Anthropic kündigte am 6. Mai eine Kooperationsvereinbarung mit SpaceX im Bereich Rechenleistung an und wird die gesamte Rechenleistung des SpaceX-eigenen Rechenzentrums Colossus 1 nutzen – mehr als 300 MW zusätzlicher Kapazität, einschließlich über 220.000 NVIDIA-GPUs; die vollständige Bereitstellung soll innerhalb eines Monats abgeschlossen sein. In einer gleichzeitigen offiziellen Bekanntmachung erhöht Anthropic zudem ab sofort mehrere Nutzungsobergrenzen für Claude: Die Kontingente für Claude Code in den Tarifen Pro/Max/Team/Enterprise werden für jeweils 5 Stunden Nutzung direkt verdoppelt, und die Senkung der Limits für Pro- und Max-Nutzer in den Spitzenzeiten wird ebenfalls gleichzeitig aufgehoben.
Colossus 1: 220.000 NVIDIA-GPUs, einschließlich Beschleunigern der drei Generationen H100/H200/GB200
Die Kernkonfiguration des Rechenzentrums Colossus 1:
Über 220.000 NVIDIA-GPUs, gemischt bestückt mit Beschleunigern der drei Generationen H100, H200 und GB200
IT-Kapazität von mehr als 300 MW, voraussichtlich vollständig für Anthropic innerhalb eines Monats nutzbar
Einsatzbereiche umfassen das Training großer Sprachmodelle, multimediale Systeme, wissenschaftliche Simulationen und generative- AI-Workloads
„Innerhalb eines Monats bereitgestellt“ ist der diskussionswürdigste Detailpunkt des Vertrags – im Vergleich zum Bau eines AI-Rechenzentrums von null, der typischerweise 18–24 Monate dauert, mietet Anthropic bestehende Einrichtungen direkt und komprimiert so den Go-live-Zeitplan auf Monatsbasis. Für Claude-Nutzer bedeutet das: Die verbesserten Service-Erlebnisse durch die Rechenleistungs-Ausweitung sind nahezu sofort spürbar.
Claude-Nutzungslimits werden gleichzeitig erweitert: Pro/Max/Team/Enterprise profitieren vollständig
Die neu hinzugefügte Rechenleistung spiegelt sich direkt in der Nutzererfahrung für Endanwender von Claude wider:
Claude Code: Die Nutzungsobergrenze pro 5 Stunden wird in Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Paketen direkt verdoppelt
Die Aufhebung der in den Spitzenzeiten vorgenommenen Limit-Senkung für Pro- und Max-Nutzer, zurück auf das Niveau der Nicht-Spitzenzeiten
Claude-Opus-Modell: Die API-Ratenobergrenze wird deutlich angehoben
Ausweitung des Inferenz-Backing für Asien und Europa gleichzeitig; regulierte Branchenunternehmen erhalten Zugang zu lokalen Rechenzentrums-Infrastrukturen
In den vergangenen sechs Monaten machten Claude-Nutzer wiederholt die Rückmeldungen, dass „Claude Code pro 5 Stunden zurückgewiesen wird“ und „in den Spitzenzeiten gedrosselt wird“ die zentralen Schmerzpunkte seien – die Anpassung entspricht einer positiven Reaktion auf genau diese Rückmeldungen. Für die kommerzielle Strategie von Anthropic ist die Lockerung der Kontingente ebenfalls ein entscheidender Schritt, um Unternehmenskunden zu gewinnen – Pro, Max, Team und Enterprise sind die wichtigsten zahlenden Kundengruppen des Unternehmens.
Zeitgleiches Rechenleistungs-Layout und zukünftige Pläne für „Orbitale AI-Rechenleistung“
Der SpaceX-Vertrag ist nicht isoliert, sondern der neueste Baustein in der gesamten Rechenleistungs-Ausweitung von Anthropic. Laut offizieller Bekanntmachung:
Amazon: bis zu 5 GW, davon bis Ende 2026 nahe 1 GW im Betrieb
Google+Broadcom: 5 GW, schrittweise voraussichtlich ab 2027 in Betrieb
Microsoft+NVIDIA: 30 Milliarden US-Dollar Zusage für Azure-Rechenleistung
Fluidstack: 50 Milliarden US-Dollar Investitions- und Kooperationsvolumen
SpaceX: gesamte Rechenleistung von Colossus 1, plus eine beabsichtigte Zusammenarbeit bei „orbital AI compute“
„Orbitale AI-Rechenleistung“ (orbital AI compute) ist der zukunftsträchtigere Teil in der Bekanntmachung: Anthropic bekundet Interesse an der Entwicklung mit SpaceX für „mehrere GW Kapazität an orbitaler AI-Rechenleistung“. Im Original heißt es, dass die für das nächste Generationssystem benötigte Rechenleistung „den Bereich überschritten hat, den die Leistung/Elektrizität auf der Erdoberfläche, Land und Kühlung bewältigen können“. Diese Richtung befindet sich derzeit noch in der Absichtsstufe und ist noch nicht in vertragliche Zusagen überführt.
Ausblick: Colossus-1-Rechenleistung soll innerhalb eines Monats bereitgestellt werden – dann sind die Veränderungen bei der Geschwindigkeit und der Spitzenzeit-Erfahrung der Claude-Clients der direkte Validierungsindikator. Der Vertrag ist außerdem ein weiteres großes Kooperations-Announcement auf Infrastruktur-Ebene: Diesmal nach den bereits steigenden IPO-Erwartungen beider Unternehmen – Anthropic und SpaceX – ist es das erste große Kooperations-Statement auf diesem Level. Ob es sich danach auf konkrete Zusagen für die orbitale Rechenleistung ausweitet, ist ein lohnender Punkt für die weitere Beobachtung.
Der Artikel „Anthropic nimmt SpaceX-Rechenleistung an: holt sich Colossus 1 mit dem gesamten Satz von 220.000 GPUs, Claude ohne Limits“ erschien zuerst bei 鏈新聞 ABMedia.
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