Gate Forschungsinstitut: Wird der US-Dollar bis 2026 schwächer, können Stablecoins die marginale US-Dollar-Nachfrage auffangen?

GateResearch

Zusammenfassung:

  • Die Abwertung des US-Dollars ist das Ergebnis eines strukturellen Prozesses, bei dem die reale Kaufkraft sinkt, die fiskalisch getriebene schrittweise Stärkung erfolgt und langfristige Veränderungen bei den realen Zinssätzen und den Haltekosten auftreten.
  • Das traditionelle Bankensystem bildet unter regulatorischen, kapital- und risikogewichtsspezifischen Beschränkungen eine Nachfrage nach US-Dollar-Exzess, wobei Stablecoins genau in diese Lücke treten und Nachfrage aufnehmen.
  • Aufgrund unterschiedlicher regulatorischer und geschäftlicher Ausrichtung unterscheiden sich die Sicherheitenstrukturen verschiedener Stablecoins, wobei sich intern eine implizite Kredithierarchie herausbildet.
  • Die Qualität, Transparenz und das Vertrauen in die Emittenten von Stablecoins werden zu zentralen Variablen für deren Preisstabilität, Liquiditätsprioritäten und langfristige Kapitalpräferenzen.
  • Nach Erreichen einer bestimmten Größenordnung beginnen Stablecoins, eine bedeutende strukturelle Kraft bei der Beeinflussung der kurzfristigen US-Zinssätze zu werden.
  • Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass Stablecoins eine Rolle als „Wasserspeicher“ und Verteilungsebene für den US-Dollar spielen, wobei ihre Reservevermögen stabile Kaufaufträge für kurzfristige US-Staatsanleihen generieren, die wiederum die Preisgestaltung des Dollars beeinflussen.

1. Einleitung: Der US-Dollar verliert an Wert, aber verschwindet nicht

In den letzten Jahren wurde die Diskussion um den US-Dollar deutlich komplexer. Einerseits nähern sich die Federal Reserve seit 2024 einer Zinssenkungsphase, die realen Zinssätze fallen wieder; andererseits steigen die Staatsschulden kontinuierlich, die Anleiheversorgung bleibt hoch, und die langfristige fiskalische Nachhaltigkeit rückt wieder in den Fokus. Vor diesem Hintergrund häufen sich Narrative wie „Dollar schwächer“, „Dollar-Qualität wird verwässert“ und „De-Dollarisierung beschleunigt“, was den Markt zu einem gewissen Konsens führt: Der Dollar steht an einem bedeutenden strukturellen Wendepunkt.

Auf den ersten Blick erscheint diese Einschätzung nicht unbegründet. Die Inflation zerfrisst die reale Kaufkraft des Dollars, das Haushaltsdefizit und die Schuldenexpansion schwächen die langfristige Wertaufbewahrungsfunktion des Dollars, und geopolitische Spannungen sowie Finanzsanktionen führen dazu, dass einige Staaten und Institutionen bewusster ihre Abhängigkeit vom traditionellen US-Dollar-System verringern. Sowohl makroökonomische Indikatoren als auch politische und institutionelle Rahmenbedingungen deuten darauf hin, dass der Dollar schwächer wird.

Doch wenn man den Blick von der makroökonomischen Erzählung abwendet und stattdessen die tatsächlichen Kapitalflüsse und Nutzungsstrukturen betrachtet, zeigt sich ein weniger offensichtliches, aber äußerst entscheidendes Phänomen: Der Dollar wird nicht aufgegeben. Im Gegenteil, weltweit behält er seine zentrale Rolle bei der Preisbildung, Abwicklung und als sicherer Hafen. Besonders bemerkenswert ist, dass auf Chain basierende US-Dollar-Formate wie Stablecoins in den letzten Jahren nicht geschrumpft sind, sondern sogar kontinuierlich gewachsen sind.

