Die Deutsche Bank hat ihre Gold-Preisziele für die zweite Hälfte des Jahres 2026 um ungefähr 20% gesenkt. Als Grund nannte sie laut Research-Analyst Michael Hsueh in einer am Dienstag veröffentlichten Notiz eine schwindende Nachfrage der Anleger, die mit Bedenken hinsichtlich der geldpolitischen Aussichten der Federal Reserve einhergehe. Die Bank erwartet nun, dass Gold im Q3 2026 im Durchschnitt 4.300 US-Dollar je Unze notiert, was über 22% unter der bisherigen Prognose liegt, bevor es im Q4 auf 4.800 US-Dollar steigt – was einer Reduktion um 17% entspricht. Hsueh führte die Abwärtskorrektur auf eine Neubewertung durch die Fed sowie robuste US-Makrodaten zurück, die die Hauptrolle dabei gespielt hätten, Gold nach unten zu drücken. Gleichzeitig merkte er an, dass Abflüsse bei goldbesicherten ETFs zeigten, dass die übliche Unterstützung der Anleger „bemerkenswert abwesend“ sei.
Deutsche Bank senkt Gold-Ziel für Q3 2026 auf $4,300, für Q4 auf $4,800
Die Deutsche Bank erwartet nun, dass die Goldpreise im dritten Quartal des Jahres im Durchschnitt 4.300 US-Dollar je Unze betragen, was über 22% unter der vorherigen Einschätzung liegt, bevor es im Q4 auf 4.800 US-Dollar steigt – was weiterhin einer Reduktion um 17% gegenüber der bisherigen Prognose entspricht. „Fed-Neubewertung, zusammen mit robusten US-Makrodaten, hat die primäre Rolle dabei gespielt, Gold nach unten zu drücken“, schrieb Hsueh in der am Dienstag veröffentlichten Research-Notiz.
Deutsche Bank warnt: Zinserhöhungen der Fed könnten Gold auf $3,800 drücken
Hsueh warnte, dass das Ziel der Bank für das vierte Quartal auf der Erwartung beruhe, dass die Fed die Zinsen bis 2026 stabil hält. Wenn die Zentralbank jedoch entscheidet, die Zinsen so oft wie drei bis vier Mal anzuheben, könnte Gold bis auf 3.800 US-Dollar fallen.
ETF-Abflüsse und chinesische Abschläge signalisieren schwache Anlegernachfrage
Hsueh fügte hinzu, dass die anhaltenden Abflüsse aus goldbesicherten Exchange-Traded Funds zeigten, dass die übliche Unterstützung der Anleger „bemerkenswert abwesend“ sei. Zudem bedeuteten chinesische Abschläge gegenüber den Comex-Preisen, dass für Importe aus dem Festland keine Unterstützung für den Markt zu erwarten sei.
Nachfrage der Zentralbanken bleibt eine starke Stütze
„Die eine Säule, die weiterhin stark bleibt, ist die Nachfrage der Zentralbanken“, sagte Hsueh, „und wir erwarten, dass dies für einige Zeit so bleiben wird.“
Deutsche Bank prognostizierte Mitte April $6,000 Gold – vor der Revision
Noch bis Mitte April prognostizierte die Deutsche Bank, dass Goldpreise in den Bereich von 6.000 US-Dollar je Unze steigen könnten. Getrieben worden sei dies durch Sorgen über Haushaltsdefizite, Abflüsse im Zuge der Entdollarisierung sowie die laufende Umschichtung weg von US-Treasuries durch Zentralbanken aus Schwellenländern. Am 3. Februar sagte Hsueh, dass der Goldmarkt trotz der zu diesem Zeitpunkt beobachteten Volatilität weiterhin darauf hindeute, dass 6.000 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende erreicht werden. „Die thematischen Treiber für Gold bleiben positiv, und wir glauben, dass sich die Logik der Anleger für Gold (und Edelmetall-)Allokationen nicht geändert hat. Die Bedingungen wirken nicht so, als seien sie für eine nachhaltige Trendwende bei den Goldpreisen vorbereitet, und wir ziehen einige Vergleiche zwischen dem heutigen Umfeld und dem Kontext für die Schwäche von Gold in den 1980er-Jahren und 2013“, sagte Hsueh in seinem Bericht. Er fügte hinzu, dass die chinesische Investitionsnachfrage eine wichtige Stütze bleiben werde. Dabei verwies er darauf, dass selbst dann, wenn die westlichen Goldpreise fielen, die Aufschläge an der Shanghai Gold Exchange weiterhin hoch geblieben seien.
FAQ
Worauf hat die Deutsche Bank ihre Gold-Preisziele für 2026 revidiert?
Die Deutsche Bank hat ihre Gold-Preisziele auf 4.300 US-Dollar je Unze für Q3 2026 (down über 22% gegenüber der bisherigen Prognose) und 4.800 US-Dollar für Q4 2026 (down 17% gegenüber der vorherigen Prognose) gesenkt, wie der Research-Analyst Michael Hsueh in einer am Dienstag veröffentlichten Notiz erklärte.
Warum hat die Deutsche Bank ihre Goldpreis-Prognosen gesenkt?
Hsueh führte die Abwärtsrevision auf die Fed-Neubewertung und robuste US-Makrodaten zurück, die die Hauptrolle dabei gespielt hätten, Gold nach unten zu drücken. Gleichzeitig zeigten die anhaltenden Abflüsse aus goldbesicherten ETFs, dass die übliche Unterstützung der Anleger bemerkenswert abwesend sei, und chinesische Abschläge gegenüber Comex-Preisen bedeuteten, dass Importe aus dem Festland nicht als Marktschub erwartet werden sollten.
Welches Szenario könnte laut der Deutschen Bank Goldpreise auf $3,800 drücken?
Hsueh warnte, dass Gold bis auf 3.800 US-Dollar fallen könnte, wenn die Federal Reserve im Jahr 2026 entscheidet, die Zinsen so oft wie drei bis vier Mal anzuheben. Das steht im Vergleich zum Q4-Basisszenario der Bank von 4.800 US-Dollar, das davon ausgeht, dass die Fed die Zinsen bis 2026 stabil hält.