
Laut The Block vom 7. Mai erklärten der Managing Director Nikolaos Panigirtzoglou von JPMorgan Chase und sein Analystenteam in einem aktuellen Bericht, dass sich das Vermögenswerte-„Wertaufbewahrungs“-Ziel seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts von Gold zu Bitcoin verlagere. Bitcoin-ETFs verzeichneten im Mai bereits zum dritten Monat in Folge Netto-Mittelzuflüsse, während Gold-ETFs weiter darum kämpfen, das Ausmaß der Mittelabflüsse im März wieder wettzumachen.
JPMorgan-Analysten hatten bereits Anfang März festgestellt, dass sich die Geldströme zwischen Bitcoin- und Gold-ETFs deutlich auseinanderentwickeln, und der aktuelle Bericht bestätigt zudem die Fortsetzung dieses Trends. Seit der Explosion des Iran-Konflikts im März steht Gold-ETFs einem anhaltenden Druck durch Mittelabflüsse gegenüber; bis heute ist die Rückeroberung des verlorenen Terrains noch nicht vollständig gelungen. Bitcoin-ETFs hingegen zeigen das genaue Gegenteil: Sie verzeichnen durchgehend Netto-Mittelzuflüsse über drei Monate hinweg.
Die Analysten ordneten dies direkt als strukturellen Wandel der Anlegerpräferenzen ein: „Das Ziel-Asset der Wertaufbewahrungs-Investments hat sich von Gold zu Bitcoin verlagert.“ Unter „Wertaufbewahrungs-Investments“ versteht man Käufe von Bitcoin oder Gold durch Investoren, um das Risiko eines Rückgangs der Kaufkraft von Fiatwährungen abzufedern; besonders aktiv sind solche Strategien in Phasen, in denen die geopolitische Unsicherheit steigt oder Inflationssorgen zunehmen. Die Momentum-Signale von Bitcoin und Gold (die von Commodity Trading Advisors wie CTA als Positionsreferenz genutzt werden) haben sich nach Ausbruch des Konflikts beide erholt, doch die Differenzierung der Geldströme zeigt, dass die relative Attraktivität von Bitcoin weiter zunimmt.
JPMorgan-Analysten betonen, dass diese Bitcoin-Aufstockung nicht nur auf ETF-Trades von Privatanlegern beschränkt ist. Anhand von wiederholt neuen Höchstständen bei den institutionellen Positionierungsindikatoren für CME-Bitcoin-Futures und Off-Exchange-Perpetuals wird deutlich, dass institutionelle Investoren ihre Bitcoin-Exponierung parallel über den Derivatemarkt verstärken.
Darüber hinaus weisen die Analysten darauf hin, dass eine weitere indirekte Zuteilungs-Route sowohl für Institutionen als auch Privatanleger darin besteht, über das Halten von Strategy-Aktien (ursprünglich MicroStrategy) zu investieren. Die Eigentümerstruktur von Strategy ist nahezu gleichmäßig zwischen Privatinvestoren und institutionellen Investoren aufgeteilt, wodurch das großskalige Ansammeln von Coins zu einem gemeinsamen indirekten Übertragungsmechanismus wird, der die Bitcoin-Exponierung beider Investorengruppen gleichzeitig erhöht.
Strategy ist derzeit weiterhin der größte Bitcoin-Unternehmensinhaber weltweit und hat seit Jahresbeginn die Akkumulation sogar beschleunigt. Laut einer Prognose von JPMorgan könnte, wenn sich das derzeitige Tempo der Aufstockungen von Strategy fortsetzt, das Kaufvolumen an Bitcoin im Gesamtjahr etwa 30 Milliarden US-Dollar erreichen. Das würde eine anhaltende und deutlich spürbare strukturelle Wirkung auf die Angebots- und Nachfragestruktur am Bitcoin-Markt entfalten.
Unter „Wertaufbewahrungs-Investments“ versteht man Käufe von Vermögenswerten, die gegen Inflation oder gegen den Verfall von Währungen abgesichert sind, um den Rückgang der Kaufkraft von Fiatwährungen abzufedern; traditionell steht dabei Gold im Mittelpunkt. JPMorgan-Analysten sind der Ansicht, dass sich nach dem Iran-Konflikt die Anlegerpräferenz bei der ETF-Geldflussrichtung eine klar erkennbare relative Überlegenheit für Bitcoin zeigt: Bitcoin übernimmt zunehmend Teile der traditionellen Rolle, die Gold früher spielte – insbesondere in Marktsituationen, in denen die geopolitische Unsicherheit weiter anzieht.
Im Wesentlichen gibt es drei Kanäle: erstens die direkte Allokation über Spot-Bitcoin-ETFs; zweitens der Aufbau einer gehebelten Exponierung über CME-Bitcoin-Futures und Off-Exchange-Perpetuals (wobei der JPMorgan-Positionsindikator wiederholt neue Höchststände erreicht); und drittens der indirekte Erhalt einer Bitcoin-Exponierung durch das Halten von Strategy-Aktien, wobei die Aktionärsstruktur der gehaltenen Beteiligungen nahezu gleichmäßig auf institutionelle und Privatanleger verteilt ist.
Wenn ein annualisiertes Kaufvolumen von 30 Milliarden US-Dollar tatsächlich eintritt, würde das eine deutliche strukturelle Unterstützung auf der Nachfrageseite des Bitcoin-Markts liefern. Das würde die zirkulierende Angebotsmenge im öffentlichen Markt verknappen und möglicherweise die Erzählung von Bitcoins Knappheit zusätzlich verstärken. Voraussetzung für diese Prognose ist jedoch, dass Strategy den aktuellen Aufstockungsrhythmus beibehält und das Marktumfeld weiterhin eine skalierbare Finanzierung in großem Stil ermöglicht.
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