In einer umfassenden Forschungsnotiz, die am 3. Mai 2026 veröffentlicht wurde, stellte Alex Thorn, Research Director bei Galaxy Digital, fest, dass sich die Bitcoin-Community in Richtung eines Konsenses bewegt, die existentielle Bedrohung durch Quantencomputing anzugehen. Während die Meilensteine für Quantenhardware in 2026 zunehmend greifbar werden, richten sich Kernentwickler, Miner und institutionelle Akteure auf eine standardisierte „quantum-resistente“ Roadmap aus, die auf einer Umstellung auf Post-Quantum Cryptography (PQC) durch eine Reihe von Soft Forks basiert, welche neue Adresstypen mit kryptografischen Signaturen auf Basis von Gittern (Lattice) einführen würden.
Legacy-Adress-Vulnerabilität und Migrationsstrategie
Thorn identifizierte einen kritischen Konsenspunkt darüber, wie das Netzwerk mit älteren „p2pkh“-Adressen umgehen wird, bei denen der öffentliche Schlüssel bereits auf der Blockchain offengelegt ist. Laut der Forschungsnotiz sind ungefähr 2 Millionen BTC, die in Legacy-Formaten gehalten werden, unmittelbar anfällig für einen „harvest now, decrypt later“-Angriff: Quanten-Angreifer könnten verschlüsselte Daten jetzt einsammeln und sie entschlüsseln, sobald die Quantencomputing-Fähigkeiten ausgereift sind.
Der entstehende Konsens schlägt eine „use it or lose it“-Migrationsphase vor, die Nutzer dazu ermutigt, ihre Mittel auf neue, quantensichere Adresstypen zu verlagern. Thorn merkt an, dass das Netzwerk nach einer mehrjährigen Gnadenfrist möglicherweise ein „Burn“ oder „Freeze“ für nicht migrierte Legacy-Adressen implementieren könnte, um einen plötzlichen Supply-Schock zu verhindern, der dadurch entsteht, dass Quanten-Angreifer frühe Bitcoin-Wallets leeren und den Marktwert destabilisieren.
Im Gegensatz dazu bleiben moderne „p2wpkh“ (SegWit)-Adressen sicher, bis eine Transaktion ausgesendet wird, wodurch sich das Zeitfenster der Verwundbarkeit verkürzt.
Kryptografische Agilität und Dual-Signature-Ansatz
Thorn betont, dass das Konsensziel darin besteht, „kryptografische Agilität“ zu erreichen – also die Fähigkeit, dass das Bitcoin-Protokoll seine zugrunde liegenden Signaturschemata austauschen kann, ohne eine Kettenaufspaltung oder massive Störungen auszulösen. Die Forschung von Galaxy Digital zeigt, dass die Community einen konservativen Multi-Signature-Ansatz bevorzugt, bei dem Transaktionen letztlich sowohl eine traditionelle ECDSA-Signatur als auch eine PQC-Signatur erfordern würden, etwa Dilithium.
Dieses „Dual-Key“-System bietet eine Sicherheitsmechanik: Falls sich herausstellt, dass die neue PQC-Mathematik einen Fehler hat, schützt die Legacy-Signatur weiterhin die Gelder. Indem diese Roadmap jetzt festgelegt wird, so Thorn, „preist“ Bitcoin effektiv die Quantenbedrohung ein und verwandelt sie von einem katastrophalen Ereignis in ein beherrschbares technisches Upgrade. Während die institutionelle Übernahme weiter zunimmt, signalisiert diese Klarheit aus der Forschungsgemeinschaft, dass sich das Sicherheitsmodell von Bitcoin langfristig weiterentwickelt, um die Herausforderungen zukünftiger Rechenkapazitäten zu bewältigen.