Gate News meldet, dass der globale Rohölmarkt eine deutliche Spaltung zeigt: Die Differenz zwischen dem Spot- und dem Futures-Preis für Brent-Rohöl hat sich auf etwa 34 US-Dollar ausgeweitet, was die zunehmenden Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die Energieversorgung verdeutlicht. Daten zufolge ist der Referenzpreis für physische Rohölgeschäfte auf 141,37 US-Dollar pro Barrel gestiegen, den höchsten Stand seit 2008, während der Brent-Rohöl-Future weiterhin bei etwa 107 US-Dollar schwankt, wodurch eine deutliche Entkopplung zwischen den beiden Preisen entsteht.
Diese Spanne spiegelt den aktuellen realen Druck wider, dem der Spotmarkt ausgesetzt ist. Aufgrund von Lieferknappheit ist die Nachfrage nach sofort lieferbarem Rohöl deutlich höher als die verfügbaren Bestände, was die Spotpreise kontinuierlich steigen lässt. Im Gegensatz dazu wird der Futures-Markt stärker von Erwartungen und Stimmungen getrieben und berücksichtigt die Auswirkungen von Lieferunterbrechungen noch nicht vollständig. Chevron-CEO Mike Wirth erklärte, dass die aktuellen Futures-Preise auf unzureichenden Informationen basieren und die systemischen Auswirkungen der Schließung des Hormuz-Straßes noch nicht eingepreist seien. Auch Amrita Sen, Gründerin von Energy Aspects, sagte, dass die Finanzmärkte die tatsächliche Lieferknappheit in gewissem Maße verschleiern.
Die geopolitische Lage wird zur zentralen Variablen. Der Hormuz-Straße trägt derzeit etwa 20 % des weltweiten Rohöltransports bei; sie ist seit über einem Monat geschlossen. Das Tanker-Frachtvolumen ist um rund 95 % gesunken, was zu einer Reduktion der täglichen Fördermenge in der Golfregion um mindestens 10 Millionen Barrel führt. Diese Angebotslücke treibt den Spot-Aufschlag direkt nach oben und verschärft die Instabilität auf den globalen Energiemärkten.
Gleichzeitig sendet Trump uneinheitliche Signale zu diesem Thema. Einerseits behauptet er, der Konflikt sei kurz vor dem Ende, und deutet an, dass die Route wiederhergestellt werde. Andererseits gibt er keinen klaren Zeitplan bekannt. Diese politische Unsicherheit stört die Markterwartungen zusätzlich und lässt die Rohölpreise stärker schwanken.
Die aktuelle Preisstruktur des Öls zeigt, dass sich der Markt in einer entscheidenden Phase befindet, in der Angebot und Nachfrage sowie Erwartungen aufeinandertreffen. Wenn das geopolitische Risiko anhält, könnte der Spot-Aufschlag auf hohem Niveau verbleiben; bei einer Wiederaufnahme des Transports könnte sich die Spanne schrittweise verringern. Die kurzfristige Entwicklung der Energiemärkte hängt weiterhin stark von Veränderungen in der Lage im Nahen Osten ab.