
Das US-Berufungsgericht für den zweiten Gerichtsbezirk hat am 12. Juni die Berufung des FTX-Gründers Sam Bankman-Fried zurückgewiesen und damit sowohl den Schuldspruch der Geschworenen als auch die Verurteilung zu 25 Jahren Freiheitsstrafe aufrechterhalten; das Gericht befand, dass im erstinstanzlichen Verfahren keine wesentlichen Rechtsmängel vorlagen, die geeignet wären, das Urteil zu Fall zu bringen. Die von SBFs Anwaltsteam vorgebrachten drei Argumente – darunter Probleme bei der Zulassung von Beweismitteln, Probleme bei den Weisungen an die Geschworenen sowie der Ausschluss eines Teils der entlastenden Beweise – wurden vom Berufungsgericht allesamt nicht übernommen.
(Quelle: Justia)
Laut Urteil hat das Berufungsgericht die folgenden Straftatbestände bestätigt:
· Telekommunikationsbetrug
· Wertpapierbetrug
· Warenbetrug
· Verschwörung zur Geldwäsche
Das Berufungsgericht stellte fest, dass die drei von SBFs Verteidigern vorgebrachten Argumente nicht ausreichen, um das erstinstanzliche Urteil zu kippen:
· Der Ausschluss eines Teils der entlastenden Beweismittel durch den erstinstanzlichen Richter stellt keinen schwerwiegenden Verfahrensmangel dar
· Den Weisungen an die Geschworenen mangelt es an entscheidenden Punkten, die die Fairness beeinträchtigen
· Die Entscheidung des erstinstanzlichen Richters über die Zulassung der einschlägigen Beweismittel entspricht den Verfahrensvorschriften
Das Gericht ist der Ansicht, dass die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise ausreichen, um den Schuldspruch der Geschworenen zu tragen; ob eine Straftat vorliegt oder nicht, solle anhand der Tatsachen zum Zeitpunkt der Handlungen beurteilt werden – nicht anhand später eventuell eintretender Ausgleichsergebnisse.
In der Berufungsentscheidung heißt es, dass in der erstinstanzlichen Phase eine Vielzahl von Dokumenten, Finanzinformationen, internen Kommunikationsprotokollen und Aussagen von Zeugen von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurden, um zu belegen, dass Kundengelder von FTX über einen langen Zeitraum an Alameda Research übertragen wurden, unter anderem für: Investitionen, Rückzahlungen von Schulden, Risk-Trading, politische Spenden und weitere Ausgaben.
Das Gericht stellte fest, dass die Geschworenen hinreichend davon überzeugt waren, dass SBF die Geldflüsse und die damit verbundenen Risiken kannte und die entsprechenden Vorgänge dennoch fortlaufend genehmigte und umsetzte; damit liegt Betrug sowie eine Verschwörung zu entsprechenden Straftaten vor. In dem Urteil wird zugleich darauf hingewiesen, dass die gewaltige Finanzierungslücke, die bei der Insolvenz von FTX auftrat, in direktem Zusammenhang mit der Veruntreuung von Kundengeldern steht.
Nach dem derzeitigen Verfahrensstand kann SBF weiterhin beim US Supreme Court eine Berufung einreichen. In der Rechtswelt wird allgemein davon ausgegangen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Supreme Court den Fall annimmt, gering ist, weil das Berufungsgericht bereits ausdrücklich festgestellt hat, dass es keine schwerwiegenden verfahrensrechtlichen Streitfragen in diesem Fall gibt.
Einige Juristen weisen darauf hin, dass falls der Supreme Court den Fall letztlich nicht annimmt, sich SBFs rechtliche Optionen deutlich verknappen; der Fokus könnte dann auf einen Strafmilderungsantrag oder andere besondere rechtliche Verfahren verlagert werden. In den letzten Monaten äußerte sich SBF wiederholt über Medieninterviews an die Öffentlichkeit, um eine Neubewertung des Falls durchzusetzen. Doch aus Sicht des aktuellen US-Gerichtsverfahrens ist die Haltung der Gerichte gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil derzeit weitgehend einheitlich.
Laut Urteil brachte die Verteidigung von SBF drei Argumente vor: Probleme bei der Zulassung von Beweismitteln, Probleme bei den Weisungen an die Geschworenen sowie der Ausschluss eines Teils entlastender Beweise durch den erstinstanzlichen Richter. Das Berufungsgericht stellte fest, dass die betreffenden Streitpunkte nicht ausreichen, um das Ergebnis des Falls zu ändern, und dass die von der Staatsanwaltschaft im erstinstanzlichen Verfahren vorgelegten Beweise ausreichten, um den Schuldspruch der Geschworenen zu stützen; daher wurde das Urteil bestätigt.
Das Berufungsgericht stellte klar, dass die Frage, ob eine Straftat vorliegt, anhand der Tatsachen zum Zeitpunkt der Handlungen zu beurteilen ist – nicht anhand später möglicherweise eintretender Entschädigungsergebnisse; daher beeinflusst das Verteidigungsargument zu einer späteren Rückzahlung nicht die Feststellung der Straftatsachen.
SBF kann weiterhin beim US Supreme Court eine Berufung einreichen (certiorari petition), doch in der Rechtswelt wird allgemein davon ausgegangen, dass die Chancen, dass der Fall angenommen wird, begrenzt sind, weil das Berufungsgericht ausdrücklich festgestellt hat, dass es keine schwerwiegenden verfahrensrechtlichen Streitfragen im Fall gibt. Falls der Supreme Court den Fall nicht annimmt, weisen Juristen darauf hin, dass der Fokus möglicherweise auf Strafmilderungsanträge oder andere besondere rechtliche Verfahren gerichtet wird.
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