Gate Forschungsinstitut: Bitcoin-, Rohöl- und Gold-Entwicklung sowie Investitionsmöglichkeiten im Kontext des Konflikts zwischen den USA und Iran

GateResearch

Kernerkenntnisse

  • Nach den gemeinsamen Luftangriffen Israels und der USA auf Iran stiegen Gold und Öl am Montag sprunghaft an, die globalen Aktienmärkte eröffneten im Minus, Bitcoin schwankte stark und verursachte innerhalb weniger Stunden eine Marktkapitalisierungsschwankung von etwa 80 Milliarden US-Dollar.
  • Gold wird durch reale Zinsen und Zentralbankkäufe gestützt, Öl durch OPEC+ Produktionskapazitäten und geopolitische Risiken beeinflusst. Beide gelten in Konfliktsituationen als traditionelle Absicherungen gegen Risiko und Inflation.
  • Markteinschätzungen deuten auf eine geringe Wahrscheinlichkeit eines umfassenden Krieges hin, doch das Risiko einer Sperrung des Persischen Golfs ist nicht gering; kurzfristige Asset-Schwankungen werden vor allem durch Risikoprämien getrieben, während die mittelfristige Entwicklung von der Dauer des Konflikts und der Geldpolitik abhängt.
  • Sollte sich die Lage letztlich auf eine Einigung oder eine temporäre Entspannung zubewegen, könnten die Preise für Rohstoffe deutlich korrigieren; andernfalls besteht die Gefahr weiterer Preissteigerungen bei Gold und Öl.
  • Derzeit sind auf Gate die Märkte für , darunter XAUT/USDT, tokenisierte Aktien, Indizes, Devisen und Rohstoffe, live. Investoren können mit Gate TradFi rund um die Uhr handeln und schnell Marktchancen nutzen.

1. Kurz- und langfristige Trends bei Bitcoin, Öl und Gold

1.1 Eröffnung am Montag, 2. März 2026

Am Samstag starteten die USA und Israel einen gemeinsamen Luftangriff auf Iran, was den Bitcoin-Preis auf 63.000 USD abstürzen ließ. Innerhalb weniger Stunden bestätigten iranische Medien den Tod des obersten Führers Khamenei bei dem Angriff, woraufhin Bitcoin stark anstieg und von dem Tief bei 63.000 USD auf etwa 68.000 USD schnellte. Innerhalb kurzer Zeit kam es zu einer Marktkapitalisierungsschwankung von rund 80 Milliarden USD, was den schwachen Wochenend-Liquiditätsstatus ausnutzte: etwa 157.000 Trader wurden zwangsliquidiert, mit einem Verlust von insgesamt 657 Millionen USD.

Während des Verkaufs strömten Trader auf dezentrale Plattformen, um rund um die Uhr Perpetual Contracts für Öl und Gold zu handeln und so während der Schließung der traditionellen Märkte zu hedgen. Diese Kapitalflüsse schwächten die Kaufkraft im Kryptobereich und erhöhten den Abwärtsdruck auf Bitcoin in einer kritischen Phase. Die Wechselwirkung zwischen Spot-Verkäufen und Derivaten bei Rohstoffen während geopolitischer Schocks ist eine relativ neue Marktphase.

Abbildung: Tokenisiertes Gold und Bitcoin 7-Tage-Handelsübersicht

1.2 Langfristige Trends und Korrelationen

Langfristig gilt Bitcoin als Absicherung und wird oft als „digitales Gold“ bezeichnet. Beispielsweise stieg Bitcoin Ende Februar 2022 nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs kurzfristig um ca. 20%, brach kurzzeitig über 45.000 USD. Im Juni 2025 stiegen die geopolitischen Risiken zwischen Israel und Iran, was Bitcoin ebenfalls kurzfristig beflügelte. Im Oktober 2025 führte die Diskussion um Währungsabwertung und Staatsverschuldung (sogenannter „Debasement Trade“) zu einem gleichzeitigen Anstieg von Bitcoin und Gold, was bei makroökonomischer Unsicherheit zu neuen Höchstständen führte.

