Das indische Logistikunternehmen Delhivery fiel im frühen Handel um bis zu 3,5%, nachdem Amazon angekündigt hatte, seine Supply-Chain-Dienstleistungen für andere Unternehmen zu öffnen, wie The Economic Times berichtete. Die Maßnahme erhöht den Wettbewerb um Logistikaufträge, da Amazons Service es Unternehmen ermöglicht, Waren über sein Fracht-, Lager-, Fulfillment- und Parcel-Netzwerk zu lagern und zu versenden. Die Aktien von FedEx und UPS fielen nach der Ankündigung im US-Handel jeweils um mehr als 9%.
Amazons Ausbau der Logistik für Dritte
Amazons Entscheidung, seine Zustell- Infrastruktur für externe Unternehmen zu öffnen, signalisiert einen größeren Wandel im Logistiksektor. Ähnliche Schritte wurden von Flipkarts hauseigenem Logistikarm Ekart unternommen, der ebenfalls für Nutzer von Dritten geöffnet wird. Der Service bietet D2C- (Direct-to-Consumer) Marken und kleinen Unternehmen Zugang zu mehr als 14.000 Pin-Codes bzw. Postleitzonen, ohne dass sie eigene Zustellnetze aufbauen müssen.
Dieser Wandel verwandelt, was zuvor ein interner Kostenfaktor war, in ein „Pay-as-you-go“-Modell. Das könnte dazu beitragen, die Zustellung auf der letzten Meile zu standardisieren – also den finalen Schritt, ein Paket zum Kunden zu bringen.
Finanzlage von Delhivery
Die Reaktion des Marktes auf Delhivery spiegelt anhaltenden finanziellen Druck wider. Im Q3 FY26 verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 396 Millionen Rupien (US$4,17 Millionen), doch das nicht-operative Ergebnis trug den Erfolg. Dabei entsprachen die sonstigen Erträge 120,42% des Gewinns vor Steuern. Das bedeutet: Der Gewinn vor Steuern war ohne nicht-operative Erträge negativ.
Auch die Kapitaleffizienz hinkt Wettbewerbern hinterher. Delhiverys durchschnittliche Eigenkapitalrendite lag bei 0,45%, gegenüber 30,90% bei Blue Dart Express, einem indischen Logistik- und Paketlieferunternehmen. Diese Lücke macht Delhivery verwundbar, falls Amazon seine tieferen finanziellen Mittel nutzt, um die Preise im wettbewerbsintensiven Logistikmarkt nach unten zu drücken.
Mitarbeiter-Aktienoptionen und strategische Schritte
Delhivery genehmigte 100.360 Mitarbeiteraktienoptionen im Rahmen von ESOP 2012 ab dem 1. Mai zu einem Ausübungspreis von 1 Rupie je Aktie. Das Unternehmen hatte zuvor Ecom Express übernommen, ein indisches Logistikunternehmen für Dritte, in dem Bestreben, durch mehr Umfang im Konsolidierungs-Logistiksektor konkurrieren zu können.