Anthropic-CEO Dario Amodei erklärte am 6. Mai auf der Entwicklerkonferenz „Code with Claude“ in San Francisco, dass das Unternehmen im Q1 ursprünglich eine Verzehnfachung des annualisierten Umsatzwachstums geplant hatte, das tatsächliche Ergebnis jedoch das 80-fache war. CNBC zitierte Amodeis Originalwortlaut: „Das ist der Grund für unsere Probleme mit der Rechenleistung“ und beschrieb die derzeitige Wachstumsrate als „einfach wahnsinnig“, „zu schwer zu handhaben“, mit dem Wunsch, zu einem „vergleichsweise normalen“ Erweiterungsrhythmus zurückzukehren. Die Äußerung fiel wenige Stunden nachdem die Firma am selben Tag eine Rechenleistungskooperation mit SpaceX bekanntgegeben hatte und lieferte damit einen direkten kommerziellen Hintergrund für die Frage, warum man „Colossus 1 die gesamte Rechenleistung“ braucht.
Plan 10-fach, real 80-fach: Anthropic räumt übererfülltes Umsatzwachstum ein
In der Sitzung betonte Amodei, dass sowohl „annualisierter Umsatz“ als auch „Nutzung“ um das 80-fache gewachsen seien. Die ursprünglich erwarteten 10-fach waren bereits eine sehr aggressive Wachstumskurve, aber die tatsächlichen Zahlen lagen noch einmal um eine Größenordnung darüber. Anthropic veröffentlichte in der Rede keine konkreten Dollarbeträge, und Amodei führte auch nicht auf, aus welchen Produktlinien sich das Wachstum speist (Claude API, Claude Code, Claude Pro/Max-Abonnements, Unternehmenskontakte usw.).
Diese Aussage ist eine Gegenanmerkung zu Amodeis vorsichtiger Ausgaben-Argumentation der letzten sechs Monate. Im Februar hatte er gewarnt, dass das Unternehmen pleitegehe, wenn Prognosen zum KI-Wachstum ein Jahr lang von der Entwicklung abweichen. Jetzt gesteht er eine Abweichung in die andere Richtung ein – das Wachstum ist schneller als erwartet.
„Wahnsinnig, zu schwer zu handhaben“: Amodei zeigt sich beunruhigt über die Geschwindigkeit
Amodei beschrieb die Wachstumsgeschwindigkeit in der Sitzung mit:
„einfach wahnsinnig“
„zu schwer zu handhaben“
„wieder auf einen vergleichsweise normalen Erweiterungsrhythmus zurückzukehren“
Die drei Sätze stammen direkt vom CEO, sind klar in der Wortwahl und keine Marketingfloskeln. Anthropic war im vergangenen Jahr wegen der Entwickler-Adoption von Claude Code und Claude API deutlich stärker nachgefragt als erwartet; diesmal handelt es sich um das erste Mal, dass die Unternehmensführung einen außer Kontrolle geratenen Teil so konkret mit dem Faktor quantifiziert.
Amodei ergänzte außerdem, Anthropic „liefere so schnell wie möglich mehr Rechenleistung“ und „werde diese Rechenleistung so bald wie möglich an die Nutzer weitergeben“ – was andeutet, dass die gefühlten Nutzungslimits für Nutzer gelockert werden und die neue Rechenleistung schrittweise mit dem Ausbau nach und nach live geht.
Zeitgleicher kommerzieller Fußnoten-Effekt der SpaceX-Kooperation
Amodeis Aussage im Verhältnis von 80-fach und die am selben Tag bekanntgegebene Rechenleistungskooperation mit SpaceX sind direkte Gegenstücke: Anthropic hat die gesamte Rechenleistung des Colossus-1-Rechenzentrums gesichert (300+ MW, 220.000 Nvidia-GPUs) und rechnet damit, dass alles innerhalb eines Monats vollständig in Betrieb geht. Der CEO räumte öffentlich ein, dass das Wachstum zu schnell sei und die Rechenleistung nicht ausreiche; dass es dazu kam – die Sicherung der kompletten Rechenleistung eines großen bestehenden Rechenzentrums – geschah ebenfalls am selben Tag.
Der Faktor von 80-fach stammt derzeit aus einer mündlichen Aussage des CEOs; Anthropic hat noch keine Finanzzahlen veröffentlicht, die dies belegen. Bei der nächsten offiziellen finanziellen Veröffentlichung lässt sich dann prüfen, ob der Faktor tatsächlich stimmt.
Der Artikel „Anthropic-CEO gibt zu: 80-faches Wachstum im Q1 in eigenen Worten“ erschien als erstes bei 鏈新聞 ABMedia.
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