Strategy Gründer Michael Saylor veröffentlichte am Sonntag erneut sein ikonisches „Bitcoin Tracker“ mit dem Titel „The Turn of the Century“ und deutete damit auf eine mögliche Trendwende hin. Nach der bisherigen Regelmäßigkeit von über zehn Wochen veröffentlicht Strategy fast immer am folgenden Tag eine neue Runde des Zukaufs. Gleichzeitig wurde die Dividende der Vorzugsaktie STRC zum siebten Mal auf 11,5 % erhöht, während die Stammaktien von MSTR eine historische Serie von acht aufeinanderfolgenden Monatssenkungen verzeichneten — der Aktienkurs steht unter großem Druck, doch Saylor scheint seinen Bitcoin-Einkaufskarren nicht stoppen zu wollen.
(Frühere Zusammenfassung: Michael Saylor ruft zum „Mehr-Kauf von Bitcoin“ auf! Strategy könnte weitere 1,25 Mrd. USD in BTC investieren)
(Hintergrund: Lieber seine Niere verkaufen als Bitcoin — ist Michael Saylor ein Genie oder ein kompletter Betrüger?)
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MicroStrategy Gründer Michael Saylor veröffentlichte am Sonntag auf der X-Plattform die neueste Version seines Bitcoin Trackers mit dem Titel „The Turn of the Century“. Für erfahrene Saylor-Experten ist das fast ein Signal, dass er wieder kaufen wird — denn seit November letzten Jahres folgt auf die Tracker-Veröffentlichung fast immer eine offizielle Ankündigung der Bitcoin-Zukäufe am nächsten Tag.
Der wöchentliche Bitcoin Tracker, den Saylor jeden Sonntag veröffentlicht, ist zu einer festen „Sonntagsroutine“ im Krypto-Markt geworden. Jeder orangefarbene Punkt auf der Grafik steht für eine Bitcoin-Zugabe von Strategy. Nach der bisherigen Regel kündigt Saylor meist vorher in der Community mit philosophisch anmutenden kurzen Sätzen an — etwa „There aren’t enough orange dots“ — und am nächsten Tag folgt die offizielle Bekanntgabe der Zukäufe.
Dieses Mal wird „The Turn of the Century“ von Marktbeobachtern als Anzeichen für eine bevorstehende neue Kaufwelle interpretiert. Derzeit hält Strategy etwa 717.722 Bitcoin im Wert von rund 48,19 Milliarden USD. Trotz eines fast 24 % Einbruchs im Februar, der den Bitcoin-Preis im Vergleich zum Höchststand im Oktober letzten Jahres bei etwa 126.000 USD um mehr als die Hälfte fallen ließ, hat Strategy im Februar kontinuierlich bei niedrigen Kursen mehrere Tausend Bitcoin nachgekauft, ohne eine Pause einzulegen.
The Turn of the Century. pic.twitter.com/6xiyuZrzVk
— Michael Saylor (@saylor) 1. März 2026
Hinter den großzügigen Bitcoin-Käufen von Saylor verbirgt sich jedoch ein finanzieller Druck, der sich langsam aufbaut. Laut CoinDesk kündigte Strategy am vergangenen Freitag an, die jährliche Dividende der perpetualen Vorzugsaktie STRC (auch „Stretch“ genannt) um weitere 25 Basispunkte auf 11,5 % anzuheben — die siebte Erhöhung seit dem Börsengang im Juli letzten Jahres.
Strategy positioniert STRC als „Kurzlaufzeit, hochrentables Sparkonto“, das monatlich Dividenden an die Aktionäre ausschüttet. Die Dividende wird dynamisch angepasst, um den Kurs möglichst nahe am Nennwert von 100 USD zu halten. Zwar schloss STRC am vergangenen Freitag wieder bei 100 USD, im Februar war der Kurs jedoch zeitweise unter den Nennwert gefallen, was das Unternehmen zwang, die Dividende erneut anzuheben, um das Vertrauen der Investoren zu sichern. Seit dem Börsengang vor zehn Monaten wurde die Dividende bei fast jeder Erhöhung passiv als Reaktion auf fallende Bitcoin-Preise angepasst.
Der Kurs der Stammaktien des Unternehmens ist noch dramatischer. Im Februar fiel MSTR um 14 %, was eine historische Serie von acht aufeinanderfolgenden Verlustmonaten markiert. Gleichzeitig lag der Bitcoin-Preis bei etwa 67.167 USD, ein Rückgang von fast 20 % — eine zusätzliche Belastung für Strategy, das stark auf Bitcoin setzt.
Durch hohe Verschuldung und die Ausgabe von Vorzugsaktien zum Kauf von Bitcoin nutzt Strategy eine Hebelstrategie, die in Bullenmärkten Vorteile bringt, in Bärenmärkten jedoch zum Risiko wird: Der Kurs der MSTR-Aktien fällt oft stärker als der Bitcoin-Preis, da der Markt gleichzeitig die fallenden Bitcoin-Preise und die Risiken der Hebelwirkung verarbeitet. Mit steigenden STRC-Dividenden und fallenden MSTR-Kursen wird die Marktbeurteilung der finanziellen Nachhaltigkeit von Strategy immer kritischer.
Doch Saylor sieht das offenbar anders. Während die meisten Investoren in Panik verkaufen, bezeichnet er die aktuelle Marktlage als „The Turn of the Century“ — für ihn ist ein Bitcoin-Preis von 67.000 USD kein Risiko, sondern eine Chance. Ob er ein Genie oder ein Glücksspieler ist, wird wohl erst der nächste Bullenmarkt zeigen.
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