Ein niederländischer Kreuzfahrtschiff-Ausbruch von Hanta-Viren an Bord der „Hondius“ hat die Aufmerksamkeit weltweit auf sich gezogen: Insgesamt 8 Fälle, 3 Todesfälle. Zudem wurde ein Andes-Virus-Stamm nachgewiesen, der vermutlich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Gerüchten zufolge sollen bereits taiwanesische Passagiere aus dem Schiff nach Taiwan zurückgekehrt sein. Der Leiter der taiwanesischen Seuchenkontrollbehörde (CDC) Luo Yi-jün erklärte am 7. Tag, die Wahrscheinlichkeit einer Falschmeldung sei höher; man prüfe weiterhin mit der WHO und der Reederei. Der WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte hingegen, die Lage sei mit den Anfangsphasen von COVID-19 nicht vergleichbar und das Risiko für die Welt bleibe insgesamt niedrig.
Überblick zur Hanta-Virus-Epidemie auf der Kreuzfahrt: 8 Infektionen, 3 Todesfälle
Das niederländische Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hat in jüngster Zeit einen Ausbruch mit Hanta-Viren in Form eines Cluster-Infektionsgeschehens erlebt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte am 6. Tag, dass der Erreger dieses Ausbruchs ein seltener Andes-Virus-Stamm (Andes virus) ist. Bisher gibt es insgesamt 8 Verdachts- oder bestätigte Fälle; 3 Menschen sind bereits gestorben. Weitere 1 Patient wird auf der Intensivstation in Johannesburg/Südafrika behandelt, 1 Person befindet sich in der Schweiz in stationärer Beobachtung.
Der erste Todesfall war ein 70-jähriger niederländischer Mann. Er hatte bereits Anfang April Symptome entwickelt und starb Mitte April. Seine Ehefrau infizierte sich danach ebenfalls und starb in Südafrika. Dabei gehört das Andes-Virus zu den wenigen Hanta-Virus-Typen, die eine Übertragung von Mensch zu Mensch ermöglichen. Die Übertragung erfordert einen langen Zeitraum enger Kontakte oder die Verbreitung über Speicheltröpfchen, etwa gemeinsames Essen oder ein langes Gespräch in geringer Distanz; eine kurzfristige Berührung allein führt nicht zur Ansteckung.
Besonders beunruhigend ist, dass die Inkubationszeit von Hanta-Viren bis zu 1 bis 6 Wochen oder länger dauern kann, was die Erkennung zusätzlich erschwert.
Passagiere nach der Ausschiffung: Liste bringt Taiwan ins Spiel? CDC: Falschmeldung wahrscheinlich
Ende April legte die „Hondius“ im britischen Überseegebiet St. Helena auf der Inselgruppe des Südatlantiks an. Insgesamt 23 Passagiere verließen das Schiff und reisten in Länder wie Australien, Taiwan, die USA, das Vereinigte Königreich und die Niederlande. Später wurde bei einem Passagier aus der Schweiz eine Infektion bestätigt. Laut Angaben eines spanischen Passagiers, die von internationalen Medien zitiert wurden, wurden diese abgereisten Passagiere damals nicht darüber informiert, dass sie einem Risiko einer möglichen Virusexposition ausgesetzt sein könnten. Die WHO erklärte, dass die Passagiere nachträglich die Informationen zur Lage vom Schiff erhalten hätten und angewiesen worden seien, bei dem Auftreten jeglicher Symptome unverzüglich Meldung zu machen.
Zur Behauptung „Es seien taiwanesische Passagiere bereits nach Taiwan zurückgekehrt“ sagte der Leiter der CDC, Luo Yi-jün, am 7. Tag: Die CDC habe auf Basis verschiedener Kanäle Informationen zusammengetragen und zudem die von der Reederei veröffentlichten Passagier-Listen geprüft. Eine erste Einschätzung zeige, dass die Wahrscheinlichkeit einer Falschmeldung höher sei. Man habe bereits über den Ansprechpartner nach der Internationalen Gesundheitsvorschrift (IGV) Kontakt zur WHO und zur Kreuzfahrtgesellschaft aufgenommen, um dies zu verifizieren. Nach Erhalt der Antworten werde man die Öffentlichkeit informieren.
Laut derzeit vorliegenden Listen der CDC stammen insgesamt 147 Personen (86 Passagiere, 61 Besatzungsmitglieder) von 23 Ländern, darunter Argentinien, Australien, Deutschland, Großbritannien und die USA. Taiwan ist dabei nicht vertreten.
CDC-Sonderarbeitsgruppe: Risiko für Taiwan eher niedrig, Kontakt mit südamerikanischen Nagetieren vermeiden
Der Sprecher der CDC, 曾淑慧, sagte: Da dieser Ausbruch auf ein einzelnes internationales Kreuzfahrtschiff und wenige nach der Ausschiffung exportierte Fälle beschränkt sei und es in Taiwan zudem keine tierische Wirtsart für das Andes-Virus gebe – den „Langschwanz-Reisratten“ –, sei das Risiko einer direkten Einschleppung in Taiwan begrenzt. Insgesamt werde die Lage als niedrig eingestuft; derzeit bestehe auch kein notwendiger Grund, die Reisewarnungen für Tourismus zu verschärfen. Die CDC habe bereits eine Sonderarbeitsgruppe eingesetzt, um die Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen fortlaufend anzupassen – gemäß WHO und internationalen Empfehlungen.
Wie es heißt, stammen die Hanta-Virusfälle, die Taiwan in den vergangenen Jahren sowohl als lokale Fälle als auch durch Einschleppung von außerhalb erlebte, stets von „Seoul“-Virus-Stämmen mit vergleichsweise geringer Krankheits-Schwere und niedriger Sterblichkeitsrate; ein Andes-Virus wurde nicht nachgewiesen. Die CDC erinnert: Wer in Regionen Südamerikas reist, sollte den Kontakt mit Nagetieren vermeiden, um das Infektionsrisiko zu senken.
WHO-Generalsekretär: Keine ähnliche COVID-19-Befürchtung, kein Bedarf für Notfallkomitee
Andererseits dämpfte WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus (譚德塞) die Lage am 6. Tag in einem Interview mit AFP. Er sagte, dieser Hanta-Virus habe „keine Ähnlichkeiten“ mit den Anfangsphasen der COVID-19-Pandemie im Jahr 2019; das Risiko für andere Regionen der Welt sei derzeit weiterhin niedrig. Die WHO sehe zudem keinen Anlass, eine Sitzung eines Notfallkomitees einzuberufen.
Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte weiter, die WHO habe bereits mehrere Koordinationssitzungen abgehalten. Dabei würden die Reaktionen der einzelnen Kooperationspartner und der Gesundheitsbehörden in den Ländern gebündelt; man werde die epidemiologische Entwicklung weiterhin eng verfolgen.
Dieser Artikel „Kreuzfahrt-Hanta-Virus fordert 3 Tote! Zurückkehrende Passagiere – taucht dort Taiwaner auf? CDC klärt auf: Hohe Wahrscheinlichkeit einer Falschmeldung“ erschien zuerst bei 鏈新聞 ABMedia.