Gate News Nachricht, 16. April — Joachim Nagel, Mitglied des EZB-Direktoriums und Leiter der Bundesbank, erklärte am Donnerstag, politische Entscheidungsträger sollten keine zukunftsgerichtete Zinsanleitung (Forward Guidance) zu künftigen Zinssätzen geben und die Flexibilität der Geldpolitik wahren. In seiner Ansprache beim Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds stellte Nagel fest, dass den Behörden ausreichende Informationen fehlen, um zu bestimmen, ob die steigenden Energiepreise die Inflation langfristig auf erhöhtem Niveau aufrechterhalten werden; diese Entwicklung kann eine politische Reaktion erforderlich machen.
Der Nahost-Konflikt zwischen den USA und dem Iran habe den wirtschaftlichen Schwung Deutschlands geschwächt, warnte Nagel. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland für 2026 sei um etwa 0,3 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Schätzung der Bundesbank von 0,6% gesenkt worden; dadurch werde der überarbeitete Ausblick auf 0,3% reduziert. Auch der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil warnte, die Lage im Nahen Osten werde für Deutschlands Wirtschaft eine “große Auswirkung” haben und möglicherweise die Erholung stören, die gerade erst nach Jahren der Stagnation begonnen habe.
Die EZB wird in zwei Wochen ihre Sitzung zur Festlegung der Zinssätze abhalten. Marktteilnehmer erwarten allgemein, dass der Einlagenzinssatz unverändert bleibt, obwohl die politischen Entscheidungsträger eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen haben. Nagel warnte, dass die Märkte derzeit zwar eine relativ optimistische Sicht auf die Lage im Nahen Osten einnehmen und davon ausgehen, dass der Konflikt sich beruhigen und die Energiepreise sinken werden, solche Erwartungen jedoch möglicherweise nicht eintreten. Er betonte, die Verantwortung der EZB bestehe darin, die finanzielle Stabilität sicherzustellen, falls sich die Umstände ändern.
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