Egal ob bei Krypto-Asset-Handel, DeFi-Absicherung und Liquidation, grenzüberschreitenden Überweisungen oder im Alltag zahlreicher Schwellenländer – die Nutzung des Dollars ist nicht mit der Dollar-Abwertung gefallen, sondern zunehmend ohne das traditionelle Bankensystem. Dies stellt einen Kernwiderspruch dar, der einer vertieften Analyse bedarf: Wenn der Dollar an Wert verliert, warum streben dann immer noch alle nach dem Dollar? Wenn das Vertrauen in den Dollar schwindet, warum verbreitet sich die Nutzung des Dollars dann eher, nur in einer anderen Form?

Ausgehend von diesem Widerspruch versucht dieser Text, die einfache Dichotomie „Stärke oder Schwäche“, „De- oder Re-Dollarisierung“ zu überwinden und die tatsächliche Nachfrage nach dem Dollar im Jahr 2026 neu zu bewerten. Dabei liegt der Fokus auf Stablecoins als eine außerhalb des traditionellen Finanzsystems stehende Form des Dollars, die marginale Dollar-Nachfrage aufnimmt, die durch das alte Finanzsystem verdrängt wurde.

1.1 Der Dollarverlust ist mehr als nur ein Konzept

Beim Begriff „Dollar-Abwertung“ ist die naheliegende Interpretation meist, dass der Dollar gegenüber anderen Währungen schwächer wird oder der Wechselkurs fällt. In der Realität ist diese Interpretation jedoch zu eng gefasst. Die Abwertung des Dollars ist vielmehr ein kontinuierlicher, struktureller Prozess, der sich nicht unbedingt in einem sofortigen, starken Kursrutsch manifestiert, sondern durch eine Vielzahl von Faktoren langsam und anhaltend die tatsächlichen Kosten des Dollar-Haltens verändert.

Erstens: Die reale Kaufkraft sinkt. Selbst wenn der Dollar nominal stabil bleibt oder in manchen Phasen gegenüber anderen Währungen aufwertet, wirkt sich anhaltende Inflation auf die Vermögenswerte der Dollar-Halter aus. Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht ist eine stabile nominale Preisentwicklung nicht gleichbedeutend mit einer stabilen Kaufkraft. Beispiel: Mit 1 Dollar kann man in einem Land einen Apfel kaufen, in einem anderen eine Mahlzeit.

Zweitens: Die schrittweise Stärkung durch fiskalische Maßnahmen. Wenn ein Land dauerhaft Haushaltsdefizite aufweist und die Staatsschulden wachsen, wird die Unabhängigkeit der Geldpolitik strukturell eingeschränkt. In diesem Umfeld wird die Geldpolitik zunehmend auf die Tragfähigkeit der Schulden ausgerichtet, etwa durch Zinssenkungen, um die Finanzierungskosten zu drücken und den Spielraum der Fiskalpolitik zu erweitern. Wenn die Geldpolitik die fiskalische Stabilisierung übernimmt, wird der langfristige Wert des Dollars unter Druck gesetzt.

Drittens: Die langfristigen Veränderungen bei realen Zinssätzen und Haltekosten. Bei niedrigen Nominalzinsen und hoher Inflation tendieren die realen Zinsen in den negativen Bereich, was bedeutet, dass das Halten des Dollars implicit Kosten verursacht: Sparer subventionieren in gewisser Weise die Schuldenmacher. Der Dollar bleibt zwar die wichtigste Währung weltweit, doch die Frage „Lohnt sich das Halten?“ wird immer relevanter.

1.2 Die Geldpolitik der Fed und der Dollar: Zyklusabhängigkeit schafft Raum für Stablecoins

Die Geldpolitik bestimmt, mit welcher Geschwindigkeit und über welche Kanäle die oben skizzierte Dollar-Abwertung wirkt. Verschiedene Phasen der Geldpolitik beeinflussen die Stärke des Dollars und die Nutzungskosten direkt.

