Anthropic und OpenAI bereiten sich auf Börsengänge vor und lenken damit die Aufmerksamkeit auf Anlageprodukte, die nicht börsennotierte Aktien beider KI-Unternehmen halten. Jang Chi-young, Forscher bei Hana Securities, identifizierte börsengehandelte Fonds (ETFs) und geschlossene Fonds als Methoden, mit denen Anleger vor deren Börsengängen ein Engagement in diesen Unternehmen erlangen können. Beide Produktarten sind an Börsen notiert und können wie reguläre Aktien gehandelt werden, wobei die Vorschriften der Securities and Exchange Commission (SEC) die Höhe nicht börsennotierter Aktienbestände in ETFs auf maximal 15 Prozent des Gesamtvermögens begrenzen.
Laut Jang bieten ETF-Produkte eine unkomplizierte Methode, nicht börsennotierte Aktien zu halten. Die derzeitigen Bestände von Anthropic und OpenAI in ETFs sind noch gering, doch Jang merkte an, dass künftige Neubewertungen der Unternehmenswerte zu einem erhöhten Allokationsanteil innerhalb dieser Fonds führen könnten. Für Anleger, die vor dem Börsengang ein Engagement in beiden Unternehmen anstreben, hob Jang CNEQ und ALAI für höhere Anthropic-Bestände sowie TTEQ für ein gleichzeitiges Engagement in beiden Unternehmen hervor.
CNEQ konzentriert sich auf Large-Cap-US-Wachstumsaktien und hält weniger als 30 Aktien, wobei die fünf größten Positionen rund 40 Prozent des Portfolios ausmachen. Zu den aktuellen Beständen gehören NVIDIA mit 13,3 Prozent, Microsoft mit 6,1 Prozent, TSMC mit 5,8 Prozent, Alphabet mit 5,7 Prozent und Anthropic mit 5,5 Prozent. ALAI hält Anthropic mit 3,02 Prozent und investiert breit in Unternehmen, die KI-Technologie entwickeln oder nutzen; mit rund 70 Aktien bietet es im Vergleich zu CNEQ eine höhere Diversifikation. TTEQ hält sowohl Anthropic mit 0,9 Prozent als auch OpenAI mit 0,47 Prozent, wobei neun der zehn größten Positionen aus dem Halbleiterbereich stammen, womit der Fonds laut Jang von der Ausweitung der KI-Infrastrukturinvestitionen profitieren kann.
Jang identifizierte zwei Aspekte, die ETF-Anleger beachten sollten. Kapitalzuflüsse können zu einer Aktienverwässerung führen, da nicht börsennotierte Aktien nur eine begrenzte Liquidität aufweisen, was eine Ausweitung der Bestände im Tempo der Fonds-Mittelzuflüsse erschwert. NASA erlebte diesen Effekt im Mai, als rasche Kapitalzuflüsse seinen SpaceX-Anteil von 10,7 Prozent auf 4,6 Prozent sinken ließen.
Die Abbildung der Werte nicht börsennotierter Aktien im Nettoinventarwert (NAV) von ETFs kann Verzögerungen unterliegen. ETFs nutzen indirekte Eigentumsstrukturen wie Special Purpose Vehicles (SPVs), wenn sie nicht börsennotierte Aktien halten. Da nicht börsennotierte Aktien keine Börsenkurse haben, werden ihre Werte über SPV- oder Fondsmanagement-Bewertungen ermittelt, was zu einer zeitlichen Verzögerung zwischen Unternehmensneubewertungen und NAV-Updates führt. Jang verwies auf XOVR, der 10 Prozent in SpaceX hielt, als Beispiel dafür, dass der NAV auch in einer Phase, in der der Unternehmenswert von SpaceX um mehr als das Vierfache stieg, eng mit dem zugrunde liegenden Index (exklusive nicht börsennotierter Aktien) korrelierte, was zu einer nur begrenzten Outperformance gegenüber dem Basisindex führte.
Börsennotierte geschlossene Fonds bieten eine weitere Möglichkeit, nicht börsennotierte Aktien vor Börsengängen zu halten. Diese Fonds unterliegen keinen Beschränkungen hinsichtlich des Anteils nicht börsennotierter Aktien, was sie für Anleger geeignet macht, die ein höheres Engagement in nicht börsennotierten Unternehmen anstreben. DXYZ und VCX halten derzeit kombinierte Anthropic- und OpenAI-Positionen von 23,9 Prozent bzw. 28,9 Prozent. Die feste Anzahl von Aktien bietet relative Freiheit von Verwässerungsproblemen durch Kapitalzuflüsse.
Für Anleger geschlossener Fonds stellt die Verzerrung von Marktpreisen einen Risikofaktor dar. Eine erhöhte Marktnachfrage kann den Aufschlag der Handelskurse gegenüber dem NAV vergrößern. Umgekehrt kann das Wachstum alternativer Anlagemöglichkeiten die Nachfrage verringern und zu Abschlägen führen. Jang riet Anlegern, die Höhe des Marktpreisaufschlags gegenüber dem NAV zum Zeitpunkt des Einstiegs zu überprüfen.
Wie viel Prozent nicht börsennotierter Aktien dürfen ETFs gemäß SEC-Vorschriften halten? Die SEC-Vorschriften begrenzen den Gesamtanteil nicht börsennotierter Aktien in ETFs auf 15 Prozent des Gesamtvermögens.
Welche ETFs halten die höchsten Anteile an Anthropic-Aktien? CNEQ hält Anthropic mit 5,5 Prozent seines Portfolios, während ALAI Anthropic mit 3,02 Prozent hält. TTEQ hält sowohl Anthropic mit 0,9 Prozent als auch OpenAI mit 0,47 Prozent.
Wie hoch ist die kombinierte Allokation von Anthropic und OpenAI in den geschlossenen Fonds DXYZ und VCX? DXYZ hält eine kombinierte Allokation von 23,9 Prozent in Anthropic und OpenAI, während VCX eine kombinierte Allokation von 28,9 Prozent in beide Unternehmen hält.
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