
Ein Analystenbericht des Kryptowährungs-Market Makers Wintermute stuft Aktien und Kryptowährungen als „risikoreduzierte, austauschbare Vermögenswerte“ ein. Durch den Vergleich eigener Daten zu Krypto-Investoren mit den Retail-Aktienkapitalflüssen von JPMorgan werden entscheidende Erkenntnisse gewonnen: Im Jahr 2025 fließen Privatanleger in bisher ungekanntem Tempo in den Aktienmarkt, während sie sich gleichzeitig von Kryptowährungen abwenden. Dies markiert einen grundlegenden strukturellen Wandel in der Beziehung zwischen den beiden Märkten.

(Quelle: Wintermute)
Laut Wintermute bleiben Aktien- und Kryptomärkte bis Ende 2024 in positiver Korrelation: Die optimistische Stimmung traditioneller Investoren treibt gleichzeitig den Kauf digitaler Vermögenswerte an. Ab 2025 zeigt sich jedoch eine deutliche Trennung: Die Volatilität der Korrelation zwischen Retail-Aktivitäten und Meme-Coins bestätigt diesen Wandel – Investoren rotieren zwischen verschiedenen Sektoren, anstatt alle Vermögenswerte gleichzeitig zu kaufen.
Wintermute erklärt eindeutig: „Die zunehmende Beteiligung am Aktienmarkt ersetzt Kryptowährungen, anstatt mit ihnen zu konkurrieren.“
Meme-Coins und KI-Agents als „Zwischenspiel“: Wenn die Aktienmärkte stagnieren, wenden sich Privatanleger vorübergehend Meme-Coins und KI-Agents zu – doch dies ist nur eine kurze Übergangslösung.
Resilienz der Aktien in wirtschaftlichen Abschwüngen: Ob bei den US-Zöllen im April 2025 oder jüngsten Marktturbulenzen – Privatanleger kaufen weiterhin aktiv Aktien.
Ab Oktober 2025: Vollständige Trendwende: Der Markt hat sich fast vollständig auf Aktien verlagert, und dieser Trend besteht bis heute ohne Umkehr.
Wintermute weist weiter darauf hin, dass das Retail-Aktivitätsniveau bei traditionellen Produkten jetzt ein wichtiger Frühindikator für Krypto-Investoren ist, um Zeitfenster zu erkennen, in denen die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten nachhaltiger werden könnte.
Der Bericht analysiert die Reifung des Kryptomarktes tiefgehend. Mit mehr erfahrenen Investoren und der Verbreitung neuer Liquiditätsinstrumente wie Bitcoin-Spot-ETFs hat sich die für vergangene Zyklen typische „reflexive Volatilität“ deutlich abgeschwächt.
Gleichzeitig bringt die Reifung strukturelle Herausforderungen mit sich: Das Gesamtmarktkapital von Kryptowährungen liegt bereits bei 2,3 Billionen USD. Um ein nachhaltiges Wachstum zu fördern, sind deutlich höhere Kapitalzuflüsse erforderlich als vor fünf Jahren. Ein Analyst von Wintermute ergänzt: „Mit sinkender Volatilität schwächt sich auch der Hauptvorteil von Kryptowährungen für Investoren ab. Die extremen Schwankungen in den Zyklen 2021–2022 und die damit verbundenen massiven Neuzugänge an Teilnehmern sind heute nicht mehr so ausgeprägt. Für Privatanleger, die auf Volatilität setzen, werden Aktien immer attraktiver.“
Wintermute fasst zusammen, dass Kryptowährungen zwar weiterhin eine bedeutende Rolle im Portfolio spielen, digitale Vermögenswerte aber heute nur noch eines von mehreren Anlageinstrumenten sind und nicht mehr primär für Spekulationen genutzt werden.
Wintermute erklärt, dass Investoren zunehmend dazu neigen, Aktien und Kryptowährungen als austauschbare risikobehaftete Anlagen zu betrachten, wobei sie je nach Marktumfeld zwischen beiden hin- und herwechseln. Bei Marktaktivität steigen die Privatanleger in Aktien ein, bei Stagnation fließt Kapital zurück in Krypto. Es entsteht eine substitutive, keine komplementäre, strukturelle Beziehung.
Das liegt vor allem an zwei Faktoren: Erstens steigt die Attraktivität des Aktienmarktes, insbesondere während Turbulenzen, bei denen Privatanleger weiterhin massiv Aktien kaufen. Zweitens sinkt die Volatilität von Kryptowährungen, was die Anziehungskraft für renditeorientierte Privatanleger verringert. Die extremen Schwankungen und der damit verbundene explosive Zuwachs an Teilnehmer in den Jahren 2021–2022 sind heute kaum noch reproduzierbar.
Wintermute weist darauf hin, dass eine größere Marktkapitalisierung einen proportionalen Preisanstieg erfordert, für den deutlich höhere Kapitalzuflüsse notwendig sind als in kleineren Phasen. Diese strukturelle Veränderung verringert die Volatilität des Marktes und ist ein wesentlicher Hintergrund für die zunehmende Korrelation mit Aktien.
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