Gate News-Mitteilung, 20. April — China wird im April voraussichtlich eine Rekordmenge an US-Ethan importieren, da petrochemische Produzenten nach Lieferstörungen durch den Krieg im Nahen Osten auf alternative Einsatzstoffe ausweichen. Ethan-Lieferungen sollen im April 800.000 Tonnen erreichen, etwa 60% höher als der monatliche Durchschnitt, wie der chinesische Berater JLC angibt.
Ethan, ein Erdgasflüssigprodukt, das zur Herstellung von Ethylen verwendet wird (ein wichtiges Bauelement für Kunststoffe), ist für Chinas petrochemische Industrie unverzichtbar. China ist bei der Versorgung nahezu vollständig von den Vereinigten Staaten abhängig. Der Wechsel zu Ethan wurde durch die effektive Schließung der Straße von Hormus ausgelöst, die entscheidende Lieferungen von Naphtha und verflüssigtem Erdölgas (LPG) aus dem Nahen Osten abgewürgt hat. Im Februar stammten mehr als 50% der Naphtha-Importe Chinas und über 40% seiner LPG-Käufe aus Ländern des Persischen Golfs. Die Gewinnspanne für die Herstellung von Ethylen aus Ethan erreichte bis zum 15. April das Zehnfache des Naphtha-Werts, so JLC, angetrieben durch an Rohöl gekoppelte Preisbildung (oil-indexed price mechanisms).
Neue Zubauten bei der Produktionskapazität haben die steigende Nachfrage ebenfalls unterstützt. Eine neue Ethan-Anlage, die von Wanhua Chemical Group entwickelt wurde, sowie eine Multi-Feed-Cracker-Anlage von Sinopec Ineos (Tianjin) Petrochemical haben beide zu höheren Importen in diesem Jahr beigetragen. US-Ethan ist für Chinas Ethylenhersteller aufgrund einer stabilen Versorgung und geringerer Kosten zur bevorzugten Alternative geworden.
Chinas Nachfrageschub bei Ethan kommt vor dem geplanten Besuch von Präsident Donald Trump in Peking Mitte Mai, wobei US-Energie voraussichtlich Teil der Tagesordnung sein wird. Die Internationale Energieagentur warnte letzte Woche, dass die Lieferketten nach Asien in „Unordnung“ geraten seien, da petrochemische Einsatzstoffe von den unmittelbarsten Auswirkungen des Krieges betroffen sind.