Markttechniker Patrick Karim teilte diese Woche ein auffälliges Langzeitdiagramm mit einer einfachen Botschaft:
„Erdöl. Was auch immer am Montagmorgen passiert, ist auf den langfristigen Fahrplänen irrelevant. Der Weg zu höheren Preisen für Erdöl wurde bereits durch Silber & Gold vorgezeichnet.“
Das Diagramm vergleicht Jahrzehnte der Kursentwicklung von Erdöl und Silber. Eine Linie verfolgt die Entwicklung von Öl, die andere die von Silber. Die Botschaft ist visuell und direkt: Große strukturelle Bewegungen bei Silber gehen meist großen Richtungsänderungen bei Öl voraus oder stimmen mit ihnen überein.
Hier geht es um mehrjährige Strukturen.
Das Diagramm reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Über mehrere Zyklen (Inflationsspitzen, Rezessionen, Rohstoffbooms und -crashes) bewegen sich Öl und Silber in grober Übereinstimmung während bedeutender makroökonomischer Phasen.
Wenn Edelmetalle in einen strukturellen Aufwärtstrend eintreten, folgt Öl oft.
Derzeit hat Silber bereits eine starke Bullenphase durchlaufen. Nach Jahren der Konsolidierung schoss es nach oben, erreichte neue Hochs, korrigierte stark und baut nun die Struktur in der Nähe eines wichtigen Widerstands wieder auf. Das langfristige Muster zeigt höhere Hochs und höhere Tiefs im makroökonomischen Zeitrahmen.
Öl hingegen hat sich zusammengezogen.
Quelle: X/@badcharts1
Auf Karims Chart scheint sich Erdöl in einer großen mehrjährigen Konsolidierung zu befinden, mit einer fallenden Trendlinie, die die jüngsten Rallys begrenzt. Der Kurs ist von früheren Hochs zurückgekommen, hat aber keine strukturelle Abwärtsbewegung gezeigt. Es wirkt eingeknotet.
Auf der rechten Seite des Charts ist zudem eine gebogene Projektion skizziert. Diese spiegelt den früheren Ausbruchspfad von Silber wider und deutet an, dass Öl nach einer ähnlichen Expansionsphase folgen könnte, sobald der Widerstand überwunden ist.
Die Schlussfolgerung ist klar: Metalle haben bereits den inflationsdruck signalisiert. Öl könnte nur hinterherhinken.
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Edelmetalle reagieren meist zuerst auf monetäre Instabilität, Währungssubstanzverlust und geopolitischen Stress. Sie bewegen sich, wenn Kapital Schutz sucht.
Energie reagiert oft später, wenn der Inflationsdruck direkt in Lieferketten und Preise der Realwirtschaft einsickert.
Der Ausbruch von Silber über den langjährigen Widerstand zeigt, dass sich Liquiditätsbedingungen und Inflationserwartungen verändern. Gold ist trotz Volatilität bei Aktien und Krypto weiterhin strukturell stark.
Wenn sich Metalle in der Frühphase eines breiteren Rohstoffzyklus befinden, wird Öl nicht lange unterdrückt bleiben.
Karims Aussage, dass der Montagmorgen-Start irrelevant sei, bezieht sich auf diese Idee. Kurzfristige Gap-Bewegungen, die durch Schlagzeilen getrieben werden, ändern nichts an der mehrjährigen Trendstruktur. Die echten Fahrpläne werden durch Wochen- und Monatscharts bestimmt.
Solange Erdöl seine langfristigen Unterstützungszonen hält und weiterhin unter der fallenden Widerstandslinie zusammengezogen bleibt, ähnelt die Situation einer klassischen Spule vor einer Expansion.
Ein entscheidender Ausbruch über diese mehrjährige Trendlinie würde wahrscheinlich Momentumströme auslösen und Umschichtungen in den Rohstoffmärkten bewirken.
Wenn Silber weiter steigt, deutet Karims These darauf hin, dass Öl nicht lange hinterherhinken wird.
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