Abbildung: Kursentwicklung von Bitcoin, Gold und WTI-Öl

Seit Ende 2025 schwächt sich die Absicherungsfunktion von Bitcoin ab; mehrere Analysen zeigen, dass Bitcoin in Risikosituationen deutlich anders performt als Gold. Der große Einbruch im Oktober 2025 zeigte, dass Bitcoin bei makroökonomischen Schocks eher riskante Anlage ist, während Gold und US-Staatsanleihen sich anders verhielten. Bei Inflation oder makroökonomischem Druck steigt Gold weiter, Bitcoin tendiert oft zu Rückgängen oder synchronen Bewegungen, was die „digitale Gold“-These in der Realität relativiert. Aktuelle makroökonomische Schocks, wie Handelspolitikrisi und globale Unsicherheiten, führen zu Bitcoin-Rückgängen und Gold-Anstiegen, was das Sicherheitsimage von Bitcoin schwächt.

Seit 2020 zeigt die Wochen-Performance-Korrelation, dass Bitcoin zunehmend riskantere Asset-Charakteristika annimmt. Die Korrelation mit dem NASDAQ liegt bei 0,43, was die enge Verbindung zu Tech-Aktien widerspiegelt, besonders nach der Pandemie, im Liquiditätsboom 2021 und im AI- und Tech-getriebenen Markt 2023–2025. Die Korrelation mit dem US-Dollar beträgt -0,24, was bei der US-Zinserhöhung 2022 den Druck auf Bitcoin erklärt. Gold (XAU) ist mit -0,53 stark negativ korreliert, was klassische Absicherungslogik widerspiegelt, während Bitcoin nur eine geringe Korrelation zu Gold (0,15) aufweist. Insgesamt zeigt Bitcoin seit 2020 eher riskante, hoch β-makroökonomische Eigenschaften, getrieben von Liquidität und Risikobereitschaft, weniger von geopolitischer Absicherung.

Tabelle: Korrelationen zwischen BTC, WTI und Gold

Im Vergleich dazu werden Gold und Öl stärker durch reale Zinsen, Dollarstärke und geopolitische Risikoprämien beeinflusst. Während der Pandemie 2020 stiegen Goldpreise durch expansive Geldpolitik und fallende reale Zinsen auf Rekordhöhen. 2021–2022 dämpften US-Zinserhöhungen und Dollarstärke den Goldpreis. Mit zunehmender geopolitischer Spannung und globalen Goldkäufen durch Zentralbanken stieg Gold erneut, erreichte mehrfach neue Hochs. Das Angebot an Gold wächst moderat, die Kosten steigen durch Energie- und Lohnkosten, Umweltregulierungen bremsen die Kapazitätserweiterung. Seit 2020 zeigt der Goldmarkt eine „rigide Versorgung, finanzialisierte Nachfrage“-Struktur.

Der Ölmarkt erlebte 2020 einen historischen Einbruch, WTI wurde zeitweise negativ. Mit wirtschaftlicher Erholung und OPEC+ Kürzungen erholte sich der Markt rasch. 2022 stiegen die Preise auf über 100 USD, dann sanken sie bei wachsendem globalen Wachstum und schwächerer Nachfrage. Die Angebotsseite wird durch OPEC+ und ungenutzte Kapazitäten im Nahen Osten gesteuert; US-Schieferöl wächst langsam, aber mit strengerer Disziplin. 2024–2025 schwankt der Ölpreis zwischen geopolitischen Spannungen, Seerisiken und Nachfrageschwankungen. Insgesamt ist der Ölpreis seit 2020 geprägt von „Nachfrageschocks, Angebotskämpfen und geopolitischer Risikoprämie“, mit hoher Volatilität.

2. Zukunftsausblick

2.1 Asset-Impact-Analysen

Zum Wochenbeginn haben die Iran-Krise durch Lücken in Gold, Öl und Aktien bereits Angst verbreitet. Der wichtigste Kanal ist die Energie, wobei die Schwere des Konflikts und die Dauer der Unsicherheit entscheidend sind.