  • 2008–2014: Quantitative Lockerung, passives Schwächerwerden des Dollars

    • Nach der Finanzkrise startete die Fed mehrere Runden der quantitativen Lockerung, die Bilanz wurde massiv ausgeweitet, die Zinsen gesenkt. Das Angebot an Dollars stieg stark, die realen Zinsen blieben niedrig, die Knappheit des Dollars nahm ab. Der Dollar wurde in dieser Phase eher „weniger gut nutzbar“, Liquidität blieb im Bankensystem und in Finanzanlagen.
  • 2015–2018: Schrittweise Zinserhöhungen, strukturelle Stärke des Dollars

    • Mit der wirtschaftlichen Erholung begann die Fed, die Zinsen anzuheben und die Bilanz zu verkleinern. Kapital floss zurück in US-Dollar-Assets, Schwellenländer litten. Der Dollar wurde wieder zum globalen Anker, seine Verfügbarkeit sank, die Nutzungskosten stiegen, die Finanzfunktion wurde gestärkt.
  • 2019: Drosselung der Straffung, Dollar-Top beginnt zu wackeln

    • Im Zuge einer globalen Wachstumsabschwächung senkte die Fed die Zinsen vorsorglich, der Dollar-Index schwankte auf hohem Niveau, die Stärke ließ nach.
  • 2020–2022: Pandemie, radikale Zinssenkungen, dann rasche Erhöhungen, Dollar in Superzyklus

    • Während der Pandemie führte die Fed unlimitiertes QE und Nullzinsen ein, Liquidität war extrem hoch. Mit steigender Inflation reagierte die Fed mit der schnellsten Zinserhöhung in der Geschichte, der Dollar-Index erreichte ein 20-Jahres-Hoch, was das Vertrauen in den langfristigen Wert des Dollars schwächte.
  • 2023–2025: Erwartung sinkender Zinsen, struktureller Rückgang des Dollars

    • Mit fallender Inflation wird ab 2023 eine Zinssenkungserwartung laut. Der Dollar bleibt hoch, aber die Marginalen Effekte der Straffung nehmen ab. Haushaltsdefizite, Schulden und langfristige Zinsen dominieren die Erzählung. Dabei zeigt sich eine entscheidende Veränderung: Der Dollar wird weiterhin gebraucht, aber im traditionellen System wird er langsamer, teurer und restriktiver.

1.2 FED 货币政策与美元走势:政策周期给稳定币提供发展空间

2. Das Scheitern des traditionellen Dollars – Wie Stablecoins die Exporteure der Nachfrage aufnehmen

Mit der Anpassung der Geldpolitik und zunehmenden fiskalischen Beschränkungen ziehen sich die Banken im regulierten System aktiv aus der Bilanzierung von US-Dollar-Assets zurück. Gleichzeitig erschweren strenge AML-, grenzüberschreitende Compliance- und Kontozugangsregeln den Zugang für viele Nicht-Kernnutzer und marginale Kapitalströme, was eine strukturelle Nachfrage nach US-Dollar außerhalb des Systems schafft. Stablecoins treten genau in diese Lücke und bieten eine weniger reibungsintensive Form der Liquidität, werden so zu einem wichtigen Container für die außerhalb des Systems zirkulierenden US-Dollars.

2.1 Dollar-Abwertung ≠ Rückgang der Dollar-Nutzung, Chain-basierte US-Dollars expandieren gegen den Trend

Bei der Diskussion um die Dollar-Abwertung ist die intuitive Annahme: Wenn die Kaufkraft des Dollars sinkt und das Vertrauen schwindet, sollte auch die Nutzung und Nachfrage nach US-Dollar sinken. Die Realität ist jedoch genau umgekehrt: In den letzten Jahren, insbesondere nach Zinsschocks, Bankenrisiken und volatilen Risikoanlagen, haben sich Chain-basierte US-Dollar-Formate wie Stablecoins nicht verringert, sondern in mehreren Dimensionen sogar ausgeweitet.

