Bernstein warnt: Der Markt missinterpretiert das CLARITY-Gesetz, Circle hält das Kursziel von 190 Dollar aufrecht.

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Markt missversteht CLARITY-Gesetz

Der Gesetzentwurf des „CLARITY-Gesetzes“ schlägt vor, die Meldungen über die Begrenzung der Erträge passiver Stablecoins einzudämmen; nachdem diese Nachricht geleakt wurde, fiel der Kurs von Circle innerhalb von fünf Tagen um fast 21 % auf etwa 104 US-Dollar. Allerdings veröffentlichten Analysten der Investmentbank Bernstein am 26. März einen Bericht, der diese Verkaufswelle ausdrücklich als Folge einer Fehlinterpretation des Gesetzentwurfs zum „CLARITY-Gesetz“ durch den Markt einordnet, und sie hielten an ihrem Kursziel von 190 US-Dollar für Circle fest.

Ursprung der Fehlentscheidung durch Marktpanik: Der entscheidende Anwendungsbereich des Gesetzes wurde übersehen

Der Kern der Logik hinter dem massiven Kurssturz von Circle ist die Befürchtung, dass der Gesetzentwurf des „CLARITY-Gesetzes“ eine Einschränkung für „passive Stablecoin-Erträge“ vorsieht und dadurch direkt das zentrale Geschäftsmodell der Stablecoin-Emittenten gefährdet. Bernstein ist der Ansicht, dass der Markt bei der Auslegung dieses Entwurfs eine grundlegende konzeptionelle Verwechslung begeht.

Die tatsächliche Zielrichtung des Entwurfs ist die Begrenzung von „Idle Yield“ – also einer ertragsähnlichen, wie bei Bankeinlagen wirkenden Vergütung, die Nutzer rein dadurch passiv erhalten, dass sie Stablecoins halten. Gleichzeitig lässt der Entwurf Raum für „aktivitätsbasierte Belohnungen“, die mit echten Handlungen wie Zahlungen und der Nutzung von Plattformen zusammenhängen. Das Problem liegt in der sehr weit gefassten Formulierung im Entwurf, wonach es sich „wirtschaftlich gleich wie Zinsen“ verhalte; dadurch bleibt der Text für unterschiedliche Interpretationen offen, was eine weitreichende Unsicherheit auslöst.

Bernsteins zentrales Rahmenwerk: Emittenten vs. Distributoren – zwei völlig unterschiedliche rechtliche Positionen

Der entscheidende Punkt in Bernsteins Analyse besteht darin, den Unterschied in der Behandlung zweier unterschiedlicher Rollen im Stablecoin-Ökosystem unter dem „CLARITY-Gesetz“ zu klären:

Stablecoin-Emittenten (Issuer, z. B. Circle): Die Ertragsquelle ist das Anlegen der USDC-Reserven in risikoarme Vermögenswerte wie kurzfristige US-Staatsanleihen. Das ist eine Vermögensallokationshandlung und keine direkte Zahlung von Zinsen an Nutzer; Bernstein zufolge ist dieses Modell nicht das Hauptziel der Regulierung im Rahmen des Gesetzes

Ertrags-Distributoren (Distributor): Die Rolle besteht darin, die aus den Reserven erwirtschafteten Erträge über eine Plattform an Endnutzer weiterzureichen, was einer Art „Ertragsvermittlung“ entspricht; die im Entwurf enthaltene Einschränkung für die Verteilung von Bankeinlagen-ähnlichen Zinsen dürfte diese Art von Akteur noch direkter betreffen

Auf Basis dieses Analyse-Rahmens hält Bernstein an seinem Kursziel von 190 US-Dollar für Circle fest und ist der Meinung, dass der aktuelle Kurs von 104 US-Dollar im Vergleich zu den Fundamentaldaten deutlich unterbewertet ist; die panikgetriebene Verkaufswelle der Anleger spiegele nicht das tatsächliche rechtliche Risiko von Circle wider.

Ungewissheit beim Gesetzgebungsweg: Coinbase ist dagegen und das Gesetz könnte ins Stocken geraten

Es ist jedoch bemerkenswert, dass Bernsteins Auslegung nicht als Branchenkonsens gilt. Coinbase hat bereits offiziell eine Gegenposition zum Gesetzentwurf des „CLARITY-Gesetzes“ eingereicht und warnt, dass unklare Regeln den normalen Betrieb des Stablecoin-Systems beeinträchtigen könnten. Wenn die wichtigsten Marktteilnehmer keine Einigung über den weiteren Verlauf der Bestimmungen erzielen können, besteht das Risiko, dass das Gesetzgebungsverfahren ins Stocken gerät.

Der Gesetzentwurf zum „CLARITY-Gesetz“ befindet sich derzeit noch in der Beratungsphase im Parlament; bevor der endgültige Text offiziell verabschiedet wird, gibt es noch Spielraum für Änderungen. Die Formulierung „wirtschaftlich gleich wie Zinsen“ dürfte zu einem zentralen Streitpunkt der anschließenden Gesetzgebungs- und Verhandlungsrunden werden. Bernsteins Analyse liefert eine wichtige Gegenperspektive, doch der endgültige Kurs des Gesetzes bleibt die entscheidende Ungewissheit, die die Bewertung kryptobezogener Aktien beeinflussen kann.

Häufige Fragen

Warum ist Bernstein der Ansicht, dass der Markt das „CLARITY-Gesetz“ falsch interpretiert hat?

Bernstein weist darauf hin, dass der Markt den entscheidenden Unterschied zwischen „Emittenten“ und „Distributoren“ im Gesetzentwurf übersehen hat. Circle als Emittent erzielt seinen Ertrag durch das Anlegen von Reserven und zahlt den Nutzern nicht direkt Zinsen; während die Rolle eines Distributors, wie etwa bei Coinbase, bei der Weiterleitung der Erträge an Nutzer das ist, worauf der Gesetzentwurf in erster Linie abzielt.

Wie lautet Bernsteins Kursziel und Rating für Circle?

Bernstein hält an seinem „Outperform“-Rating für Circle fest; das Kursziel beträgt 190 US-Dollar. Er ist der Meinung, dass der jüngste Rückgang des Circle-Kurses auf etwa 104 US-Dollar eine Überreaktion darstellt und im Vergleich zu den Fundamentaldaten erhebliches Unterbewertungspotenzial besteht.

Ist die Auswirkung des „CLARITY-Gesetzes“ auf Coinbase größer als auf Circle?

Laut Bernsteins Analyse-Rahmenwerk ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Geschäftsmodelle von Coinbase als Ertrags-Distributor stärker durch den Gesetzentwurf eingeschränkt werden als bei Circle. Coinbase hat bereits offiziell Widerspruch gegen den Gesetzentwurf eingelegt, warnt, dass unklare Klauseln das Stablecoin-System beeinträchtigen könnten, und fordert klarere Regeln zur Abgrenzung.

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