In Unsicherheitsphasen steigt die Risikoprämie, z.B. kurzfristig bei Inflationserwartungen, da Energiepreise steigen. Die Märkte haben jedoch bereits einen Teil der Abschwächung des Wirtschaftswachstums und der Inflation eingepreist.

Abbildung: US-Inflationsrate (CPI) Erwartungen

Derzeit sind die Preisfindungen sehr sensitiv: Bei einer Einigung oder temporärer Entspannung, ähnlich dem „Venezuela-Szenario“ Anfang des Jahres, könnten geopolitische Risikoprämien schnell abgebaut werden, was zu deutlichen Preisrückgängen bei Rohstoffen führt. Bei einer Eskalation und Vertiefung des Konflikts besteht die Gefahr weiterer Preissteigerungen bei Gold und Öl.

2.1.1 Auswirkungen auf BTC und andere Krypto-Assets

Bisherige Effekte: Während der Eskalation zwischen USA und Iran schwankte Bitcoin deutlich. Im 15-Minuten-Chart fiel BTC kurzzeitig auf ca. 63.000 USD, stieg dann aber wieder über 68.000 USD. Die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte (MA5/MA10) kreuzten mehrfach die mittelfristigen (MA30), was auf schnelle Stimmungsschwankungen hindeutet. Das Verhalten ähnelt eher „riskanten Hochvolatilitäts-Assets“ als sicheren Häfen – initial gab es Liquiditätsrückgänge, dann eine Erholung bei Risikoanlagen. Das zeigt, dass kurzfristige Kapitalflüsse bei geopolitischen Schocks vor allem auf Risiko-Reduktion ausgerichtet sind.

Abbildung: BTC/USDT 15-Minuten-Chart

Prognosen von Institutionen: Es bestehen unterschiedliche Einschätzungen, aber die Tendenz ist, dass Bitcoin kurzfristig unter Druck steht und die mittelfristige Entwicklung von der Liquidität abhängt:

  • Bloomberg Intelligence sieht in geopolitischen Konflikten eine Tendenz, „Haven-first“ zu agieren, also zuerst in klassische sichere Anlagen zu investieren, was kurzfristig Bitcoin belasten kann.
  • JPMorgan betont, dass Bitcoin eher ein „Risk-on“-Asset ist, stark von Liquidität, USD und realen Zinsen abhängt.
  • CoinShares warnt, dass steigende Ölpreise und Inflationserwartungen zu Kapitalabflüssen aus Krypto führen können.
  • Standard Chartered sieht in extremen Finanzunsicherheiten eine Chance für Bitcoin als „Alternativanlage“, allerdings mit Verzögerung.

Fazit:

  • Bei regionalen Konflikten mit begrenztem Ölpreisanstieg → Bitcoin schwankt hoch.
  • Bei starkem Ölpreisanstieg und verzögerter Zinssenkung → Risiko für Abflüsse.
  • Bei globaler Systemkrise → Bitcoin könnte als „Hafen“ profitieren.

2.1.2 US-Aktien

Bisherige Effekte: Im Zuge der Eskalation zwischen USA und Iran zeigt der Nasdaq Abgabesymptome. Nach einem Hoch über 25.400 Punkten kam es zu schnellen Rückgängen, bei Nachrichten zu massiven Abverkäufen bis auf ca. 24.500 Punkte.

Im 15-Minuten-Chart zeigt sich ein Muster: „Hoch → Bruch der Unterstützung → Schwäche → Neues Tief“, die Erholungen werden schwächer, die Bären dominieren. Tech-Aktien sind sensibel gegenüber Liquidität und Zinsentwicklung, bei geopolitischen Spannungen und steigenden Ölpreisen sinkt die Risikobereitschaft. Die Märkte preisen bereits eine Risiko- und Risikoprämie-Reduktion ein.

