Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten zeigt der Kryptowährungsmarkt erstaunliche Widerstandskraft. Bitcoin hat heute (4.) die Marke von 69.000 USD durchbrochen und nähert sich erneut der 70.000 USD-Marke. Marktanalysen deuten darauf hin, dass dieser Anstieg eher durch eine technische Gegenbewegung getrieben wird, die von „Short-Positionen“ ausgelöst wurde, anstatt auf eine Rückkehr des „bullischen Glaubens“ der Investoren.
Der Krypto-Marktmakler Enflux weist darauf hin, dass der Markt weder die Katastrophe vollständig eingepreist noch optimistisch auf eine Entspannung der Lage setzt. Am vergangenen Wochenende nutzten Short-Positionen die Nachrichten über militärische Konflikte im Nahen Osten, was den Bitcoin zeitweise auf 63.000 USD sinken ließ. Doch als die Marktteilnehmer erkannten, dass sich die Situation nicht sofort zu einem umfassenden regionalen Krieg ausweitete, wurden die lang gehaltenen Short-Positionen abrupt aufgelöst, was zu einem „Short Squeeze“ führte.
Enflux beschreibt in seinem Bericht, dass die Reaktion der Kryptowährungen auf geopolitische Schocks deutlich schneller erfolgt als bei traditionellen Vermögenswerten:
Wenn das Feuer entfacht oder Sanktionen verschärft werden, suchen Gelder eilig nach Fluchtwegen. In turbulenten Zeiten fungiert Bitcoin oft als „Druckventil“.
Obwohl die Stimmung bei Privatanlegern noch zögerlich ist, investieren institutionelle Akteure weiterhin aktiv. Daten zeigen, dass in den letzten fünf Handelstagen Bitcoin-Spot-ETFs kontinuierlich Kapital angezogen haben, mit einem Nettozufluss von insgesamt 1,45 Milliarden USD. On-Chain-Daten und Derivate-Marktindikatoren deuten jedoch darauf hin, dass sich der Markt noch in einer „Erholungsphase“ befindet. Glassnode berichtet, dass der Relative Strength Index (RSI) von Bitcoin von 36 in der letzten Woche auf etwa 41 gestiegen ist. Obwohl sich die Dynamik verbessert hat, liegt der Wert noch unter der 50er-Marke, was darauf hindeutet, dass die Bullen noch keine absolute Dominanz besitzen.
Auch die Lage im Spot-Markt hat sich verbessert: Das Handelsvolumen stieg von etwa 6,6 Milliarden USD in der Vorwoche auf rund 9,6 Milliarden USD. Käufer und Verkäufer sind ausgeglichener, was darauf hindeutet, dass die vorherige Panikverkäufe vorüber sind.
Dennoch bleibt der Derivate-Markt vorsichtig. Glassnode zeigt, dass die Kosten für gehebelte Long-Positionen deutlich gesunken sind, während im Futures-Markt die Verkäufer noch die Oberhand behalten. Dies deutet darauf hin, dass Leverage-Trader nach wie vor vorsichtig sind.
Marktprognosedaten spiegeln eine ähnliche Stimmung wider: Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im März auf 65.000 USD fällt, ist um 11 Prozentpunkte auf 73 % gesunken; die Chance, auf 60.000 USD zu fallen, ist um 10 Prozentpunkte auf 41 % gefallen. Auf der dezentralen Prognoseplattform Polymarket ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin zuerst 60.000 USD erreicht, anstatt 80.000 USD, um 12 Prozentpunkte auf 61 % gefallen.
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