Zunächst: Die Gesamtsumme der Stablecoins hat sich nach zyklischen Rückgängen wieder erholt und ist bis Anfang 2026 auf über 309 Milliarden USD gestiegen, ein Rekord. Trotz veränderter Marktstrukturen und Verschiebungen zwischen Stablecoins ist die Gesamtnachfrage nach US-Dollar-gestützten Token nicht marginalisiert. Das zeigt, dass der Markt trotz langfristiger Dollar-Sorgen weiterhin auf US-Dollar-Preise setzt.

Zweitens: Die Aktivitätsdaten belegen eine deutliche Steigerung. Im Jahr 2025 wurden auf Chain etwa 33 Billionen USD an Stablecoin-Transaktionen abgewickelt, ein Plus von ca. 70 %. USDT und USDC dominieren den Markt, wobei USDC etwa 18,3 Billionen USD und USDT ca. 13,3 Billionen USD umsetzen, was den Großteil der Transaktionen ausmacht.

Monatlich lag das Transaktionsvolumen auf Ethereum bei bis zu 850 Milliarden USD, was die zentrale Rolle bei Handel, Cross-Chain-Transfers und Preisbildung unterstreicht.

Kurz: Trotz makroökonomischer Risiken hat sich die Rolle der Stablecoins als Liquiditäts- und Abwicklungsinstrumente nicht verschoben, sondern verstärkt.

2.2 Stablecoins als „Schatten-Dollar“ – Aufnahme der Nachfrage, die das Bankensystem verdrängt

In den letzten Jahren haben sich die Friktionen bei grenzüberschreitenden US-Dollar-Transaktionen erhöht. Der Transfer innerhalb des Bankensystems ist oft komplex, teuer und zeitaufwendig, mit mehreren Zwischenstationen, strengen Compliance-Anforderungen und Risikoaufschlägen. Geopolitische Spannungen, Kontosperrungen und Sanktionen verschärfen die Situation zusätzlich.

In diesem Umfeld übernehmen Stablecoins eine Art „Schatten-Dollar“-Funktion. Sie sind kein Angriff auf die Dollar-Preise, sondern eine Ergänzung, um regulatorische Hürden zu umgehen und marginale Nachfrage zu bedienen. Für viele grenzüberschreitende Händler ist die Attraktivität von Stablecoins vor allem in ihrer Zugänglichkeit, Transfergeschwindigkeit und Abwicklungssicherheit zu sehen: keine Abhängigkeit von lokalen Banken, keine Geschäftszeiten, fast Echtzeit-Transfers.

Wichtig: Stablecoins sind private Schulden in US-Dollar. Ihr Wert basiert nicht direkt auf staatlicher Kreditwürdigkeit, sondern auf Vertrauen in die Emittenten. Um dieses Vertrauen zu sichern, halten die meisten großen Stablecoin-Emittenten große Bestände an kurzfristigen US-Staatsanleihen und repo-Assets, die auf US-Anleihen basieren.

2024 haben diese Stablecoins rund 40 Milliarden USD an US-Staatsanleihen gekauft, vergleichbar mit den größten Geldmarktfonds und übersteigen die meisten ausländischen Investoren.

Diese Struktur erhält die Anbindung an den Dollar, ermöglicht aber gleichzeitig eine Funktion, die der Abwicklung im öffentlichen Finanzsystem entzogen ist. Sie sind eine Art außerbilanzieller Verbindlichkeit für die Emittenten, für Nutzer eine Form des US-Dollars, die ohne Bankkonto gehalten und transferiert werden kann. Es ist kein Verlust an Dollar-Kredit, sondern eine Verschiebung der Zugangswege.

