Payward, das Mutterunternehmen der Krypto-Börse von Kraken, hat laut einer Mitteilung beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eine Genehmigung als nationale Treuhandgesellschaft beantragt. Der Antrag zielt auf die Gründung der Payward National Trust Company (PNTC) ab, die institutionelle Kunden sowie Privatkunden bedienen will, die regulierte Verwahr- und Treuhanddienstleistungen auf Bankniveau für digitale Vermögenswerte suchen.
„PNTC erwartet, institutionelle Kunden und einzelne Kunden zu bedienen, die regulierte Verwahr- und Treuhanddienstleistungen auf Bankniveau für digitale Vermögenswerte suchen, unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur, des Risikomanagements, der Compliance-Programme und der regulierten verbundenen Unternehmen von Payward, um die Dienstleistungen auf sichere und regelkonforme Weise bereitzustellen“, sagte Payward in seiner Mitteilung.
Payward und der Co-CEO von Kraken, Arjun Sethi, kommentierten den regulatorischen Ansatz: „Unsere seit langem vertretene Überzeugung ist, dass der richtige Weg für digitale Vermögenswerte über eine robuste, transparente Regulierung führt. Eine nationale Treuhandgesellschaft bietet die Gewissheit, die Institutionen benötigen, und schafft die Infrastruktur, um die nächste Generation der Verwahrung aufzubauen.“
Der Antrag von Payward folgt ähnlichen Schritten anderer großer Krypto-Unternehmen. Coinbase, die größte in den USA ansässige Krypto-Börse, erhielt vor etwa einem Monat eine bedingte Genehmigung für ihre eigene nationale Treuhandgesellschafts-Erlaubnis. Auch Ripple erhielt eine bedingte Genehmigung für eine nationale Treuhandgesellschafts-Erlaubnis.
Die Anträge stießen auf Gegenwind aus dem traditionellen Finanzsektor. Ein Branchenverband, dessen Vorstand große Banken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Bank of America umfasst, erwog eine Klage gegen das OCC wegen des Vorgehens des Regulators, nationalen Treuhandbank-Lizenzen für Krypto- und Fintech-Unternehmen zuzustimmen. Die Interessenvertretung der Banken erwog, vorzutragen, dass das OCC es versäume, „wiederholten Warnungen“ bezüglich seiner „Neuinterpretation der bundesstaatlichen Lizenzierungsregeln“ Beachtung zu schenken.