Abbildung: NASDAQ 100/USDT 15-Minuten-Chart

Prognosen:

  • Bloomberg Intelligence erwartet, dass bei Eskalation im Nahen Osten die „Risk-off + Haven-first“-Strategie dominiert, Tech-Werte fallen.
  • JPMorgan warnt, dass steigende Ölpreise die Fed-Zinserwartungen dämpfen und Tech-Aktien belasten.
  • Goldman Sachs sieht bei geopolitischen Schocks eine erhöhte Volatilität, mit stärkeren Rückgängen bei Wachstumswerten.
  • Morgan Stanley warnt, dass bei anhaltend hohen Energiepreisen die Bewertung von Wachstumsaktien weiter sinken könnte.

Fazit:

  • Bei regionaler Konfliktlage und stabilem Öl → Nasdaq in hoher Volatilität.
  • Bei starkem Ölpreis-Anstieg → Tech weiter unter Druck.
  • Bei schneller Entspannung → Risiko- und Tech-Optimismus kehren zurück.

Derzeit befindet sich der Nasdaq in einem kurzfristigen Abwärtstrend, die weitere Richtung hängt von Ölpreisen, USD und US-Renditen ab. Langfristig bleiben Fundamentaldaten und Bewertungen relevant, die AI-Blase gilt als weniger gefährdet, im Gegenteil: Der Krieg fördert den Einsatz von AI-Technologien, was die US-AI-Indices begünstigt.

2.1.3 Gold (XAUT)

Bisherige Effekte: Bei Eskalation des Iran-Konflikts zeigt Gold typische Flucht- und Absicherungscharakteristik. Im Chart steigt der Goldpreis stark an, durchbricht kurzfristig alte Hochs und erreicht neue Hochs, danach folgt eine Konsolidierung.

Auf 5- und 15-Minuten-Ebene sind die gleitenden Durchschnitte bullish, mehrfaches Zurückkommen auf Unterstützung, dann erneutes Ansteigen. Während riskante Assets wie Bitcoin stark schwanken, bleibt Gold relativ stark, was auf eine Fluchtbewegung bei geopolitischer Unsicherheit hindeutet. Insgesamt steigt die Risikoprämie bei Gold.

Abbildung: XAUT/USDT 15-Minuten-Chart

Prognosen:

  • Bloomberg Intelligence sieht Gold bei geopolitischer Eskalation als erste Wahl, Kapital fließt in Gold und US-Staatsanleihen.
  • Goldman Sachs erwartet bei anhaltender Energieknappheit eine Kombination aus „Flucht in Sicherheit + Inflationserwartungen“ für Gold.
  • JPMorgan meint, bei steigenden Ölpreisen und fallenden realen Zinsen könnte Gold neue Hochs erreichen.
  • World Gold Council zeigt, dass bei großen Konflikten die Gold-ETF-Zuflüsse und Futures-Long-Positionen deutlich steigen.

Fazit:

  • Bei regionaler Konfliktlage bleibt Gold hoch, bei anhaltender Eskalation könnte es in einen Trend steigen, z.B. über 6.000 USD/Unze.
  • Bei schneller Entspannung könnte die Fluchtprämie schwächer werden, Preise korrigieren.

2.1.4 Öl

Bisherige Effekte: Bei Eskalation im Iran steigt WTI schnell an, kurzzeitig über 75 USD, dann folgt eine starke Korrektur auf ca. 69 USD, danach eine technische Erholung auf 72–73 USD. Im 15-Minuten-Chart zeigt sich eine „Emotionale Spitze → Gewinnmitnahmen → Zweite Erholung“, die Volatilität ist hoch. Die Märkte preisen das Risiko einer Sperrung des Persischen Golfs ein, was die Risikoprämie erhöht. Die tatsächliche Versorgung ist noch nicht unterbrochen, doch die Unsicherheit steigt.

Abbildung: Light Crude Oil Futures 15-Minuten-Chart

Prognosen:

  • Goldman Sachs sieht bei anhaltender Konfliktlage eine Seitwärtsbewegung im Risiko-Preisspann, bei tatsächlicher Unterbrechung könnten die Preise weiter steigen.
  • JPMorgan betont, dass die Engpässe im Persischen Golf entscheidend sind; bei tatsächlicher Blockade könnten die Preise schnell auf neue Höchststände steigen.
  • Rystad Energy warnt vor plötzlichen Angebotsunterbrechungen, die den Preis stark treiben.
  • Bloomberg Intelligence sieht die aktuellen Preissteigerungen vor allem als Risikoaufschlag, die weitere Entwicklung hängt von tatsächlichen Versorgungsstörungen ab.

