Gate News-Mitteilung, 20. April — Singapur kauft zusätzliches verflüssigtes Erdgas (LNG) von alternativen Lieferanten, da der Konflikt im Nahen Osten Lieferungen des Brennstoffs stört, der im Land zur Stromerzeugung genutzt wird. Die Energy Market Authority (EMA) sagte, dass einige LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten vom anhaltenden Konflikt betroffen gewesen seien. Singapur GasCo, das 2025 gegründet wurde, um die Beschaffung und Versorgung mit Erdgas zu zentralisieren, tätigt die Käufe, um sicherzustellen, dass genügend Brennstoff für die Deckung der Nachfrage vorhanden ist.
Etwa ein Fünftel des globalen LNGs floss zuvor vor dem Konflikt durch die Straße von Hormus, die Lieferungen sind nun unterbrochen. Die Ras-Laffan-Anlage in Katar, die weltweit größte LNG-Exportanlage, hat seit März erhebliche Schäden erlitten und den Betrieb eingestellt. Gasimporte aus Katar machten vor dem Konflikt weniger als 10 Prozent des Strombedarfs Singapurs aus. Singapur importiert Erdgas, um etwa 95 Prozent seines Strombedarfs zu decken; 40 Prozent davon stammen im Jahr 2025 über Pipelines aus Malaysia und Indonesien, der Rest wird per Schiff aus Märkten weltweit geliefert.
Strom- und Gastarife sind im Zeitraum April bis Juni gestiegen, da die Brennstoffpreise zulegen; die EMA warnte vor weiteren und möglicherweise stärkeren Erhöhungen später im Jahr 2026. Der Uniform Singapore Energy Price, ein Maß für Großhandelspreise, erreichte in der Woche vom 12. bis 18. April den höchsten Stand seit Juni 2025 — vor allem getrieben durch eine verknappte Versorgung. Die Regierung hat ihre LNG- und Diesel-Energie-Rücklagen bislang noch nicht angezapft. Die EMA verfolgt einen diversifizierten Energieansatz, einschließlich erneuerbarer Stromimporte, und prüft kohlenstoffarme Alternativen wie fortgeschrittene Kernenergie, Geothermie, Wasserstoff und Ammoniak-Technologien; zudem hat sie bedingte Genehmigungen für mehr als 8 Gigawatt an geplanten Stromimportprojekten erteilt.