SWIFT steigt offiziell in Blockchain-Abwicklungen ein: MVP wird noch in diesem Jahr online gehen, ein Markt von 183 Billionen US-Dollar könnte neu gestaltet werden

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Gate News Nachrichten: Die globale Finanznachrichten- und Kommunikationsplattform SWIFT beschleunigt den Ausbau von Blockchain-basierten Abwicklungsinfrastrukturen. Die Organisation hat bestätigt, dass ihr auf einem gemeinsamen Ledger basierendes System entwickelt wird, und zwar als erstes Minimum Viable Product (MVP). Außerdem ist geplant, dass es gegen Ende 2026 in den Live-Handel geht. Diese Entwicklung markiert, dass sich das traditionelle Finanzsystem schrittweise in Richtung einer Abwicklung auf der Kette (On-Chain) verlagert.

Laut den vorliegenden Angaben handelt es sich bei diesem gemeinsamen Ledger nicht um eine öffentliche Blockchain, sondern um ein permissioniertes Netzwerk, das auf Linea aufgebaut ist. Linea wurde von ConsenSys entwickelt und gehört zu den Ethereum-Layer-2-Scaling-Lösungen. Das System ermöglicht es, Transaktionsaufzeichnungen, -reihenfolge und -validierung über Smart Contracts abzuwickeln, sodass tokenisierte Einlagen, regulierte Stablecoins und digitales Zentralbankgeld (CBDC) zwischen Institutionen nahezu in Echtzeit fließen können.

Aus der funktionalen Ausrichtung geht hervor, dass dieses Ledger nicht auf ein natives Token angewiesen ist und auch nicht das bestehende SWIFT-Nachrichtensystem ersetzen soll, sondern als paralleler Kanal existieren wird. Finanzinstitute müssen ihre internen Systeme oder Compliance-Prozesse nicht neu aufbauen, um Blockchain-Abwicklungskompetenz nutzen zu können. Diese „Anbindung mit geringen Umstellungskosten“ ist der zentrale Vorteil.

In der Designphase hat das Projekt bereits mehr als 30 globale Großbanken zur Teilnahme gewonnen, darunter JPMorgan, HSBC, BNP Paribas, Deutsche Bank sowie Bank of America. Alle Beteiligten wirken gemeinsam bei der Festlegung der Systemarchitektur, der Governance-Mechanismen und des künftigen Ausbaus mit, um die Umsetzbarkeit des Vorschlags zu verbessern.

Das Kernproblem, das SWIFT lösen will, liegt in der Ineffizienz traditioneller grenzüberschreitender Zahlungen. Das aktuelle System ist auf mehrstufige Korrespondenzbanken angewiesen; die Abwicklungsdauer ist lang, die Kosten sind hoch und die Informationen sind intransparent. Indem die Nachrichtenübermittlung und die Geldabwicklung in derselben Ebene zusammengeführt werden, könnte dieses Blockchain-Ledger die Abwicklungszeit deutlich verkürzen und gleichzeitig die Kosten für Abstimmung und Liquiditätsmanagement senken.

Auf dem globalen Markt für grenzüberschreitende Zahlungen von jährlich rund 183 Billionen US-Dollar könnte diese Veränderung potenziell weitreichende Auswirkungen haben. Wenn das MVP erfolgreich umgesetzt wird, könnte Blockchain von einer Randtechnologie zu einem wichtigen Bestandteil der traditionellen Finanzinfrastruktur werden.

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