblicher Schritt in großen Börsengängen, um Nachfragesignale zu sammeln, und nicht der Zeitpunkt für die formelle Auftragserteilung.
Eingeweihte Personen erklärten, dass Mirae Asset bei der Beantwortung dieser E-Mail fälschlicherweise annahm, dies sei gleichbedeutend mit der Erteilung eines formellen Auftrags. Tatsächlich mussten die formellen Aufträge erst nach der zweiten Einladungs-E-Mail der führenden Konsortialbank im Juni eingereicht werden – dies ist der eigentliche Auftragserteilungszeitpunkt nach Branchenüblichkeit. In den Systemaufzeichnungen der führenden Konsortialbank wurde die Anzahl der formellen Aufträge von Mirae Assets Privatkunden mit null angegeben.
Konkreter Ablauf vom 1,14-Milliarden-US-Dollar-Auftrag zur Nullzuteilung
Vor dem Missverständnis hatte Mirae Asset folgende Schritte unternommen:
April 2026: Bestätigung, dass SpaceX südkoreanischen Privatanlegern keine direkte Zeichnung ermöglicht, und Umstellung auf eine Privatplatzierung, um Aufträge von bestimmten Institutionen und vermögenden Kunden einzusammeln.
20. Mai 2026: SpaceX reicht bei der US-SEC Unterlagen ein, die zeigen, dass der südkoreanische Markt über eine Privatplatzierung zeichnen wird. Das Seoul-Team von Mirae Asset betrachtet dies als offizielles grünes Licht.
Auftragssammlung: Mirae Asset sammelt nach und nach Zeichnungsaufträge von südkoreanischen Kunden in Höhe von insgesamt rund 1,14 Milliarden US-Dollar.
Entdeckung der Nullzuteilung: Als Mitarbeiter sich in das System der führenden Konsortialbank einloggten, stellten sie fest, dass das Zuteilungsfeld für das Unternehmen null Aktien anzeigte. Eingeweihte bezeichneten dies als einen „völlig unerwarteten" Schock für das gesamte Team.
Vergleich mit anderen südkoreanischen Institutionen: NPS und Mirae Asset Global Investments erhielten Zuteilungen
Bloomberg berichtet, dass die Ergebnisse für ebenfalls aus Südkorea stammende Investoren völlig anders aussahen: Die südkoreanische National Pension Service (NPS, verwaltet Vermögen von über 1 Billion US-Dollar) und die ebenfalls zur Mirae-Asset-Gruppe gehörende Mirae Asset Global Investments erhielten beide erfolgreich Zuteilungen über die Kanäle der führenden Konsortialbank. Dieser Kontrast veranlasste den Leiter der FSS, Lee Chan-jin, am 22. Juni zu der Aussage, es sei „bis heute schwer zu verstehen", warum Mirae Asset leer ausgegangen sei, und er erklärte, er habe ursprünglich erwartet, dass südkoreanische professionelle Anleger „selbstverständlich" Zuteilungen erhalten würden.
Häufig gestellte Fragen
Handelt es sich bei dem Missverständnis von Mirae Asset um einen Kommunikationsfehler der führenden Konsortialbank oder um einen operativen Fehler von Mirae Asset?
Bloombergs Bericht stuft dies als Kommunikationslücke ein und bezeichnet es als das entscheidende Glied in einer Kette von Missverständnissen zwischen Mirae Asset und der führenden Konsortialbank. Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und Mirae Asset lehnten es gegenüber Bloomberg ab, sich zu äußern. Die Verantwortungszuweisung war zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht offiziell geklärt.
Wie werden die von Mirae Asset von Kunden erhaltenen Auftragsgelder in Höhe von 1,14 Milliarden US-Dollar behandelt?
In einer Entschuldigungserklärung versprach der stellvertretende Vorsitzende von Mirae Asset, die Arbeitsabläufe zu überprüfen und Maßnahmen zur „Wiederherstellung des Verbrauchervertrauens" zu entwickeln. Zum Zeitpunkt des Berichts wurden jedoch keine konkreten Rückzahlungsmechanismen oder Entschädigungsvereinbarungen für Kundengelder genannt.
Was ist der Umfang der FSS-Untersuchung und welche möglichen Konsequenzen gibt es?
Die FSS-Untersuchung konzentrierte sich zunächst auf die Qualifikationsanforderungen der an der Zeichnung beteiligten Investoren und weitete sich später auf den gesamten Prozess aus, in dem Mirae Asset keine Zuteilung erhielt. Der Leiter der FSS äußerte sich öffentlich, dass der Fall schwer zu verstehen sei; die Untersuchungsergebnisse waren zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht veröffentlicht, aber es handelt sich um ein formelles Prüfverfahren, das später zu Sanktionen führen könnte.