Inflation durch künstliche Intelligenz (KI), die die Technologiebranche antreibt, könnte innerhalb eines Jahrzehnts den Wert von Bitcoin über die Marke von 10 Millionen USD treiben, indem sie Druck auf die Zentralbanken ausübt, die Geldmenge kontinuierlich zu erweitern. Dies ist die Einschätzung eines Berichts von Joe Burnett, Strategieberater bei Strive.
Burnett, derzeit Vice President für Bitcoin-Strategie bei Strive, meint, dass bahnbrechende Produktivitätsfortschritte durch KI zu sinkenden Preisen für Waren und Dienstleistungen führen werden, was die Gewinnspannen schmälern und die politischen Entscheidungsträger zwingen wird, eine expansive Geldpolitik beizubehalten. Seiner Ansicht nach lautet das Basisszenario, dass Bitcoin im ersten Quartal 2036 11 Millionen USD erreichen wird.
„Mein Basisszenario für das erste Quartal 2036 ist 11 Millionen USD pro Bitcoin“, schrieb Burnett.
Diese Prognose basiert auf einer Reihe kühner Annahmen, darunter die Annahme, dass Bitcoin etwa 12 % des weltweiten Finanzvermögens ausmachen wird, während das globale Vermögen bis 2036 mit durchschnittlich 7 % pro Jahr wächst. Derzeit macht Bitcoin nur etwa 0,2 % des weltweiten Finanzvermögens aus. Das bedeutet, dass die Marktkapitalisierung von Bitcoin in den nächsten zehn Jahren um mehr als das 176-fache steigen müsste, auf 230 Billionen USD.
Quelle: Joe Burnett Laut Nic Puckrin, Mitbegründer und leitender Marktanalyst bei der Bildungsplattform Coin Bureau, impliziert diese Prognose, dass Bitcoin zur dominierenden globalen Reservewährung werden könnte, während die lockere Geldpolitik das Wirtschaftssystem im nächsten Jahrzehnt weiterhin prägen wird.
„Diese Prognose deutet darauf hin, dass Bitcoin etwa 10-mal größer sein wird als die aktuelle M2-Geldmenge der USA, fast viermal so groß wie der aktuelle US-Aktienmarkt und fast doppelt so groß wie das derzeitige globale BIP“, analysiert Puckrin.
Die Prognose impliziert auch eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von etwa 53 %. Obwohl dies nicht völlig neu ist – Bitcoin erreichte zwischen 2015 und 2024 eine durchschnittliche CAGR von 60 % – könnte das Wachstum aufgrund der zunehmenden Marktkapitalisierung langsamer werden, ergänzt Puckrin.
Burnetts Argumentation dreht sich um das Konzept des „KI-Deflationswerkzeugs“, das besagt, dass Automatisierung und Kostensenkungen durch KI einen anhaltenden deflationären Druck erzeugen werden.
In einem auf Schulden basierenden Fiat-System könnte anhaltende Deflation Spannungen auf den Kreditmärkten verursachen, da Vermögenspreise und Löhne sinken, während die Schulden in Nominalwerten konstant bleiben. Dies könnte die Zentralbanken und Regierungen zwingen, zusätzliche Liquidität zu pumpen, um eine Deflationsspirale zu verhindern.
„Im Rahmen eines schuldenbasierten Fiat-Systems kann anhaltende Deflation den Kreditmarkt destabilisieren, weil Löhne und Vermögenspreise sinken, während Hypotheken, Unternehmens- und Staatsschulden in Nominalwerten unverändert bleiben“, erklärt Burnett.
Diagramm zum Vergleich der M2-Geldmenge mit dem CPI | Quelle: Joe Burnett „Wenn KI die Deflation in der realen Wirtschaft antreibt, werden die Zentralbanken und Finanzbehörden gezwungen sein, die Liquidität zu erweitern, um die Deflationsspirale zu stoppen.“
Burnett prognostiziert, dass dies zu einer kontinuierlichen Erhöhung des Geldangebots führen wird, insbesondere im Vergleich zu knappen Vermögenswerten wie Bitcoin.
Darüber hinaus hebt Burnett die Entstehung von „digitalen Kreditmodellen“ hervor, die von Unternehmen wie Strategy – dem größten Bitcoin-Halter – vorangetrieben werden.
Digitale Kredite bieten Investoren Einkünfte in USD durch öffentlich gehandelte Wertpapiere, die durch große Bilanzen mit Bitcoin besichert sind. Finanzunternehmen nutzen dieses Modell, um Kapital zu beschaffen und so weitere Bitcoin anzusammeln.
Mechanismus des digitalen Kreditumlaufs | Quelle: Joe Burnett Burnett prognostiziert, dass digitale Kreditprodukte eine „Reflexionsschleife“ zwischen globaler Renditeerwartung und Bitcoin-Anhäufung schaffen werden, was den Beginn eines Kredit-Systems markiert, das auf einer knappen, verifizierbaren Währung basiert.
Trotzdem übertrifft Burnetts Prognose von 11 Millionen USD die meisten anderen optimistischen Szenarien mit kürzerem Zeithorizont. Beispielsweise prognostizierte ARK Invest im optimistischen Fall, dass Bitcoin bis 2030 1,5 Millionen USD erreichen könnte, und im pessimistischen Szenario 300.000 USD, berichtete Coinphoton im November 2025.
Insgesamt zeichnet Burnetts Prognose nicht nur ein kühnes Zukunftsszenario für den Bitcoin-Wert, sondern unterstreicht auch die Rolle von KI und neuen Finanzmodellen bei der Gestaltung der globalen Finanzmärkte der Zukunft.
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