Fazit:

  • Bei begrenzter regionaler Eskalation und ohne tatsächliche Unterbrechung bleiben die Preise im Bereich 70–75 USD.
  • Bei tatsächlicher Sperrung oder Störung könnten die Preise deutlich steigen.
  • Bei Entspannung und Rückkehr zu Risikoprämien könnten die Preise wieder fallen.

Derzeit befindet sich der Ölpreis nach der ersten Schockphase in einer Erholungsphase, die weitere Richtung hängt von Nachrichtenlage und tatsächlichen Versorgungsstörungen ab. Bei einer Eskalation im Nahen Osten ist mit weiteren Höchstständen zu rechnen.

2.2 Marktausblick anhand Wahrscheinlichkeiten

Laut Polymarket-Preisen lassen sich die wichtigsten Szenarien in einem Entscheidungsbaum abbilden.

2.2.1 Szenarien

(1) Wahrscheinlichkeit einer „vollständigen Invasion“ durch die USA ist sehr gering

Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit einer „US-Invasion vor dem 31. März“ bei etwa 7 %. Diese Definition umfasst militärische Großangriffe mit Kontrolle über Teile Irans, unterscheidet aber von punktuellen Luftschlägen oder Stellvertreterkonflikten.

Abbildung: US-Invasionswahrscheinlichkeit vor 31. März

(2) Zentrales Risiko: Sperrung des Persischen Golfs

Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass Iran den Golf vor dem 31. März oder bis Ende Juni stark einschränkt, bei ca. 42–44 %, bis Ende Dezember bei ca. 49 %. Das ist das wichtigste Risiko für die Märkte, da über 20 % des globalen Öltransports durch den Golf laufen. Bei anhaltender Sperrung könnten die Preise auf über 100 USD/Barrel steigen.

Abbildung: Wahrscheinlichkeit einer Sperrung des Golfs vor 31. März

(3) Dauer des Konflikts

Polymarket schätzt die Chance, dass der Konflikt vor dem 31. März endet, bei ca. 47 %, wobei „Ende“ eine Phase ohne neue militärische Aktionen für 14 Tage bedeutet. Für eine offizielle Friedensvereinbarung vor dem 31. März liegt die Wahrscheinlichkeit bei ca. 55 %, vor dem 30. April bei 71 %.

Abbildung: Konfliktende vor 31. März

Diese Wahrscheinlichkeiten deuten an, dass die Märkte eine Abschwächung des Konflikts innerhalb weniger Wochen erwarten, eine endgültige Friedenslösung aber eher später.

2.2.2 Asset-Impact-Modelle

(1) Rohöl ist das direkteste geopolitische Asset

Der Ölpreis wird durch zwei Faktoren beeinflusst: geopolitische Risikoprämie und tatsächliche Versorgungsausfälle. Bei Eskalation steigen beide, insbesondere bei Sperrung des Golfs. Kurzfristig ist ein weiterer Preisanstieg wahrscheinlich, auch bei nur erhöhten Transportkosten. Polymarket schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Preisanstiegs auf 99 %, mit Chancen auf 80 USD/Barrel (64 %), 90 USD (32 %), 100 USD (16 %), 110 USD (10 %).

Abbildung: Ölpreisentwicklung am 2. März

(2) Gold profitiert

Bei steigender geopolitischer Unsicherheit fließt Kapital in sichere Anlagen wie Gold. Der Goldpreis liegt aktuell bei ca. 5.350 USD/Unze. Langfristige Prognosen sind optimistisch: bis Ende Juni könnten 85 % der Analysten einen Preis von 5.500 USD oder mehr sehen, mit Chancen auf 6.000 USD. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gold auf 4.200 USD oder weniger fällt, ist gering (< 20 %).

