Die Onchain-Analysefirma CryptoQuant hat den Preisanstieg von Bitcoin im April als „spekulativen Rallye“-Anstieg beschrieben, der keine grundlegende Kaufunterstützung aufweise, und hat vor einem erhöhten Korrekturrisiko gewarnt. Laut dem Leiter der Forschung bei CryptoQuant, Julio Moreno, wurde die Rallye vor allem durch die Nachfrage nach Perpetual-Futures angetrieben, nicht durch Akkumulation im Spotmarkt. Dieses Muster sei historisch mit nicht nachhaltigen Kursgewinnen verbunden gewesen.
Bitcoin stieg im April um ungefähr 20% und kletterte von rund 66.000 US-Dollar auf bis zu 79.000 US-Dollar. Dieser Kursgewinn wurde jedoch fast vollständig durch das Wachstum der Nachfrage nach Perpetual-Futures getrieben, während die Spot-Nachfrage den gesamten Zeitraum über negativ blieb, wie CryptoQuant berichtete.
„Die Nachfrage nach Perpetual-Futures war der einzige Treiber der Bitcoin-Rallye im April, während die scheinbare Spot-Nachfrage sich über den gesamten Zeitraum hinweg zusammenzog. Diese Konstellation ist historisch mit nicht nachhaltigen Kursgewinnen während Bärenmärkten verbunden“, schrieb Moreno in der Analyse des Unternehmens.
Die Divergenz zwischen steigender Futures-Nachfrage und sinkender Spot-Nachfrage stellt laut Moreno ein klares Onchain-Signal dar, dass die Rallye eher spekulativ als strukturell ist. Dieses Muster deutet darauf hin, dass der Kursanstieg durch Leverage statt durch frische Bitcoin-Akkumulation getrieben wird.
Onchain-Analyse von CryptoQuant, die während der Preisrallye im April die Divergenz zwischen Futures- und Spot-Nachfrage zeigt.
„Historisch gesehen fehlt solchen Konstellationen die strukturelle Grundlage, die erforderlich ist, um Kursgewinne aufrechtzuerhalten, und sie werden typischerweise durch eine Korrektur aufgelöst, sobald die Futures-Positionierung sich umkehrt“, sagte Moreno.
CryptoQuant stellte fest, dass anhaltende Kursrallyes in Bullenmärkten typischerweise mit einem Wachstum der Nachfrage in beiden Märkten – Futures und Spot – einhergehen. „Ohne eine Umkehr der scheinbaren Nachfrage von negativ zu positiv werden Rallyes zurück in Richtung des lokalen Hochs bei 79.000 US-Dollar nicht über die Onchain-Unterstützung verfügen, die für einen nachhaltigen Breakout nötig ist“, sagte das Unternehmen.
CryptoQuant ordnete das aktuelle Nachfragemuster als ähnlich zu den Bedingungen ein, die Anfang des Bärenmarkts 2022 beobachtet wurden. Zwar räumte die Firma ein, dass dies nicht garantiert, dass diesmal ein identisches Ergebnis eintritt, doch sie wies darauf hin, dass die aktuelle Struktur „bedeutendes Abwärtsrisiko“ mit sich trägt.
Der CryptoQuant Bull Score Index fiel im April von 50 auf 40 und rutschte damit zurück in ein bärisches Terrain unterhalb der neutralen Schwelle. Dieser Rückgang bestätigt laut dem Unternehmen, dass sich die Onchain-Grundlagen nach der jüngsten spekulativ durch Futures getriebenen Preisrallye verschlechtert haben.
„Der Bull Score, der auf 40 zurückkehrt, zeigt, dass sich die Bedingungen ‚bärisch‘ entwickeln, und versetzt den Markt in denselben Bereich, der historisch dem fortgesetzten Kursverfall vorausging“, schloss CryptoQuant. Der Bull Score Index bündelt mehrere Onchain- und Marktindikatoren auf einer Skala von 0 bis 100; Werte über 50 stehen für bullische Bedingungen und Werte unter 50 für bärische Bedingungen.
CryptoQuant Bull Score Index, der im April den Rückgang von 50 auf 40 zeigt und auf sich verschlechternde Marktbedingungen hindeutet.
Bitcoin wurde zum Zeitpunkt der Berichterstattung ungefähr bei 78.500 US-Dollar gehandelt und lag damit nahezu unverändert über die vorangegangenen 24 Stunden.
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