Am 11. Juni hat die SEC vorgeschlagen, Regel 611 (Order Protection Rule) und Regel 610(e) abzuschaffen – zwei Vorschriften, die seit 2005 die Struktur der US-Aktienmärkte steuern. Die Behörde argumentiert, dass diese Schutzmaßnahmen, die für langsamere Märkte konzipiert wurden, heute nicht mehr notwendig seien und zur Marktfragmentierung beitragen würden, indem Aufträge unnötig über mehrere Handelsplätze umgeleitet werden. Die SEC schätzt, dass die Maßnahme Broker- und Handelshäusern Einsparungen von jährlich 54 Millionen bis 77 Millionen US-Dollar bei den Compliance-Kosten bringen könnte.
Der Vorschlag hat erhebliche Auswirkungen auf Kryptomärkte. Die Streichung von Regel 611 könnte eine zentrale strukturelle Hürde beseitigen, die derzeit Automated Market Makers (AMMs) daran hindert, tokenisierte US-Aktien auf Blockchain-Netzwerken zu handeln. Branchenbeobachter sehen die regulatorische Änderung als potenziellen Türöffner für On-Chain-Aktienhandel. Der Vorschlag wird nach der Einreichung in eine 60-tägige öffentliche Kommentierungsphase gehen, bevor er final genehmigt wird.