SIX hat die Genehmigung der Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) erhalten, um sein digitales zentrales Wertpapierverwahr- und Abwicklungssystem (CSD) in seine bestehende Post-Trade-Infrastruktur zu integrieren und dabei die digitale und die traditionelle Asset-Administration zu einer einzigen juristischen Einheit zusammenzuführen. Die Konsolidierung spiegelt einen breiteren Ansatz unter Anbietern von Marktinfrastrukturen wider, digitale Assets in etablierte Systeme einzubinden – statt parallele Rahmenwerke zu betreiben. Ziel ist es, die Fragmentierung zu reduzieren und die Verarbeitung digitaler Assets an die bestehenden regulatorischen und operativen Standards anzupassen.
Die Fusion verbindet die SIX Digital Exchange mit SIX SIS, dem zentralen Wertpapierverwahr- und Abwicklungssystem (CSD) der Gruppe. Durch diese Integration können sowohl digitale als auch traditionelle Assets innerhalb derselben Infrastruktur verarbeitet werden. Mit dem Betrieb unter einer einzigen Einheit kann SIX einheitliche Post-Trade-Dienstleistungen bereitstellen, einschließlich Abwicklung und Verwahrung, über verschiedene Asset-Klassen hinweg. Dadurch sinkt der Bedarf an separaten Systemen, wenn digitale und traditionelle Wertpapiere gehandhabt werden.
Die Integration vereinfacht die operativen Arbeitsabläufe für Finanzinstitute, die oft mehrere Systeme verwalten müssen, wenn sie mit unterschiedlichen Asset-Typen umgehen.
Zusätzlich zur Fusion erhielt SIX die Genehmigung, Krypto-Verwahrdienstleistungen über sein lizenziertes zentrales Wertpapierverwahr- und Abwicklungssystem anzubieten. Dadurch werden regulierte Verwahrleistungen auf digitale Assets innerhalb desselben Rahmens ausgeweitet, der für traditionelle Wertpapiere genutzt wird. Die Aufnahme von Krypto-Verwahrung in eine CSD-Struktur schafft eine regulierte Umgebung für Institute, die sich gegenüber digitalen Assets exponieren wollen, und bringt operative Kontinuität mit sich, da die Verwahrprozesse an die bestehenden Systeme angelehnt sind.
Regulierte Verwahrung bleibt eine zentrale Voraussetzung für die institutionelle Teilnahme an digitalen Asset-Märkten – insbesondere für Unternehmen, die strengen Compliance-Anforderungen unterliegen.
SIX beschrieb die Integration als Modell „ein Stecker für zwei Welten“ und ermöglicht damit, dass Institute sowohl traditionelle als auch digitale Assets über eine einzige Verbindung erreichen. Dieser Ansatz reduziert die Komplexität beim Zugang zu unterschiedlichen Märkten. Rafael Moral Santiago, Head of Securities Services bei SIX, kommentierte: „Indem wir unsere CSD-Infrastruktur erweitern, um Krypto-Verwahrung einzubeziehen, und digitale Asset-Fähigkeiten in unser Kerngeschäft integrieren, verbinden wir digitale Innovation mit der regulatorischen Sicherheit und der operativen Robustheit etablierter Marktinfrastrukturen für Finanzmärkte.“
Das einheitliche Modell unterstützt Institute, die in digitale Assets expandieren möchten, ohne separate operative Rahmenwerke aufbauen zu müssen, und passt zum Trend hin zu Multi-Asset-Plattformen in den Finanzmärkten.
Post-Trade-Dienstleistungen, einschließlich Clearing, Abwicklung und Verwahrung, sind zentral für den Betrieb der Finanzmärkte. Die Integration digitaler Assets in diese Prozesse ist ein Schritt in Richtung breiterer Übernahme in institutionellen Märkten. Traditionelle Infrastruktur- Anbieter passen ihre Systeme zunehmend an, um neue Asset-Typen zu ermöglichen. Dabei entwickeln sie Funktionen, die Compliance aufrechterhalten, während sie die digitale-Asset-Funktionalität unterstützen.
Die Hinwendung zur Integration spiegelt das Erfordernis nach Konsistenz über Asset-Klassen hinweg wider – insbesondere, da Handelsstrategien und Portfolios zunehmend diversifiziert werden.
Regulatorische Genehmigungen spielen eine zentrale Rolle bei der Integration digitaler Assets in bestehende Systeme. Die Einbindung von FINMA zeigt, dass digitale Asset-Dienstleistungen in etablierte regulatorische Rahmenwerke integriert werden. Dieser Ansatz unterscheidet sich von früheren Phasen der digitalen-Asset-Entwicklung, in denen solche Services häufig außerhalb der traditionellen Infrastruktur liefen. Wenn diese Aktivitäten in regulierte Systeme überführt werden, wirkt sich das auf die institutionelle Teilnahme und die Marktstruktur aus.
Regulatorische Aufsicht bietet außerdem eine Grundlage, um Prozesse zu standardisieren, was die Interoperabilität zwischen verschiedenen Marktteilnehmern unterstützen kann.
Die Konsolidierung ist Teil der breiteren Strategie von SIX, seine Rolle im Post-Trade-Bereich in ganz Europa auszubauen. Die Integration von digitalen und traditionellen Assets in einer einzigen Plattform unterstützt dieses Ziel, indem sie ein umfassenderes Leistungsspektrum anbietet. Die Fähigkeit, mehrere Asset-Klassen in einem System zu verarbeiten, beeinflusst, wie Institute Infrastruktur-Anbieter auswählen. Unternehmen dürften vorrangig Plattformen in Betracht ziehen, die sowohl aktuelle als auch neu entstehende Asset-Typen unterstützen können, ohne dass eine zusätzliche Integration erforderlich wird.
SIX gab an, dass die Integration zu seinem langfristigen Plan beiträgt, ein pan-europäisches Post-Trade-Angebot zu entwickeln, das digitale Assets als Kernkomponente umfasst. Die Integration digitaler Assets in zentrale Wertpapierverwahr- und Abwicklungssysteme könnte als Modell für andere Infrastruktur-Anbieter dienen. Zukünftige Entwicklungen dürften sich darauf konzentrieren, die Abdeckung von Assets auszubauen, die Interoperabilität zu verbessern und die operativen Prozesse weiter zu verfeinern.