
Im Juni hat Crusoe die Entwicklung des „Jade“-Rechenzentrumsareals nahe Cheyenne in Wyoming mit einer installierten Kapazität von 1,8 Gigawatt auf ausdrückliche Anweisung des Kunden vorläufig gestoppt; wenige Tage später kündigte Avista eine Unterbrechung der Bearbeitung des Antrags für den Bau eines 500-Megawatt-Datenzentrums in Spokane County an, nachdem es zuvor über 5.000 Beschwerden aus der Community gegeben hatte, der Stadtrat eine Aussetzung vorgeschlagen hatte und zudem Bedenken hinsichtlich der Kosten für Steuerzahler sowie zurückgelassener Schadstoffbelastungen vom früheren Gelände der ehemaligen Caesar-Aluminiumraffinerie bestanden.
Hintergrund der beiden Aussetzungsfälle in Wyoming und Spokane
Jade-Projekt in Wyoming: Crusoe hat die Entwicklungstätigkeiten für das Jade-Projektareal nahe Cheyenne mit einer installierten Kapazität von 1,8 Gigawatt auf ausdrückliche Anweisung des Kunden vorläufig gestoppt. Selbst wenn der Standort über bestehende Strom-Infrastruktur verfügt, konnte dies eine Aussetzung nicht verhindern.
500-Megawatt-Datenzentrum in Spokane County: Avista kündigte die Aussetzung der Bearbeitung des Antrags an, nachdem das Unternehmen über 5.000 Beschwerden aus der Community erhalten hatte, der Stadtrat eine Aussetzung vorgeschlagen hatte und Bedenken hinsichtlich der Kosten für Steuerzahler sowie zurückgelassener Schadstoffbelastungen vom früheren Gelände der ehemaligen Caesar-Aluminiumraffinerie geäußert wurden.
Laut einem Bericht von ZeroHedge belegen die beiden genannten Fälle erneut, dass selbst Versorgergesellschaften, die über bestehende Strom-Infrastruktur verfügen und beabsichtigen, Dienstleistungen bereitzustellen, nicht vor Widerstand aus der Bevölkerung gefeit sind.
Umfragewerte: 71% Ablehnung im Vergleich zu 53% bei Kernenergie
Laut den in dem Artikel zitierten Umfragedaten lehnen 71% der US-Amerikaner den Bau von KI-Datenzentren in ihrer Region ab, darunter 48% mit starker Ablehnung; im Vergleich dazu liegt die Ablehnungsquote für den Bau von Kernkraftwerken in derselben Region bei 53%. Die Akzeptanz von KI-Datenzentren bei den lokalen Bürgern liegt sogar unter dem Niveau, das Kernanlagen in ihrer historisch umstrittensten Phase erreicht haben.
Sightline Climate-Analyse im April: Hälfte der geplanten Kapazitäten droht Verschiebung oder Streichung
Laut einer Analyse von Sightline Climate, die im April 2026 veröffentlicht wurde (ZeroHedge hatte damals bereits darüber berichtet), sieht sich etwa die Hälfte der geplanten US-Datenzentrumskapazität, die ursprünglich 2026 in Betrieb gehen sollte, mit einer Verzögerung oder einer vollständigen Streichung konfrontiert; einige Analysen deuten darauf hin, dass die Streichungsquote bei kontroversen Projekten bei rund 40% liegt.
Weitere bereits eingetretene Widerstandsbeispiele, die der Artikel dokumentiert, umfassen: in Maryland und Georgia ausgebrochene Enteignungsstreitigkeiten rund um Übertragungsleitungen; den Ausstieg von Compass, das von Brookfield unterstützt wird, aus einem wichtigen Korridorplan für Übertragungsleitungen im Norden Virginias; sowie in Texas bis in den Mittleren Westen, wo Proteste aus der Community dazu geführt haben, dass Pläne im Volumen von mehreren Milliarden US-Dollar entweder aufgeschoben oder verzögert wurden.
Auswirkungen auf Aktien der Nuklearbranche: Nachfrage-Logikannahmen bei OKLO, SMR, NNE, CCJ
ZeroHedge zufolge stützen sich die Kursgewinne in Nuklearaktien wie Oklo (OKLO), NuScale (SMR), NANO Nuclear (NNE) und Cameco (CCJ) sowie ETFs wie URA, NLR und NUKZ auf die Annahme, dass das Lastwachstum durch supergroße Rechenzentrumsanlagen in finanzierbare nukleare Kraftwerksinstallationen umgewandelt werden kann.
Wenn laut Artikel dann Rechenzentrums-„Flaggschiff“-Areale gestoppt oder neu ausgerichtet werden, wird diese Annahme besonders hart auf die Probe gestellt; die Volatilität bei Nuklearaktien spiegelt diese Unsicherheit entsprechend wider.
Häufige Fragen
Warum ist die lokale Ablehnungsquote bei KI-Datenzentren höher als bei Kernkraftwerken?
Laut den im Artikel zitierten Umfragedaten liegt die lokale Ablehnungsquote bei KI-Datenzentren bei 71% und damit über der von Kernkraftwerken (53%). Der Artikel führt dies auf ein Bündel an Bedenken zurück – darunter Lärm, Abwärme, Stromverbrauch, der Verbrauch von Wasserressourcen sowie die Belastung durch lokale Steuern –, und auf die direkten Auswirkungen auf die unmittelbar betroffenen Interessen in den jeweiligen Standort-Communities; eine detailliertere Ursachenanalyse liefert er jedoch nicht.
Steht der Stopp von Crusoe und Avista für eine dauerhafte Absage der Pläne?
Dem Bericht zufolge wurde das Jade-Projekt von Crusoe „auf ausdrückliche Anweisung des Kunden“ vorläufig gestoppt, ohne dass eine dauerhafte Streichung genannt wurde; Avista stoppt die „Bearbeitung des Antrags“ – beide Maßnahmen sind demnach Aussetzungen und keine formellen Beendigungen. Konkrete weitere Schritte wurden noch nicht bekanntgegeben.
Welche konkrete Logik steckt hinter dem Einfluss auf Nuklearaktien durch den Stopp von KI-Datenzentren?
ZeroHedge zufolge hat der Markt Nuklearaktien zuvor mit zu hohen Bewertungen bedacht, teilweise basierend auf der Logikkette „KI-Strombedarf → große Datenzentren → Bedarf an langfristig stabilem Strom → steigende Nachfrage nach Kernenergie“. Wenn der Ausbau der Datenzentren durch lokalen Widerstand behindert wird, geraten die Wachstumsannahmen auf der Nachfrageseite ins Wanken; daraus resultiert, dass es zu einer Neubewertung der Bewertungen bei nuklearbezogenen Aktien kommt und Gewinne anschließend realisiert werden.