Wichtig: Stablecoins sind nicht zwangsläufig sicherer als klassische US-Dollar, sie haben keine Notenbank-Backstop oder Einlagensicherung. Bei Vertrauensverlust können sie ebenfalls schwanken oder entkoppeln. Aus Nutzersicht sind sie jedoch oft praktischer: geringere Einstiegshürden, schnellere Transfers, weniger Einschränkungen.

2.1.1 Unterschiede in der Sicherheitenstruktur durch regulatorische und geschäftliche Ausrichtung

Auf den ersten Blick unterscheiden sich Stablecoins stark in ihrer Asset-Strategie: Manche bestehen fast ausschließlich aus Bargeld und US-Staatsanleihen, andere enthalten auch Kredite, Krypto-Assets oder nicht-standardisierte Sicherheiten. Diese Unterschiede sind das Ergebnis regulatorischer Rahmenbedingungen, Geschäftsmodelle und Risikobereitschaft.

2.2.1 监管和业务定位的差异下,不同稳定币的抵押品结构差异

Regulatorische Unterschiede sind der Kern. USDC, BUSD, USDP werden meist von Emittenten in stark regulierten Jurisdiktionen ausgegeben. Das schränkt die Asset-Auswahl stark ein: Es dominieren Bargeld, US-Staatsanleihen und Repo-Assets, die transparent, risikoarm und liquide sind. Diese Assets sind zwar nicht die höchsten Ertragsbringer, aber gut nachvollziehbar und vertrauenswürdig, auch unter Druck.

USDT hingegen operiert in einer Offshore-Umgebung mit weniger regulatorischer Kontrolle. Die Transparenz war historisch geringer, die Asset-Strategie flexibler. USDT ist eher eine Marktlösung, kein strikt reguliertes Finanzprodukt, und enthält daher auch längerfristig Kredite, Unternehmenspapiere oder nicht-stabile Krypto-Assets.

Geschäftliche Ausrichtung: USDC und USDP zielen auf stabile, vertrauenswürdige Anbindung an den Dollar ab, auch wenn sie auf Kosten von Ertrag gehen. Sie sind eher passive Währungen. USDT hingegen strebt nach Skalierung, Verfügbarkeit und globaler Reichweite, nutzt auch Kredit- und Handelsaktivitäten, um die Größe zu erhöhen. Es ist eine Art Schattenbank mit Finanzintermediation.

2.1.2 Nicht alle Stablecoins sind gleich – Sicherheits- und Kredit-Hierarchien

Früher galten Stablecoins als gleichwertige, einfache Dollar-Äquivalente. Bei stabilen Marktverwerfungen wurde die Annahme, dass alle stabilen Token gleich sicher sind, zunehmend in Frage gestellt.

Der Terra-UST-Crash 2022 war der erste große Beweis: Ohne echte Asset-Unterstützung, nur durch Algorithmus, brach der Kurs zusammen. Das zeigte: Vertrauen in die Asset-Backing ist essenziell. Die Frage „Hat der Stablecoin echte, sofort realisierbare US-Dollar-Assets?“ wurde zum ersten Sicherheitskriterium.

Der FTX-Zusammenbruch 2022 verstärkte das: Nicht nur die Asset-Qualität, sondern auch Transparenz und die Glaubwürdigkeit der Emittenten sind entscheidend. Vertrauen in die Finanzierungs- und Asset-Strategie ist die zweite Sicherheitsstufe.

2023 kam die SVB-Pleite: USDC, das einen Teil seiner Reserven bei SVB hielt, verlor kurzzeitig den Anker, fiel auf 0,86 USD. USDT, das keine direkte Verbindung zu SVB hatte, blieb stabil oder zeigte sogar Prämien. Das zeigt: Es gibt eine klare Hierarchie: „Sicher“ vs. „Risiko“, die sich in den Preisen widerspiegelt.

