Deutsche Gerichte erlassen eine einstweilige Verfügung gegen Google- KI-Zusammenfassungen; Haftungsausschlüsse stellen keine wirksame Verteidigung dar

德國法院對Google AI摘要發禁制令

Laut BlockTempo vom 11. Juni hat das Landgericht München (Munich Regional Court) im Mai eine einstweilige Verfügung gegen Google erlassen. Das Gericht stellte fest, dass irreführende Zusammenfassungen, die durch AI Overviews erzeugt werden, „eigene Angaben“ von Google sind. Gleichzeitig entschied das Gericht, dass die Haftungsausschlüsse in den Servicebedingungen (AI kann Fehler enthalten, bitte selbst prüfen) keine wirksame rechtliche Einwendung darstellen.

Gerichtliche Kernaussage: AI Overviews sind eigene Angaben von Google

Das Gericht traf in seiner Entscheidung folgende Abgrenzungen:

Traditionelle Suchmaschinen: Sie listen die Überschriften und Zusammenfassungen von Webseiten Dritter auf. Dem Nutzer wird stets die ursprüngliche Quelle präsentiert; Aussagen sind in der Form „Eine bestimmte Website sagt, dass …“. Google fungiert als Wegweiser, nicht als Aussageersteller.

AI Overviews: Basierend auf einer „eigenen Interpretation“ von Googles Suchindex erstellt Google auf der Suchergebnisseite direkt eine „unabhängige, neue, wesentliche“ Aussage. Subjekt der Aussage wechselt dabei von Dritten zu Google.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass dieser Subjektwechsel dazu führt, dass für die Ausgaben von AI Overviews kein Schutz über eine bloß indirekte Verantwortlichkeit traditioneller Suchmaschinen greift. Google muss daher für diese Aussagen unmittelbar einstehen. Das Gericht stellte außerdem fest, dass die Ausgaben von AI Overviews „eine Darstellung im Rahmen einer geschäftlichen Tätigkeit“ sind und daher nicht unter die lockere Schutzwirkung reiner Meinungsäußerungen fallen.

Zwei von Google zurückgewiesene Einwände: Bestätigung des bisherigen Verfahrensstands

Einwand 1: Nutzer müssten selbst prüfen, ob die Mehrheit der Nutzer versteht, dass die AI-Ausgaben möglicherweise nicht korrekt sind. Daher sollte den Ausgaben keine Tatsachenwirkung zukommen und der Diensteanbieter müsse folglich nicht verantwortlich sein. Das Gericht entschied: Der Haftungsausschluss unten auf der Seite stellt keine wirksame rechtliche Einwendung dar.

Einwand 2: Verlage müssten Regress bei Dritten nehmen, wenn Google behauptete verleumderische Aussagen in Drittfassungen existieren. Das Gericht entschied: Nur Google hat die Fähigkeit, die zugrunde liegenden Algorithmen zu korrigieren und den Inhalt der AI Overviews-Ausgaben zu ändern. Niemand anderes kann in die Generierungslogik eingreifen, daher kann sich Google nicht mit diesem Argument entlasten.

Verfahrensstand: Die Verfügung ist wirksam, das formelle Verfahren läuft noch

Die vom Landgericht München erlassene einstweilige Verfügung verbietet Google, die oben genannten unwahren Aussagen weiterhin zu verbreiten, bis das formelle Verfahren abgeschlossen ist. Eine einstweilige Verfügung bedeutet, dass das Gericht die Anträge der Kläger zunächst als „überwiegend glaubhaft“ ansieht, ersetzt jedoch kein endgültiges Urteil. Der formelle Zeitplan wurde bislang noch nicht veröffentlicht. Die Entscheidung entfaltet zudem keine unmittelbare Bindungswirkung für AI-Dienste außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der deutschen Gerichte in München.

Häufige Fragen

Welche Bedeutung hat diese Entscheidung für ChatGPT, Perplexity und andere KI-Suchdienste?

Der Maßstab, den das Landgericht München festgelegt hat, lautet: Ob die KI-Ausgabe eine „eigene Angabe“ des Diensteanbieters darstellt oder nur Inhalte Dritter zitiert. KI-Dienste, die mit bestimmter Bestimmtheit Aussagen über das jeweilige Subjekt machen (einschließlich ChatGPT, Perplexity usw.), sehen sich logisch mit denselben rechtlichen Fragen konfrontiert. Die deutsche Entscheidung entfaltet jedoch keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung für Dienste außerhalb des deutschen Gerichtsstands.

Welche rechtliche Wirkung hat die einstweilige Verfügung (Einstweilige Verfügung)?

Eine einstweilige Verfügung ist eine Eilmaßnahme im deutschen Zivilprozessrecht. Das Gericht kann damit vor einem endgültigen Urteil anordnen, bestimmte Handlungen zu unterlassen. Diese Entscheidung bedeutet keinen endgültigen Erfolg, sondern nur, dass das Gericht die Anträge der Kläger als „vorläufig glaubhaft“ bewertet. Eine vollständige rechtliche Gesamtwürdigung wird im formellen Verfahren vorgenommen; der Zeitplan wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Warum hat dieser Fall eine besondere Bedeutung für das System der KI-Haftungsausschlüsse?

Es handelt sich um den ersten Fall weltweit, in dem ein Gericht auf rechtlicher Ebene formell verneint, dass „KI-Haftungsausschlüsse“ die direkte rechtliche Verantwortlichkeit ersetzen können—und zwar mit KI-Aussagen als konkretem Gegenstand. Anbieter bestimmter Chatbots in den USA hatten zuvor argumentiert, KI-Ausgaben seien „reine Meinungsäußerungen“ und müssten durch den First Amendment geschützt sein. Die Entscheidung deutscher Gerichte geht in die entgegengesetzte Richtung: Sie stellt fest, dass KI-Ausgaben „eine Darstellung im Rahmen einer geschäftlichen Tätigkeit“ sind, wodurch ein anderes rechtliches Rahmenwerk Anwendung findet.

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