John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, warnte in seiner neuesten Rede zum wirtschaftlichen Ausblick, dass der Kampf gegen die Inflation möglicherweise herausfordernder wird als erwartet, wie aus seinen Ausführungen hervorgeht. Williams kündigte eine Inflationsprognose von 3 Prozent für 2026 an; die Preissteigerungen dürften sich 2027 auf 2 Prozent verlangsamen – eine deutlich nach oben gerichtete Entwicklung im Vergleich zu seiner früheren Einschätzung von 2,75–3 Prozent.
Revision der Inflationsprognose
Williams aktualisierte Prognose spiegelt eine Verschiebung der wirtschaftlichen Erwartungen wider. Die überarbeitete Schätzung von 3 Prozent für 2026 stellt eine Erhöhung gegenüber seinem bisherigen Korridor dar und deutet auf einen langsamer als zunächst erwarteten Rückgang der Preisbelastungen hin.
Neubewertung der Zollpolitik
Williams signalisierte außerdem eine bemerkenswerte Änderung in seiner Einschätzung der Auswirkungen der Handelspolitik. Im April hatte er erklärt, der Effekt von Zöllen werde im Zeitverlauf nachlassen und auf die Kerninflation dämpfend wirken. In seiner jüngsten Einschätzung räumte Williams jedoch ein, dass zwar die Preisauswirkungen der derzeitigen Zölle in den kommenden Monaten weitgehend abgeschlossen sein dürften, eine neue Welle von Zöllen jedoch eingeführt werden könnte, was zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Importpreise erzeugen würde.
Künstliche Intelligenz und Zinsen
Williams ging zudem auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Technologien der künstlichen Intelligenz ein und sagte, KI könne die Produktivität und Investitionen steigern, was die „neutrale Zinssatz“-Größe in der Volkswirtschaft nach oben drücken könnte. Er schätzte diesen Zinssatz derzeit auf etwa 1 Prozent ein und wies darauf hin, dass es eine „Abwägung“ gebe zwischen dem abwärtsgerichteten Druck demografischer Faktoren und dem aufwärtsgerichteten Einfluss von KI und erhöhter Produktivität.