Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bekräftigt der Gründer des weltweit größten Absicherungsfonds „Bridgewater Associates“, Ray Dalio, erneut seine Unterstützung für Gold und stellt Bitcoin in Frage. Gleichzeitig liefert der Markt jedoch eine nachdenklich stimmende Reaktion.
Am Dienstag äußerte sich Ray Dalio, bekannt als „Krokodil-König“, in seinem bekannten Podcast „All-In Podcast“ dahingehend, dass Investoren Bitcoin nicht mehr mit Gold vergleichen sollten. Er listete die drei Hauptkritikpunkte an Bitcoin auf: „Mangel an Zentralbank-Backing“, „keine Privatsphäre“ und „Bedrohung durch Quantencomputing“ und bekräftigte, dass „Gold der wahre Gott“ sei.
Er sagte: „Auf dieser Welt gibt es nur ein Gold“, „Gold ist die reifste Währung“ und die zweitgrößte Reservewährung der Zentralbanken weltweit.
Doch der Markt hat diesen Worten eine deutliche Abfuhr erteilt. Am Tag, an dem Dalio diese Aussagen machte, fiel der Goldpreis um 168 US-Dollar auf 5.128 US-Dollar pro Unze, ein Tagesverlust von 3 %. Im Gegensatz dazu korrigierte Bitcoin nur leicht um 0,7 % und blieb stabil bei etwa 68.700 US-Dollar.
Derzeit befinden sich die Kriege zwischen den USA und Iran im fünften Tag, und die Märkte sind in einer Phase hoher geopolitischer Unsicherheit. Dalio, der stets Gold als das stärkste Schutzschild in Krisenzeiten sieht, erlebt ironischerweise, dass Gold in den Zeiten größter Flucht in sichere Anlagen stärker fällt als Kryptowährungen.
Tatsächlich ist die „Entkopplung“ der Kursentwicklungen von Bitcoin und Gold kein neues Phänomen. Zwischen Juli und Anfang Oktober letzten Jahres entwickelten sich beide noch synchron, bis eine 200-Milliarden-Dollar-Liquidation im Kryptomarkt die beiden Kurse trennte.
Seit dem Hoch im Oktober hat Bitcoin mehr als 45 % verloren, während Gold in diesem Zeitraum eine starke Rally von bis zu 30 % hinlegte und die Marke von 5.100 US-Dollar durchbrach.
Bei den Marktbewegungen während der aktuellen geopolitischen Konflikte zeigt sich: Zu Beginn der militärischen Angriffe am Samstag stieg der Goldpreis kurzfristig an, doch als die Kämpfe sich ausweiteten und die Sorge um eine Unterbrechung der Ölversorgung zunahm, konnte Gold den Aufschwung nicht halten und gab alle Gewinne wieder ab. Bitcoin hingegen erlebte am Samstag einen panikartigen Ausverkauf, erholte sich jedoch am Sonntag nach der Nachricht vom Tod des iranischen Obersten Führers Khamenei deutlich.
Diese turbulenten Schwankungen bestätigen eine bittere Wahrheit: Kein Asset kann in diesem Moment als perfekter „sicherer Hafen“ dienen. Beide erleben starke Volatilität, wobei Bitcoin im Vergleich eine geringere Schwankungsbreite aufweist.
Ehrlich gesagt ist Dalios Skepsis gegenüber Kryptowährungen keine Neuigkeit. Er kritisiert die „Transparenz“ von Bitcoin, da „jede Transaktion überwacht und sogar direkt manipuliert werden könnte“. Er bezweifelt stark, dass Zentralbanken große Mengen einer auf öffentlichen Ledger basierenden Asset anhäufen könnten; zudem warnt er erneut vor Quantencomputing als langfristige Bedrohung für die Existenz von Bitcoin.
Dennoch ist Dalio nicht vollständig pessimistisch gegenüber Bitcoin. Für Diversifikation hält er in seinem persönlichen Portfolio etwa 1 % Bitcoin. Bereits im Juli letzten Jahres empfahl er mutig, bei der zunehmenden Verschuldung der USA 15 % des Kapitals in Bitcoin oder Gold zu investieren, und bezeichnete dies als die „beste Risiko-Rendite-Option“.
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