Abbildung: Goldpreis-Prognose bis Ende Juni

Wenn die Konflikte sich abschwächen, könnte Gold in einer Hochphase verbleiben oder in einer Seitwärtsbewegung verharren. Bei anhaltender Eskalation und Inflationserwartungen könnte Gold erneut stark steigen.

(3) Bitcoin kurzfristig eher riskant

Bitcoin wird in geopolitischen Krisen zunächst wie ein Risiko-Asset bewertet, mit erhöhter Volatilität. Polymarket zeigt für den 2. März eine höhere Wahrscheinlichkeit für Kursanstiege im Vergleich zu Gold und Öl, was auf Unsicherheit hindeutet.

Abbildung: Bitcoin-Preisspekulation für den 2. März

Der Schlüssel ist die Sperrung des Golfs: Bei weiterer Eskalation könnten steigende Ölpreise die Diskussion um Inflation und Zinsen anheizen, was Bitcoin belasten könnte. Bei einer kurzfristigen Entspannung könnte Bitcoin wieder in den Risiko-Trade zurückkehren, bei einer längeren Unsicherheit mit Sanktionen und Kapitalflucht könnte es eine alternative Absicherung werden.

2.3 Politische Einschätzungen im Ausland

Kurzfristig wird die Eskalation zwischen USA und Iran wahrscheinlich kontrolliert verlaufen, um eine Ausweitung zu vermeiden. Die USA haben nach den Angriffen strategisch die Oberhand gewonnen, ohne Bodentruppen zu schicken. Bei weiterer Eskalation und Sperrung des Golfs könnten die US-Zinsen steigen, die Inflation anziehen und die Wirtschaft belasten. Auch innenpolitisch besteht Druck, eine Eskalation zu vermeiden, um die Stabilität zu wahren.

Die Märkte rechnen mit einer Begrenzung des Konflikts auf Luftangriffe, mit einer Dauer von 2–3 Wochen, danach eine Rückkehr zu Risiko- und Rohstoffpreisen auf hohem Niveau. Allerdings bleiben Risiken bestehen:

  1. Sperrung des Golfs: Über 20–30 % des globalen Öltransports laufen durch den Golf. Bei tatsächlicher Sperrung könnten die Preise kurzfristig auf 100–110 USD steigen.
  2. US-Beteiligung an Bodenkämpfen: Wenn die USA Bodentruppen entsenden, ändert sich die Konfliktcharakteristik grundlegend, mit längerfristigen Folgen.
  3. Iranische Machtverhältnisse: Die Kontrolle der Revolutionsgarden und die innenpolitische Stabilität sind unklar, was die Konfliktentwicklung beeinflusst.

Insgesamt ist die Markteinschätzung, dass die Gefahr eines begrenzten, kontrollierten Konflikts besteht, doch das Risiko einer Eskalation bleibt bestehen.

3. Potenzielle Investitionschancen

Kurzfristig dürfte der Markt „Risikoaversion vor Erholung“ zeigen, mittelfristig bleibt die Unsicherheit hoch. Laut Bloomberg-Analysen stiegen die Ölpreise seit Jahresbeginn um ca. 11 USD/Barrel, vor allem durch geopolitische Risikoprämien (ca. 6 USD) und Nachfrageverbesserung (ca. 5 USD). Bei anhaltender Eskalation könnten Gold und Öl weiter steigen, bei Entspannung könnten die Preise wieder fallen.

Langfristig sichern sich Zentralbanken weiterhin Gold, was eine stabile Unterstützung für den Preis darstellt. Aufgrund zunehmender Konflikte und Energieunsicherheiten bleibt Gold und Öl attraktive Anlagen gegen Inflation und geopolitische Risiken, geeignet für mittelfristige und langfristige Strategien.

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Quellen:

Gate 研究院 ist eine umfassende Plattform für Blockchain- und Krypto-Forschung, mit tiefgehenden Analysen, Marktübersichten, Branchenstudien, Trendprognosen und makroökonomischen Analysen.

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