Kuba verabschiedet 176 Reformen und öffnet die Wirtschaft für Privatbanken und Immobilien

Die Nationalversammlung Kubas hat am Donnerstag 176 wirtschaftliche Reformen verabschiedet und das Land für private Investitionen in das Bank- und Immobilienwesen geöffnet. Die Reformen erlauben privaten Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten und ermöglichen dem Staat, Immobilien an nationale und ausländische Investoren zu verkaufen, was einen Bruch mit dem traditionellen kubanischen Modell staatlichen Eigentums darstellt. Präsident Miguel Diaz-Canel nannte die schwere wirtschaftliche Notlage, darunter Treibstoffknappheit und Stromausfälle, als Auslöser der Änderungen und sagte, die Regierung habe eine historische Verantwortung, das Land zu retten. Der Kurswechsel sei durch die Sanktionen der Trump-Regierung gegen wichtige kubanische Unternehmen erfolgt, darunter das mit dem Militär verknüpfte GAESA und das staatliche Ölunternehmen CUPET. Diese Reformen stellen eine der tiefgreifendsten Veränderungen am Wirtschaftssystem Kubas seit dem Amtsantritt von Fidel Castro im Jahr 1959 dar.

Nationalversammlung billigt private Bank- und Immobilieninvestitionen

Die Nationalversammlung hat am Donnerstag die 176 Reformen beschlossen, um Kubas von dem Staat gesteuerte Wirtschaft zu dezentralisieren und Sektoren wie das Finanzwesen für privates Kapital zu öffnen. Die Änderungen erlauben private Investitionen in die Entwicklung von Immobilien und ermöglichen dem Staat, einen Teil seines Immobilienbestands an nationale und ausländische Privatpersonen sowie Institutionen zu veräußern. Private Banken, die vom Staat beaufsichtigt würden, sollen nach den neuen Regeln zulässig sein, ebenso wie Unternehmen, die mehr als 100 Mitarbeitende beschäftigen. Die Reformen wurden von Raúl Castro unterstützt, dem Bruder von Fidel Castro und ehemaligen Präsidenten Kubas.

Diaz-Canel nennt Wirtschaftskrise als Reformtreiber

In einer Rede vor der Versammlung erklärte Präsident Miguel Diaz-Canel, Kuba erlebe seine schwierigste Stunde und die Regierung habe die historische Verantwortung, dies zu bewältigen. Er sagte, das Leid des kubanischen Volkes, das unter Treibstoffmangel und häufigen Stromausfällen kämpfe, sei die Grundlage für die Maßnahmen. „Wenn das Leben der Menschen so schwer wird, besteht die wichtigste Pflicht der Kommunistischen Partei und der Revolutionären Regierung nicht darin, die Krise besser zu erklären, sondern das zu ändern, was geändert werden muss, um sie zu überwinden“, so Diaz-Canel. „Es ist Zeit, alles zu ändern, was geändert werden muss“, schloss er.

Trump-Regierung verhängt Sanktionen gegen kubanische Staatsunternehmen

Das US-Außenministerium hat mehrere für die kubanische Regierung zentrale Unternehmen sanktioniert, darunter Grupo de Administración Empresarial S.A. (GAESA), das als Dachunternehmen für das kubanische Militär fungierte, sowie Unión Cuba-Petróleo (CUPET). CUPET sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Öl auf Sekundärmärkten zu verkaufen, während das kubanische Volk angesichts häufiger Energieausfälle mit Versorgungsproblemen zu kämpfen hat. Präsident Donald Trump habe Kuba wiederholt als das nächste Ziel seiner Regierung bezeichnet. Das US-Justizministerium hat kürzlich Raúl Castro angeklagt, weil er im Februar 1996 zwei unbewaffnete US-Zivilflugzeuge der Brothers to the Rescue im internationalen Luftraum abgeschossen haben soll.

FAQ

Was hat Kubas Nationalversammlung am Donnerstag beschlossen? Die Nationalversammlung hat am Donnerstag 176 wirtschaftliche Reformen verabschiedet und Kuba für private Investitionen in Banken und Immobilien geöffnet, sodass private Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten tätig werden dürfen und der Staat Immobilien an nationale und ausländische Investoren veräußern kann.

Warum hat Kuba diese wirtschaftlichen Reformen umgesetzt? Präsident Miguel Diaz-Canel nannte schwere wirtschaftliche Not, darunter Treibstoffknappheit und häufige Stromausfälle, die das kubanische Volk betreffen, als Auslöser der Reformen. Er sagte, die Regierung habe eine historische Verantwortung, das Land in seiner schwierigsten Stunde zu retten.

Wie haben US-Sanktionen Kubas Wirtschaft beeinflusst? Die Trump-Regierung sanktionierte wichtige kubanische Unternehmen, darunter GAESA, ein Dachunternehmen für das kubanische Militär, sowie CUPET, das staatliche Ölunternehmen. Diese Sanktionen trugen zum wirtschaftlichen Druck bei, der Kuba dazu zwang, die Reformen umzusetzen.

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