Boris Johnson kritisiert Bitcoin als Ponzi-Schema, Führungskräfte der Krypto-Branche widersprechen kollektiv

Boris Johnson kritisiert Bitcoin als Ponzi-Schema

Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson hat in einem Meinungsartikel öffentlich Bitcoin als „Ponzi-Schema“ bezeichnet und sich dabei auf persönliche Anekdoten gestützt, um die Öffentlichkeit, insbesondere ältere Investoren, davor zu warnen, Gelder in Kryptowährungen zu investieren. Nach der Veröffentlichung des Artikels widersprachen mehrere Branchenführer, darunter Michael Saylor, Mitbegründer von MicroStrategy, und Paolo Ardoino, CEO von Tether, öffentlich auf X.

Johnsons Argumentation: Persönliche Erfahrung und „Glaubenszusammenbruch“-Theorie

Johnson beschreibt in seinem Artikel, dass er eine ältere Gemeindemitgliedschaft kennt, die durch den Kauf von Bitcoin in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist und später um Hilfe gebeten hat. Dies soll als Beweis für die Gefahren von Kryptowährungen dienen. Er räumt ein, dass Bitcoin keine zentrale Verwaltung hat, argumentiert jedoch, dass sein Wert auf kollektiven Glauben basiert: „Sobald die Menschen das Vertrauen in Bitcoin verlieren, wird es zusammenbrechen“, und nutzt dies als Analogie zu einem Ponzi-Schema.

Johnson war von 2019 bis 2022 im Amt und äußert sich seit seinem Rücktritt weiterhin in Medien wie der Daily Mail. Dies ist seine erste öffentliche Stellungnahme zum Thema Bitcoin.

Punktuelle Gegenargumente von vier Branchenexperten

Mehrere Krypto-Experten reagierten schnell öffentlich auf X, wobei die Kernpunkte weitgehend übereinstimmen:

Michael Saylor (Mitbegründer von MicroStrategy): Er verweist auf die drei strukturellen Merkmale eines Ponzi-Schemas – zentralisierte Betreiber, feste Renditeversprechen, und die Bezahlung früher Investoren mit Mitteln späterer Investoren – und erklärt, dass Bitcoin keines dieser Merkmale erfüllt. Sein Originalzitat lautet: „Bitcoin hat keinen Emittenten, keinen Promoter und keine garantierte Rendite. Es ist eine offene, dezentralisierte Währung, die durch Code und Marktnachfrage angetrieben wird.“

Paolo Ardoino (CEO von Tether): Zitiert Community-Kommentare, die systematisch darlegen, dass Bitcoin nicht die typischen Merkmale eines Ponzi-Schemas aufweist.

Adam Back (CEO von Blockstream, früher Bitcoin-Entwickler): Nennt Johnson „Bozza“ (Kurzform für Boris) und äußert sich knapp und deutlich.

Fred Kruger (Krypto-Investor): Spricht direkt an: „Ein Ponzi-Schema braucht einen zentralen Betreiber, Boris. Bitcoin basiert nur auf mathematischen Prinzipien.“

Der gemeinsame Kern der Reaktionen ist, dass die Voraussetzung für ein Ponzi-Schema die Existenz eines zentralen Betrügers ist, während die dezentrale Struktur von Bitcoin diesem Kriterium fundamental widerspricht.

Historischer Hintergrund der Ponzi-Schema-Debatte

Der Vorwurf, Bitcoin sei ein Ponzi-Schema, ist nicht neu. Der Ökonom Nouriel Roubini bezeichnete Kryptowährungen öffentlich als „echte Blase und Ponzi-Schema“, und Fabio Panetta, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, verglich den digitalen Markt mit einem „Haus aus Karten“.

Langfristig sind die Gegenargumente der Befürworter konsistent: Die Kernmerkmale eines Ponzi-Schemas sind eine erkennbare zentrale Steuerung, während das Bitcoin-Protokoll offen und codebasiert ist, keiner einzelnen Instanz unterliegt und keine garantierten Renditen verspricht. Johnsons Äußerung bringt diese seit Jahren geführte Debatte wieder in den öffentlichen Fokus und löst in der Krypto-Community eine breite Diskussion aus.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Johnsons Hauptargument, warum Bitcoin ein Ponzi-Schema ist?
Johnson basiert auf persönlichen Erfahrungen mit Bitcoin-Investoren, die Opfer wurden, und glaubt, dass der Wert von Bitcoin auf kollektivem Glauben beruht. Sobald dieser Glaube zerbricht, würde der Wert auf null fallen. Er räumt ein, dass Bitcoin keine zentrale Instanz hat, hält aber die gesamte Struktur für betrügerisch.

Warum erfüllt Bitcoin nicht die Definition eines Ponzi-Schemas?
Ein Ponzi-Schema erfordert: einen zentralen Betreiber, der feste Renditen verspricht, und die Finanzierung neuer Investoren, um alte auszuzahlen. Bitcoin hat keinen Emittenten oder Promoter, garantiert keine Renditen und basiert auf offenem Code sowie Marktangebot und -nachfrage. Alle drei Kriterien sind nicht erfüllt.

Wer ist Michael Saylor und warum ist seine Reaktion bedeutend?
Michael Saylor ist Mitbegründer von MicroStrategy, einem der weltweit größten börsennotierten Unternehmen, das Bitcoin hält. Er gilt als einer der prominentesten Vertreter institutioneller Bitcoin-Adoption, und seine öffentlichen Äußerungen ziehen in der Krypto- und Mainstream-Medien große Aufmerksamkeit auf sich.

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