Krypto-Detektiv schlägt zu: Wen hat er diesmal erwischt? Der bekannte On-Chain-Detektiv ZachXBT veröffentlichte am Donnerstag den neuesten Untersuchungsbericht und nannte ausdrücklich die Kryptowährungshandelsplattform Axiom. Er beschuldigt das Unternehmen, Mitarbeiter hätten interne Tools missbraucht, um Nutzer-Wallets heimlich zu verfolgen, und möglicherweise diese vertraulichen Informationen genutzt, um beim Handel mit Kryptowährungen Gewinne zu erzielen. Bereits zuvor hatte ZachXBT eine Insider-Handelsgeschichte angekündigt, die in der Krypto-Community Spekulationen auslöste. Jetzt ist die Wahrheit endlich ans Licht gekommen.
Axiom wurde 2024 von den Pseudonymen „Mist“ und „Cal“ gegründet und schaffte es in die Winterrunde 2025 des Top-Accelerators Y Combinator in Silicon Valley. Das Unternehmen hat bisher einen Umsatz von über 390 Millionen US-Dollar erzielt.
ZachXBT erklärte, er sei nach mehreren Hinweisen beauftragt worden, die „mögliche Missbrauchsinterne Nutzung der Axiom-Tools“ zu untersuchen, gab aber keine Details zum Auftraggeber preis.
Im Bericht wirft ZachXBT dem leitenden Business-Development-Manager von Axiom in New York, Broox Bauer, vor, er habe mit internen Kundendienstsystemen Zugriff auf sensible Nutzer-Wallet-Daten gehabt, darunter Wallet-Adressen, vollständige Transaktionsaufzeichnungen und andere vertrauliche Informationen. Laut Tonaufnahmen, die im Rahmen der Untersuchung zitiert werden, behauptete Broox Bauer, er könne jeden Axiom-Nutzer anhand von Empfehlungscodes, Wallet-Adressen oder Nutzer-IDs verfolgen. Er beschrieb auch, wie er „schrittweise“ diese Wallets durchsucht habe und dass er „langsam vorgehe, damit es nicht verdächtig erscheine“.
Obwohl On-Chain-Transaktionen grundsätzlich öffentlich und transparent sind und jeder die Geldflüsse einsehen kann, können normale Marktteilnehmer meist nur die Wallet-Adressen sehen, nicht aber, wer hinter diesen Adressen steckt. Wird jedoch durch interne Informationen eine Verbindung zwischen bestimmten Adressen und echten Nutzern oder Konten hergestellt, öffnet sich die Tür zur „De-Anonymisierung“.
Wenn diese Methode genutzt wird, um bekannte Trader, KOLs (Key Opinion Leaders) oder große Wallet-Inhaber zu verfolgen und die „Informationsasymmetrie“ zu ihrem Vorteil zu nutzen, um Gewinne zu machen oder Verluste zu vermeiden, handelt es sich um Insiderhandel, zum Beispiel:
„Krypto-KOL Wallet-Liste erstellen“ und Insider-Tools für Profit nutzen
ZachXBT enthüllte weiter, dass Broox Bauer angeblich Screenshots des internen Dashboards von Axiom an Dritte weitergegeben und bestimmte Trader-Wallets offengelegt habe. Er soll auch bei der Zusammenstellung einer „privaten Wallet-Liste der KOLs in der Krypto-Szene“ geholfen haben. ZachXBT betonte, dass mehrere Opfer, deren Wallet-Daten geleakt wurden, ihm die Richtigkeit dieser Informationen bestätigt hätten.
ZachXBT erwähnte außerdem, dass Broox Bauer mit Komplizen geplant habe, wie man durch „Privilegierte Zugriffsrechte“ beim Handel profitieren könne. Er habe sogar einen Plan ausgearbeitet, um einem anderen Teammitglied bei Axiom zu helfen, durch Missbrauch interner Tools 200.000 US-Dollar Gewinn zu erzielen.
ZachXBT erklärte, er habe die Haupt-Wallets von Broox Bauer sowie verwandte Adressen identifiziert. Allerdings sei es noch notwendig, die internen Logbücher von Axiom zu prüfen, um die konkreten Insider-Transaktionen vollständig zu bestätigen.
Axiom reagiert: Zugriff auf relevante Tools wurde entfernt
Axiom gab eine Erklärung ab, in der es die Vorwürfe bestätigte und Maßnahmen ankündigte:
„Wir sind schockiert und enttäuscht, dass jemand im Team interne Kundendienst-Tools missbraucht hat, um Nutzer-Wallets auszuspionieren. Wir haben den Zugriff auf diese Tools entzogen und werden die Angelegenheit weiter untersuchen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“
Das Unternehmen betonte: „Dies spiegelt nicht das Verhalten unseres gesamten Teams wider. Wir handeln stets im Sinne unserer Nutzer. Über die weiteren Entwicklungen werden wir auf unserem offiziellen X-Account informieren.“
ZachXBT sagte, er habe vor der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts Kontakt mit Axiom aufgenommen. Er beschrieb die internen Zugriffsrechte des Unternehmens als „relativ locker“, sodass Mitarbeiter leicht auf große Mengen an Wallet- und Transaktionsdaten zugreifen konnten. Er erwähnte auch, dass der beteiligte Mitarbeiter in den USA ansässig sei, sodass der Fall möglicherweise unter die US-Jurisdiktion falle.
Nebenbei: Marktprognose löst Spekulationswelle aus – mysteriöser Trader macht 39.000 US-Dollar Gewinn
Bereits Anfang dieser Woche hatte ZachXBT angekündigt, einen Insider-Handelsfall aufzudecken, was eine Spekulationswelle im Markt auslöste. Auf Polymarket wurde ein Vertrag mit dem Titel „ZachXBT wird bekannt geben, welche Krypto-Firma Insider-Handel betreibt?“ gehandelt, mit einem Gesamtvolumen von 27,6 Millionen US-Dollar. Trader setzten wild auf Plattformen wie Axiom, Meteora, Pump.fun und andere bekannte Anbieter.
Gleichzeitig entdeckten On-Chain-Analysten ungewöhnliche Transaktionsmuster. Laut einem Bericht von Lookonchain setzte ein anonymer Trader mehr als 50.000 US-Dollar auf die Vorhersage, dass Axiom in der Liste genannt werde. Er schloss die Position innerhalb eines Tages und erzielte so einen Gewinn von 39.000 US-Dollar.
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