Hong Kong Stablecoin-Lizenzen: Die Top 3 der ersten Charge enthüllt, HSBC erhält Ausnahmegenehmigung

Hongkongs erste Lizenzen für Stablecoins

Hongkong steht kurz davor, die ersten offiziellen Lizenzen für Stablecoins zu vergeben. Zu den Kandidaten, die für die ersten Lizenzen in Hongkong in Betracht gezogen werden, gehören HSBC, das Joint Venture Anchorpoint, das von Standard Chartered geleitet wird, sowie die Kryptowährungsplattform OSL Group. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) wird voraussichtlich bereits nächste Woche die Liste bekannt geben, wobei der Zeitpunkt der Bekanntgabe nach dem Abschluss der Vollversammlung des Nationalen Volkskongresses am Freitag gewählt wurde.

Detaillierte Vorstellung der drei wichtigsten Kandidaten: Jeder mit eigener Identität und Besonderheit

Die drei Organisationen, die in die Liste der Kandidaten für die Hongkonger Stablecoin-Lizenz aufgenommen wurden, repräsentieren drei völlig unterschiedliche Marktbackgrounds:

Anchorpoint (Standard Chartered + Animoca Brands + Hongkonger Telekommunikationsunternehmen): Dies ist der aktivste Teilnehmer im HKMA-Regulierungs-Sandbox für Stablecoins. Seit 2024 testet es kontinuierlich verschiedene Anwendungsfälle, darunter E-Commerce-Zahlungen, grenzüberschreitende Abrechnungen und tokenisierte Vermögenswerte. Standard Chartered hat öffentlich angekündigt, eine mit Hongkong-Dollar gekoppelte Stablecoin zu planen. Durch seine langjährige Erfahrung gilt Anchorpoint als einer der vielversprechendsten Kandidaten, die den Erwartungen der Regulierungsbehörden am besten entsprechen.

OSL Group: Letzten Monat hat OSL den USDGO eingeführt, eine auf professionelle Investoren ausgerichtete USD-basierte Stablecoin, was eine Perspektive aus der nativen Krypto-Ökologie bringt. Ob OSL plant, unter der neuen Lizenz eine Hongkong-Dollar-gebundene Stablecoin herauszugeben, ist derzeit noch nicht offiziell bestätigt.

HSBC: Die Nominierung von HSBC kam für viele Branchenbeobachter überraschend. Diese größte Bank Hongkongs hat zuvor den Regulierungs-Sandbox der HKMA vollständig umgangen und sich stattdessen auf die Entwicklung tokenisierter Einlagen konzentriert. Der CEO von HSBC, Georges Elhedery, hat jedoch bereits Anfang dieses Monats klar geäußert, dass HSBC eine positive Haltung zum Hongkonger Stablecoin-Markt einnimmt und aktiv mit der HKMA kommuniziert. Dies könnte erklären, warum HSBC letztlich auf der Kandidatenliste steht.

Der Überblick über Sandbox und Lizenzen: Ergebnis von 36 Bewerbungen

Die HKMA hat insgesamt 36 Anträge für Stablecoin-Lizenzen erhalten und angekündigt, in diesem Monat eine kleine Anzahl von Lizenzen zu vergeben. Quellen berichten, dass ursprünglich etwa fünf Organisationen auf der Liste standen, später aber auf drei reduziert wurden. Zwei weitere, nämlich RD Technologies, gegründet vom ehemaligen Chief Executive der Hongkonger Finanzaufsicht, Charles Li, sowie das Digital-Payment-Unternehmen LianLian Digital, werden ebenfalls voraussichtlich zu den ersten Lizenznehmern gehören.

Branchenexperten sind sich einig, dass die endgültige Liste wahrscheinlich weiterhin von Banken dominiert wird: „Um die Marktstabilität zu gewährleisten, wird die endgültige Auswahl wahrscheinlich weiterhin hauptsächlich Banken umfassen.“ Strenge Regulierung der Stablecoin-Emittenten und der Schutz des Marktvertrauens gelten als entscheidende Kriterien bei der Auswahl durch die Aufsichtsbehörden.

Fehlende chinesische Unternehmen: Tiefenanalyse des Beijing-Faktors

Ein bedeutendes Beobachtungskriterium bei den ersten Hongkonger Stablecoin-Lizenzen ist das vollständige Fehlen chinesischer Technologieunternehmen. Ant Group und JD.com hatten im vergangenen Jahr ihre Pläne für die Ausgabe von Stablecoins in Hongkong vorübergehend eingestellt. Zudem hat Beijing im letzten Monat die Tokenisierung von Vermögenswerten innerhalb Chinas verboten und die Überprüfung grenzüberschreitender Aktivitäten verschärft. Es ist auch ausdrücklich untersagt, nicht genehmigte Renminbi-gebundene Stablecoins zu emittieren.

Jason Atkins, Chief Commercial Officer des Market Makers Auros in Hongkong, weist scharf darauf hin, dass die endgültige Genehmigung chinesischer Unternehmen für den Betrieb von Stablecoin-Geschäften in Hongkong eine „absichtliche Unsicherheit“ darstellt: „Die informellen Kommunikationswege zwischen Beijing und Hongkong bestimmen fast sicher den Handlungsspielraum Hongkongs – wir können nur das sehen, was sie uns zeigen wollen.“

Häufig gestellte Fragen

Warum konnte HSBC trotz Nicht-Teilnahme am HKMA-Sandbox in die Kandidatenliste aufgenommen werden?
Obwohl HSBC den Regulierungs-Sandbox umgangen hat, hat es durch eigene tokenisierte Einlagenprojekte relevante technische Erfahrungen gesammelt und durch direkte Kommunikation mit der HKMA eine regulatorische Vertrauensbasis aufgebaut. Die öffentliche positive Stellungnahme des CEO Elhedery könnte ebenfalls ein Signal sein. Die Teilnahme am Sandbox ist keine Voraussetzung für die Erteilung einer Lizenz; letztlich beurteilen die Aufsichtsbehörden die Gesamtkonformität und Stabilität der Organisation.

Warum wurden Ant Group und JD.com nicht ausgewählt?
Beide großen chinesischen Tech-Unternehmen hatten im vergangenen Jahr ihre Pläne für Stablecoins in Hongkong vorübergehend eingestellt. Zusammen mit den Restriktionen Pekings gegenüber der Tokenisierung von Vermögenswerten im Inland und der verstärkten Überprüfung grenzüberschreitender Krypto-Aktivitäten lässt sich schließen, dass das Fehlen chinesischer Unternehmen sowohl auf indirekte Anweisungen aus Beijing zurückzuführen ist als auch auf deren abwartende Haltung hinsichtlich klarer politischer Vorgaben.

Was bedeutet die Hongkonger Stablecoin-Lizenz für die globale Regulierung von Stablecoins?
Hongkong ist nach dem EU-MiCA-Rahmen (2024) der erste bedeutende Finanzplatz in Asien, der ein vollständiges regulatorisches Rahmenwerk für Stablecoins etabliert. Das bankengeführte Modell der ersten Lizenzen zeigt, dass Hongkong einen vorsichtigen Weg gewählt hat, der vor allem die finanzielle Stabilität sichern soll, anstatt den Markt vollständig zu öffnen. Dieses Modell könnte als Referenz für andere asiatische Finanzzentren wie Japan und Singapur dienen.

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