Amazon startet Lieferketten-Services für externe Unternehmen
Amazon gab am 4. Mai bekannt, dass es Amazon Supply Chain Services auf den Markt bringt – ein neues Angebot, das es anderen Unternehmen ermöglicht, sein Logistiknetzwerk zu nutzen, um Waren zu lagern, zu transportieren und auszuliefern. Der Service soll Sendungen von Rohstoffen bis zu fertigen Produkten abwickeln und den Zugang zur Lieferketteninfrastruktur von Amazon über den eigenen Einzelhandelsbetrieb hinaus erweitern.
Infrastruktur und Leistungsumfang
Amazon erklärte, seine Infrastruktur umfasst eine Flotte von mehr als 100 Frachtflugzeugen sowie ein großes Netzwerk aus Lagerhäusern und Sortierumschlagplätzen, ergänzt um Services wie Distribution, Fulfillment und Zustellung von Paketen. Das modulare Setup ist für Unternehmen vieler Größen ausgelegt – einschließlich Firmen, die nicht auf dem Amazon-Marktplatz verkaufen.
Amazon Supply Chain Services erweitert die Fähigkeiten um Fracht, Distribution, Fulfillment und Paketversand; zugleich setzt das Unternehmen Maßnahmen zur Daten-Governance um. Amazon versendet Off-Platform-Bestellungen standardmäßig in unmarkierter Verpackung und untersagt internen Teams die Nutzung nicht-öffentlicher Daten aus Multichannel Fulfillment (MCF) – Amazons Service für Bestellungen, die außerhalb seines Marktplatzes aufgegeben werden – wenn sie bei der Beschaffung, beim Bestand oder bei der Preisgestaltung von Produkten in dessen eigenem Shop Entscheidungen treffen.
Kundenzugang und Anwendungsfälle
Unternehmen können das System über verschiedene Vertriebskanäle nutzen, darunter eigene Websites, Social Media und stationäre Geschäfte. Amazon sagte, zu den Kunden gehören bereits Procter & Gamble, 3M und American Eagle Outfitters. Lands' End ist außerdem als aktueller Nutzer von Teilen der Amazon-Lieferketten-Services aufgeführt.
Strategische Einordnung und Marktwirkung
Amazon stellt diese Einführung in eine Linie mit Amazon Web Services (AWS), als das Unternehmen interne IT-Systeme in ein Produkt verwandelte. Das Unternehmen plant, dass es „infrastruktur, intelligence und scale“ aus seinem Lieferkettenbetrieb an „Unternehmen überall“ anbieten wird.
Die Ankündigung wirkte sich auf Aktien im Logistiksektor aus. Die Aktien von FedEx und United Parcel Service (UPS) fielen nach der Bekanntgabe, weil Amazon nun in den Bereichen Fracht, Distribution, Fulfillment und Paketversand direkter mit ihnen konkurriert.