Kryptowährungsbörse AscendEX verzeichnete in letzter Zeit mehrere Auszahlungsverzögerungen. Der On-Chain-Ermittler ZachXBT erklärte am 30. Juni öffentlich, dass er von mehreren Nutzern darüber informiert wurde, dass ihre Auszahlungsanträge seit Wochen nicht bearbeitet wurden und der Kundenservice keine klaren Bearbeitungszeiten angab. ZachXBTs On-Chain-Analyse zeigt, dass die öffentlich identifizierbaren On-Chain-Adressen von AscendEX Vermögenswerte im Wert von rund 20,2 Millionen US-Dollar halten.
Der Bericht von ZachXBT führt konkrete Fälle an: Ein Nutzer stellte Mitte Juni einen Auszahlungsantrag über rund 4.196 USDT, der weiterhin im Bearbeitungsstatus verharrt. Mehrfache Kontaktaufnahmen mit dem Kundenservice blieben ohne konkrete Antwort. Anschließend teilten weitere Nutzer ähnliche Verzögerungserfahrungen bei Auszahlungen von USDT, ETH und anderen Vermögenswerten, was darauf hindeutet, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.
ZachXBT wies gleichzeitig ausdrücklich darauf hin, dass die oben genannten On-Chain-Daten lediglich den Vermögensstatus öffentlich identifizierbarer Adressen widerspiegeln und Cold Wallets sowie andere nicht öffentliche Adressen der Plattform nicht abdecken. Daher reichen die vorhandenen On-Chain-Daten nicht aus, um eine Überschuldung oder systemische Illiquidität von AscendEX zu beurteilen, noch kann die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass die Plattform auf nicht öffentlichen Adressen weitere Vermögenswerte hält.
Bis zum 30. Juni 2026 hat AscendEX keine offizielle Ankündigung zu den Auszahlungsverzögerungen veröffentlicht und auch keinen konkreten Zeitplan für die Wiederaufnahme der Auszahlungen genannt.
Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass mögliche nicht-finanzielle Gründe für die Auszahlungsverzögerungen Wartungsarbeiten an Wallets, interne Risikokontrollverfahren, Systemaktualisierungen oder manuelle Prüfmechanismen sein könnten. Keine dieser Möglichkeiten wurde bisher von AscendEX offiziell bestätigt oder ausgeschlossen.
Dieses Ereignis hat erneut eine Marktdiskussion über die Reserve-Transparenz von Börsen ausgelöst. Vor dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 sowie vor den Krisen von Voyager Digital und Celsius gab es jeweils frühe Anzeichen für eine Verlangsamung der Auszahlungen, was das Phänomen der Auszahlungsverzögerungen in der Branche äußerst sensibel macht. Nach dem Zusammenbruch von FTX begannen mehrere zentralisierte Börsen, Reserve-Nachweise zu veröffentlichen, um das Marktvertrauen wiederherzustellen. Die Branche erkennt allgemein an, dass Reserve-Nachweise nur die Aktivseite darstellen und nicht die Verbindlichkeiten, Kreditbeziehungen und das Liquiditätsmanagement der Plattform vollständig abbilden. Eine vollständige Bewertung erfordert daher eine Kombination mit finanziellen Offenlegungen und Prüfungen durch Dritte.
Nein. ZachXBT hat ausdrücklich klargestellt, dass 20,2 Millionen US-Dollar lediglich die sichtbaren Vermögenswerte auf öffentlich identifizierbaren On-Chain-Adressen repräsentieren und Cold Wallets sowie andere nicht öffentliche Adressen nicht umfassen. Daher kann diese Zahl nicht als vollständige Grundlage für die Bewertung der allgemeinen finanziellen Situation oder Liquiditätsfähigkeit von AscendEX dienen.
AscendEX wurde im Dezember 2022 Ziel eines Hackerangriffs, der zu Vermögensverlusten führte. Der aktuelle Auszahlungsverzögerungsvorfall wurde von ZachXBT nach Nutzerbeschwerden öffentlich gemacht. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung gab es keine offizielle Regulierungsmitteilung zu diesem Vorfall.
ZachXBT hat diesen Vorfall öffentlich gemacht. Betroffene Nutzer sollten vollständige Aufzeichnungen ihrer Auszahlungsanträge, Screenshots und Korrespondenz mit dem Kundenservice aufbewahren. AscendEX hat zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keinen konkreten Zeitplan für die Wiederaufnahme der Auszahlungen oder ein Abhilfeprogramm bekannt gegeben. Weitere Entwicklungen können den öffentlichen Berichten von ZachXBT entnommen werden.
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