Laut Berichten, die am Dienstag in Umlauf kamen, prüft Apple derzeit erste Gespräche mit Intel und Samsung, um eine alternative Chip-Lieferquelle neben TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) aufzubauen. Obwohl TSMC seine Spitzenposition kurzfristig nur schwer verlieren dürfte, treiben geopolitische Risiken sowie der strategische Druck zur Diversifizierung der Lieferkette Apple dazu, seine Chip-Lieferquellen anzupassen.
Engpässe in der Lieferkette! Apple sucht zum ersten Mal nach Chip-Optionen jenseits von TSMC
Laut einem Bericht von Bloomberg sucht Apple nach einer Zusammenarbeit mit Intel und Samsung bei der Produktion wichtiger Prozessoreinheiten für seine Kern- bzw. wichtigsten Geräte. Informierte Kreise zufolge hat Apple bereits mit Intel Gespräche über den Foundry-Service (Halbleiter-Auftragsfertigung) aufgenommen und hochrangige Vertreter entsandt, um die fortgeschrittenen Chipfabriken in Augenschein zu nehmen, die Samsung in Texas derzeit noch im Bau hat. Aktuell haben beide Seiten noch keine Bestellung vereinbart; die Verhandlungen befinden sich weiterhin in einem sehr frühen Erkundungsstadium, sodass unklar bleibt, ob es am Ende zu einer Zusammenarbeit kommt.
Der unmittelbare Grund für die Suche nach einem Ausweich-Lieferanten ist der jüngste, besonders ernste Chipmangel. Der massive Ausbau von KI-Rechenzentren erhöht die Nachfrage nach Chips mit fortschrittlichen Fertigungsprozessen; zudem verkaufen sich Mac-Modelle, die KI-Modelle lokal ausführen können, besser als erwartet. Der doppelte Druck führt dazu, dass Apples Kernprozessorversorgung knapp wird.
Auch Apple-CEO Tim Cook räumte in der Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen der Vorperiode ein, dass der Chipmangel bei iPhone und Mac das Wachstum des Unternehmens einschränkt: „Wir haben in unserer Lieferkette weniger Flexibilität als sonst.“ Er geht davon aus, dass es noch einige Monate braucht, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden.
(Apple-Finanzbericht: iPhone- und Mac-Nachfrage stark, Cook spricht offen von Sorgen in der Lieferkette)
Intel und Samsung bleiben hinter TSMC zurück, kurzfristig kaum ersetzbar
Obwohl Gerüchten zufolge Apple nach Ausweichoptionen sucht, geht die Branche überwiegend davon aus, dass Intel und Samsung die dominierende Stellung von TSMC kurzfristig nicht ernsthaft erschüttern können. Laut dem Bericht können die beiden Unternehmen „keine Kapazitäten mit einem so zuverlässigen Qualitäts- bzw. Yield-Niveau wie TSMC“ bereitstellen. TSMC ist dank einer über zehnjährigen, tiefen Zusammenarbeit sowie der fortschrittlichsten Fertigungstechnologie bis heute der wichtigste Partner in Apples Lieferkette.
Für Intel ist die Gewinnung von externen Foundry-Kunden einer der zentralen Punkte im Wiederbelebungsplan des CEO Lip-Bu Tan. Das Unternehmen arbeitet daran, sich aus dem Schatten früherer, wiederkehrender Misserfolge im Foundry-Geschäft zu lösen; falls Intel den Apple-Auftrag an Land ziehen kann, wäre das ein bedeutendes Symbol für die Rückkehr in alte Glanzzeiten. Gleichzeitig kann eine Kooperation auch dazu beitragen, Apples Beziehung zum Weißen Haus zu verbessern, denn Intel ist als vom Trump-Regime stark geförderter „nationaler strategischer Hersteller“ eng in politische Zielsetzungen eingebunden.
Samsung steht im weltweiten Foundry-Markt derzeit auf Platz zwei und könnte zudem durch die Einführung bei Apple einen positiven Effekt für seine Marke und sein Geschäft erzielen.
(Top-Profiteur des CoWoS-Outsides von TSMC? Intel EMIB-Yield Berichten zufolge bei 90%, fortschrittliche Verpackung als Schlüssel zur Trendwende)
Zwar bleibt dies so, doch langfristige Risiken dürfen nicht ignoriert werden: Apples Lieferkettenstrategie hatte in der Vergangenheit für jedes bedeutende Bauteil stets mehrere Lieferanten. TSMC, das langfristig die Kernchips für Apple exklusiv liefert, stellt eigentlich eine Ausnahme dar. Cook hatte bereits 2022 gewarnt: „Wenn 60% der Kapazitäten an einem einzigen Ort konzentriert sind, ist das möglicherweise keine strategische Aufstellung.“
Er hat über Jahre hinweg die Konzentration des Risikos auf Taiwan als ein Problem eingestuft, das unbedingt gelöst werden muss – insbesondere vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage, in der China die Befreiung Taiwans niemals zugunsten friedlicher Mittel aufgegeben hat. Aktuell baut TSMC sein Werk in Phoenix, Arizona, USA, aktiv aus; bis 2026 soll es Apple 100 Millionen Chips liefern können. Das ist jedoch nur ein winziger Teil des gesamten jährlichen Auslieferungsvolumens von Apple und reicht bei Weitem nicht aus, um das Risiko ausreichend zu streuen.
Mit Blick nach vorn dürfte Apple TSMC möglicherweise nicht „abschalten“, doch der Anteil von TSMC an den Apple-Aufträgen wird voraussichtlich zurückgehen, sobald Intel und Samsung schrittweise hinzukommen. Für TSMC geht es dabei nicht nur um Marktanteile, sondern auch um den langfristigen Vorteil bei der Verhandlungsposition.
Dieser Artikel Apple sucht Intel- und Samsung-gesponserte Chipfertigung, TSMCs Alleinstellung steht vor Herausforderungen erschien zuerst auf der Ketten-News ABMedia.
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