
Der Aktienkurs von Microsoft (MSFT) ist am 17. Juni um 3,79% gefallen, von 393,83 US-Dollar auf 378,91 US-Dollar, bei einem Tageshandelsvolumen von 41 Millionen Aktien. Laut einem Bericht von Bloomberg unter Berufung auf mehrere anonyme Insider sei ByteDance in den vergangenen Jahren der größte KI-Kunde von Microsoft gewesen und habe vor allem OpenAI-Modelle genutzt. Der jährliche Aufwand für KI- und Cloud-Dienste bei Microsoft werde dabei mehr als 1 Milliarde US-Dollar betragen.
Microsoft-Aktienkurs fällt am 17. Juni um 3,79%, kumuliert in 10 Handelstagen -11,33%
Nach den berichteten Marktdaten stellte sich die Entwicklung des Microsoft-Aktienkurses am 17. Juni wie folgt dar: Schlusskurs 378,91 US-Dollar (-3,79%), Tages-Volatilitätsbereich 377,37 bis 390,37 US-Dollar (Spanne 3,44%), Tageshandelsvolumen 41 Millionen Aktien (gegenüber dem Vortag +10 Millionen Aktien) sowie ein Handelswert von rund 15,61 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen 10 Handelstagen gab es 7 Tage mit Kursrückgang, was zu einem kumulierten Minus von 11,33% führte. Cowen & Co. hatte am 4. Juni 2026 für Microsoft ein „Kaufen“-Rating vergeben, aber zugleich empfohlen, die Position „zu halten“.
Bloomberg: Althoff-Protokoll zu internen Verkaufstreffen im Juli 2025 – Chinas Azure-AI-Umsatz 2024 wächst um 400%
Laut einem von Bloomberg eingesehenen Protokoll eines internen Microsoft-Verkaufstreffens im Juli 2025 erklärte der damalige Chief Commercial Officer Judson Althoff, dass das Wachstum der Azure-KI-Einnahmen in China schneller sei als in jeder anderen Vertriebsregion: Im Geschäftsjahr bis zum Juni 2025 sei es um etwa das Dreifache gestiegen, und 2024 sei es um 400% gewachsen.
Althoff habe in der Sitzung gesagt: „Die weltweit führenden KI-Lösungen werden an der US-Westküste und an der chinesischen Ostküste entwickelt – genau diese beiden Orte verbindet Microsoft.“ Sowohl die obigen Zitate als auch die Wachstumszahlen stammen aus dem von Bloomberg eingesehenen Sitzungsprotokoll. Microsoft habe dazu keine Stellungnahme abgegeben.
Bloomberg unter Berufung auf Insider: Chinas Kundenstruktur und Beschwerden über OpenAI
Laut mehreren anonymen Insidern, die Bloomberg zitiert, gibt ByteDance jährlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar für KI- und Cloud-Dienste bei Microsoft aus. Ein Großteil der Ausgaben diene dabei der Unterstützung des Ausbaus von Geschäftstätigkeiten außerhalb Chinas. Auch die Alibaba Group, Meituan und Tencent seien große AI-Kunden von Azure. Ein Sprecher der Alibaba Group erklärte, das Unternehmen entwickle KI-Modelle eigenständig und dass sich das Kerngeschäft nicht auf externe Modelle stütze (dies sei die offizielle Antwort, die eine bestätigende Haltung darstelle). ByteDance, Meituan und Tencent hätten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert.
Bloomberg führte außerdem Insider an, wonach OpenAI sich mehrfach privat bei Microsoft darüber beschwert habe, dass zu wenig getan werde, um chinesische Unternehmen bei „Modelle-Kopien“ („Model Distillation“) zu verhindern. Unklar sei jedoch, ob OpenAI Microsoft jemals aufgefordert habe, Richtlinien anzupassen.
Laut einer öffentlichen Erklärung von Microsoft-Präsident Brad Smith bei einer Anhörung im US-Kongress mache das China-Geschäft 2024 lediglich etwa 1,5% des Gesamtumsatzes von Microsoft aus.
Häufige Fragen
Welche Quelle haben die Kunden-Infos wie ByteDance in den Bloomberg-Berichten?
Die Hinweise in den Bloomberg-Berichten zu ByteDance, darunter Ausgaben von mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr, sowie die Meldungen zur Alibaba Group, Meituan und Tencent, stammen jeweils aus anonymen „Insider“-Quellen und nicht aus offiziellen Erklärungen von Microsoft, ByteDance oder anderen Unternehmen. Sowohl Microsoft als auch OpenAI hätten sich zu den Bloomberg-Berichten nicht geäußert; ByteDance, Meituan und Tencent hätten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert.
Wie verkauft Microsoft in China KI-Modelle?
Nach den von Bloomberg zitierten Insidern werden KI-Modelle von Microsoft in China nicht auf Servern innerhalb des Landes gehostet. Kunden müssen über das Internet auf die Serverinfrastruktur an Orten wie Singapur zugreifen. Microsoft muss in China mit lokalen Dienstleistern zusammenarbeiten und verkauft KI-Modelle dort ausschließlich an reguläre Unternehmen (nicht an einzelne Entwickler), um die lokalen Vorschriften einzuhalten.
Welcher Anteil hat das Microsoft-China-Geschäft am Gesamtumsatz?
Microsoft-Präsident Brad Smith habe bei seiner Anhörung im US-Kongress erklärt, dass das China-Geschäft 2024 lediglich etwa 1,5% des Gesamtumsatzes von Microsoft ausmache. Dies sei die Aussage von Brad Smith in öffentlicher Anhörung und stelle eine bestätigte offizielle öffentliche Darstellung dar.