Laut einem am 18. Juni veröffentlichten Bericht der unabhängigen Research-Firma SemiAnalysis hat das Unternehmen weit verbreitete Marktaussagen zurückgewiesen, wonach die Hälfte der geplanten US-Rechenzentrums-Kapazitäten für 2026 storniert oder verzögert würde. SemiAnalysis erklärte, die Kapazitätsprognosen für nordamerikanische Hyperscaler seien in den vergangenen sechs Monaten nur um etwa 1% angepasst worden. Die Vorhersagen für ausgelagerte Rechenzentrums-Kapazitäten hätten sich weniger als 5% verschoben, was darauf hindeutet, dass der allgemeine Baufortschritt trotz jüngster Marktpessimismus-Erzählungen robust bleibt.
Das Unternehmen machte die Panik auf fehlerhafte Datenauswertungen und eine Sampling-Bias zurück. SemiAnalysis stellte fest, dass Markterzählungen, die von „Stornierungen von der Hälfte der Kapazität“ sprechen, auf unvollständigen Statistiken beruhen: So habe beispielsweise Sightline Climate-Daten gezeigt, dass nur 5 GW im Bau sind von 12 GW geplant, dabei jedoch nicht berücksichtigt, dass große Cloud-Anbieter mit ihren erheblichen Eigenprojekten bereits jetzt mehr als 5 GW erreichen – plus zahlreiche Entwicklungen Dritter. SemiAnalysis kam zu dem Schluss, dass verzögerte Projekte sich auf frühere, spekulative Vorhaben konzentrieren und nicht auf die zentrale Lieferkapazität für 2026. Diese profitiert von gesicherten Grundstücken, bestätigten Stromvereinbarungen, behördlichen Genehmigungen und gesperrten Bestellungen für die Hardware.