In DeFi-Systemen verstärken technische Mechanismen diese Hierarchien: USDC, USDP, DAI, die über PSM (Peg Stability Module) mit USDC verbunden sind, reagieren empfindlich auf USDC-Entkopplungen. Wenn USDC schwächelt, ziehen Arbitrageure Liquidität ab, was auch andere Stablecoins beeinflusst. Die technische Infrastruktur wird so zum Risiko-Accelerator.

Diese Ereignisse zeigen: Der Markt differenziert zunehmend zwischen „relativ sicher“ und „risikobehaftet“. Die implizite Kredit-Hierarchie wird zum entscheidenden Faktor für Preis, Liquidität und langfristige Nutzung.

3. Stablecoins beeinflussen die kurzfristigen Zinsen des Dollars gegen den Trend

Einige Theorien, etwa das „Mixed-Monetary Ecosystem Model“, sehen Stablecoins nicht als Schatten des Dollars außerhalb, sondern als Teil eines hierarchischen Systems: Private digitale Dollar, die zusammen mit Zentralbank- und Bankeinlagen eine mehrschichtige Dollar-Welt bilden. Dabei sind Stablecoins keine passiven Anhängsel, sondern aktiv an der Verteilung von Liquidität und Zahlungsströmen beteiligt.

3.1 Datenbasiert: Zusammenhang zwischen Stablecoin-Wachstum und kurzfristigen US-Zinssätzen

In diesem Rahmen beeinflussen Stablecoins zunehmend die Märkte, vor allem die kurzfristigen Zinsen. Sie sind nicht nur Empfänger, sondern auch Anbieter von US-Dollar-Assets, insbesondere in Form von US-Staatsanleihen und Repo-Assets.

Studien zeigen, dass die Emittenten von USDT, USDC & Co. inzwischen zu den größten Nicht-Souveränen-Haltern kurzfristiger US-Anleihen gehören. Mit wachsendem Stablecoin-Volumen sinken die kurzfristigen Zinsen: Bei jeder Erhöhung des Stablecoin-Anteils um 1 % im US-Treasury-Markt sinkt die 1-Monats-Rendite um ca. 14–16 Basispunkte. Bis Anfang 2025 summiert sich dieser Effekt auf über 20 Basispunkte.

3.1 从数据到结论:稳定币规模扩张与短端美债收益率的反向关系

Grafik: Die nichtlineare Beziehung zwischen USDT-Anteil im US-Treasury-Markt und der 1-Monats-Rendite zeigt, dass ab einem Schwellenwert (~0,97 %) die Wirkung deutlich stärker wird: Mehr Stablecoins bedeuten stärkeren Druck auf die Zinsen nach unten, was die Bedeutung für die Geldpolitik erhöht.

3.2 Von oben (Fed) vs. unten (Stablecoins): Einflussmechanismen auf die Zinsen

Die Erkenntnis: Stablecoins sind keine bloßen „Dollar“-Verwender, sondern verändern die Angebots- und Nachfragestruktur für kurzfristige US-Dollar. Sie absorbieren einen Teil der kurzfristigen US-Staatsanleihen, was eine stabile, aber schwach zyklische Nachfrage schafft, die die Zinsen nach unten drückt.

Im Gegensatz zur klassischen Geldpolitik der Fed, die von oben wirkt (Zinssatzanpassung → Markt → Realwirtschaft), wirkt die Stablecoin-Dynamik von unten: Chain-basierte Nachfrage → Asset-Umverteilung → Marktgleichgewicht → Zinsänderung.

Damit sind Stablecoins kein direktes Instrument der Geldpolitik, sondern eine strukturelle Kraft außerhalb der Zentralbank, die die kurzfristigen Geldpreise beeinflusst und die Verbindung zwischen Chain und Realwirtschaft neu gestaltet.

