Marex hat die Genehmigung der Australian Securities and Investments Commission (ASIC) erhalten, um in Australiens Markt für strukturierte Produkte einzusteigen. Damit erweitert das Unternehmen sein lokales Geschäft mit Finanzprodukten unter seiner bestehenden australischen Financial-Services-Lizenz. Die Genehmigung erlaubt es dem Unternehmen, strukturierte Anlageprodukte für australische Kunden zu emittieren und zu vertreiben. Der anfängliche Rollout richtet sich an Privatbanken, Vermögensverwalter und unabhängige Finanzberater über seine Sparte für Finanzprodukte.
Strukturierte Produkte haben in der gesamten Region Asien-Pazifik an Aufmerksamkeit gewonnen, da Anleger nach Einkommensstrategien und klar definiertem Risikokontakt in Märkten suchen, die von Volatilität und sich verändernden Zinserwartungen geprägt sind. „Strukturierte Produkte gewinnen in APAC zunehmend an Dynamik, da Anleger nach verbesserten Renditen und risikogesteuertem Exposure in einem immer komplexeren Marktumfeld suchen“, sagte Franck Fayard, Leiter der Sparte Financial Products für APAC bei Marex. „Wir freuen uns, unser Know-how für australische Kunden einzubringen und bauen dabei auf dem Erfolg auf, den wir in der breiteren Region bereits erzielt haben.“
Australien war historisch gesehen ein kleinerer Markt als Europa und Teile Asiens für strukturierte Produkte, doch die Nachfrage wächst bei Wealth-Kunden, die Alternativen zu traditionellen Allokationen in festverzinsliche Anlagen und Aktien suchen.
Diese australische Genehmigung baut auf Marex’ früherem Einstieg in lokale Derivatemärkte auf. Das Unternehmen wurde 2023 ein Futures-Clearing- und -Trading-Teilnehmer an der Australian Securities Exchange. Damit erhielt Marex direkten Zugang zu lokalen Derivatemärkten sowie zu Clearing-Services. Diese Positionierung verschaffte Marex eine Grundlage für eine breitere Produktverteilung in der Region.
Die Genehmigung für strukturierte Produkte folgt auf Marex’ Übernahme von Valcourt, einem Market Maker für Fixed Income. Die Transaktion wurde im Oktober 2025 angekündigt und mehr als 6 Monate nach der ersten Bekanntgabe abgeschlossen. Die Akquisition erweitert Marex’ Bond-Market- und Preisfindungsfähigkeiten. Diese sind relevant für strukturierte Produkte, die festverzinsliche Instrumente mit Derivaten kombinieren. Solche Tools werden genutzt, um Notes zu erstellen, die an Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Zinssätze gekoppelt sind.
Durch die Kombination aus lokalem Zugang zu Börsen, Expertise bei strukturierten Produkten und stärkeren Fähigkeiten im Fixed-Income-Bereich kann Marex einen größeren Teil der Wertschöpfungskette für Produkte intern abdecken – von der Emission über das Hedging bis hin zur Preisgestaltung.
Marex sagte, die Expansion werde seine außerbörslichen (OTC) Hedging-Fähigkeiten in Australien stärken. Strukturierte Produkte erfordern aktives Hedging, um das Exposure zu steuern. Daher ist eine lokale Infrastruktur für die Umsetzung und das Risikomanagement wichtig.
Das Unternehmen legte keine erwarteten Volumina oder einen detaillierten Launch-Zeitplan offen. Es deutete jedoch an, dass sich die erste Phase auf institutionelle und beratende Kanäle konzentrieren wird, statt auf den direkten Vertrieb an Privatkunden. Dieser Ansatz passt zum regulatorischen Umfeld in Australien, in dem die ASIC die Prüfung komplexer Finanzprodukte erhöht hat – insbesondere bei Produkten, die an Retail-Investoren vermarktet werden. Der Vertrieb über professionelle Intermediäre verlagert dabei die Verantwortung auf Berater und Wealth-Plattformen, um die Eignung für Endkunden zu bewerten.
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