3.3 Der Mechanismus im Überblick: Zinssenkung → Stablecoins → Zins → Dollar-Umverteilung

In der Makroperspektive: Wenn die Fed die Zinsen senkt, sinken die nominalen Finanzierungskosten. Gleichzeitig steigen die Schulden und die fiskalischen Belastungen, während regulatorische Beschränkungen die Bankbilanz einschränken. Das führt dazu, dass Banken weniger Dollar anbieten, und marginale Nachfrage nach US-Dollar wandert in den Chain-Bereich.

Stablecoins, die diese Nachfrage aufnehmen, kaufen verstärkt kurzfristige US-Staatsanleihen, was die Zinsen weiter senkt. Dieser Kreislauf verstärkt sich: Niedrigere Zinsen, mehr Stablecoin-Nachfrage, mehr Short-Debt-Käufe, noch niedrigere Zinsen.

Damit entsteht ein geschlossener Kreis: Zinssenkung + Fiskaldruck → Banken ziehen sich zurück → Stablecoins nehmen Nachfrage auf → kaufen Short-Assets → Zinsen sinken → Stablecoins werden zum „Wasserspeicher“ des Dollars.

In der größeren Makroperspektive: Wenn die Zinsen sinken, steigen die Schulden, die Fiskalpolitik wird expansiver, und die Nachfrage nach US-Dollar außerhalb des Bankensystems wächst. Stablecoins, die diese Nachfrage aufnehmen, kaufen verstärkt kurzfristige US-Staatsanleihen, was die Zinsen weiter drückt. Dieser Mechanismus schafft eine Rückkopplungsschleife, die den Dollar in einem strukturellen Abwärtstrend halten kann, während die kurzfristigen Zinsen auf einem niedrigen Niveau bleiben.

4. Ausblick 2026: Stabilitäts- und Abwertungsszenarien, Stablecoins im Fokus

Langfristig ist die Entwicklung des Dollars kein einfacher Kursverlauf, sondern eine komplexe Reaktion auf sinkende Zinsen, steigende Schulden, geopolitische Unsicherheiten und eine expansive Geldpolitik. Die Marktteilnehmer bewerten die Sicherheit des Dollars neu, was zu einer Verschiebung der Nutzung und der Zugangswege führt.

Bis 2025 steigen die US-Staatsanleihen auf über 38 Billionen USD, die Geldmenge M2 auf 22,4 Billionen USD – alles Rekordwerte. Die Marktteilnehmer versuchen, die Risiken durch Liquiditätsexpansion zu kompensieren. Dabei verschiebt sich die Wahrnehmung: Der Dollar ist nicht mehr nur „sicher“, sondern wird zunehmend auf seine tatsächliche Nutzbarkeit geprüft.

Stabilecoins spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind noch klein (ca. 1,3 % des M2), aber die Richtung stimmt. Sie nehmen marginale Dollar-Nachfrage auf, die früher im Bankensystem war, und schaffen eine neue, flexible Form der Dollar-Absicherung. Ihre Reservebestände an kurzfristigen US-Anleihen wirken wie eine stabile Kaufkraft, die die kurzfristigen Zinsen auf der Margin drückt und so die Preisbildung des Dollars beeinflusst.

Langfristig werden Stablecoins wahrscheinlich keine „Dollar-Killer“ oder „De-Dollarisierungs-Front“ sein, sondern eine Erweiterung des bestehenden Systems: Sie bieten eine neue „Wasserspeicher“-Ebene, die die Nachfrage nach US-Dollar außerhalb des Bankensystems aufrechterhält und verstärkt. Mit wachsendem Volumen und Reserve-Engagement beeinflussen sie die kurzfristigen Zinsen und damit die Preisgestaltung des Dollars.

Damit bleibt die Frage nach der Stärke des Dollars eine makroökonomische, aber die Art und Weise, wie Dollar genutzt und verteilt wird, ist zunehmend eine strukturelle Frage. Stablecoins sind dabei ein entscheidender Akteur, der die Nutzungsspektren erweitert und die Funktionsweise des kurzfristigen Geldmarktes neu gestaltet.
Quellen:


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