Originalautor: Zhao Xuan, Wang Xiaowei
Kürzlich wurde ich auf Einladung der Longyun Corporation zu einer rechtlichen Präsentation über GEO (Generative Engine Optimization) eingeladen. Nach Gesprächen mit einigen Branchenexperten habe ich neue Erkenntnisse gewonnen und möchte diese nun mit euch teilen.
In den letzten zwanzig Jahren drehte sich die Logik der Traffic-Verteilung im chinesischen Internet stets um die zentrale Aktion „Suche“. Vom frühen „Baidu mal kurz“ bis hin zu Plattformen wie WeChat und Xiaohongshu mit ihrer internen Suche sind all diese Entwicklungen eine Erweiterung des „Baidu mal kurz“-Prinzips und haben die reife SEO-Industrie (Search Engine Optimization) hervorgebracht.

Heute vollzieht sich eine stille Wende. Nutzer gewöhnen sich zunehmend daran, direkt AI-Fragen zu stellen: „Soll ich eine Ultraschall-Laserbehandlung oder Thermage gegen frühes Altern bei 30-jährigen Frauen wählen?“ oder „Empfiehlt ihr eine Bar für Fußballspiele“.
Der Traffic-Entry verschiebt sich vom „Suchfeld“ zum „Dialogfeld“. Wenn generative KI in der Lage ist, über eine Vielzahl von Links hinaus direkt die endgültige Antwort für den Nutzer zu generieren, und diese Antwort nicht erwähnt wird, bedeutet dies, dass man in gewisser Weise den neuen Zeiten hinterherhinkt. Genau hier liegt der Grund, warum GEO zum Fokus wird.
Als Juristen müssen wir neben den geschäftlichen Chancen auch die rechtlichen Risiken im Blick behalten. Technologische Entwicklungen gehen oft den Regeln voraus, und im Bereich GEO zeigen sich bereits mehrere Grauzonen, die einer rechtlichen Abwägung bedürfen!
Obwohl dies ein völlig neues Feld ist, birgt es unendliche Vorstellungskraft – in einem derzeit stark umkämpften Markt bedeutet ein neuer Traffic-Entry oft geringere Akquisitionskosten und bessere Wettbewerbschancen.
Als Anwälte, die sich seit langem mit Web3 und KI beschäftigen, beobachte ich, dass mindestens drei Hauptgruppen aktiv teilnehmen:
1. Nutzer: Anbieter von physischen Waren und Dienstleistungen
Sie konzentrieren sich auf die direkte kommerzielle Umwandlung durch den Traffic, den KI generiert. Sie versuchen, die Empfehlungen der KI zu beeinflussen, um bevorzugt sichtbar zu werden.
Beispiele:
2. Investoren: Investmentfirmen und Fonds
Sie agieren auf zwei Ebenen:
3. Dienstleister: GEO-Branche und Gründer
Diese Gruppe verfügt meist über schnelle Lernfähigkeit und technisches Know-how. Sie engagieren sich aktiv in Tool-Entwicklung, Strategieberatung und Traffic-Management. Manche sind innovativ, andere bewegen sich im Graubereich, um die Grenzen und Möglichkeiten dieser Branche zu erkunden. Das ist auch der Schwerpunkt des zweiten Teils dieses Artikels.
Im praktischen GEO-Einsatz werden unterschiedliche Methoden meist in die Kategorien „schwarz, grau, weiß“ eingeteilt. Als Anwälte muss ich betonen: Der technische Endpunkt ist oft auch der rechtliche Anfang.
1. Schwarz (Black Hat): „Technikmanipulatoren“ auf dem Rasen der Verbotszone
Typische Methoden:
Rechtliche Risiken:
2. Grau (Grey Hat): „Traffic-Transporter“ am Rand
Grau-Methoden versuchen, klare Gesetzesverstöße zu vermeiden, setzen aber auf Skaleneffekte, um die KI zu beeinflussen, und glauben an „Quantität vor Qualität“.
Typische Methoden:
Rechtliche Risiken:
3. Weiß (White Hat): „Langfristige Wertschöpfer“
Weiße Strategien zielen nicht auf Manipulation, sondern auf den Aufbau vertrauenswürdiger, hochwertiger Datenquellen. Sie sind zwar kostenintensiver, bieten aber nachhaltigen Mehrwert.
Typische Maßnahmen:
Wir empfehlen diese nachhaltige, regelkonforme Strategie: Durch kontinuierliche Bereitstellung echter, hochwertiger und verifizierbarer Inhalte gewinnt man langfristig das Vertrauen von KI und Nutzern.
Obwohl es noch keine gerichtlichen Urteile speziell zu GEO gibt, ähneln die Methoden stark denen im SEO-Bereich. Frühere Urteile im SEO könnten künftig als Referenz für GEO-Fälle dienen. Hier einige typische Fälle:
Fall 1: Algorithmus-Störung durch „Keyword-Überflutung“

Im SEO gab es die Praxis des „Keyword-Spamming“: Hochautoritäre Seiten erzeugten massenhaft Spam, um bei Suchanfragen zu dominieren. Gerichte sahen darin eine Störung des Suchmaschinen-Ordnung und verurteilten die Täter zu hohen Schadensersatzforderungen (z.B. 2,75 Mio. RMB gegen Baidu).
Lehre für GEO:
Ähnliche Praktiken, z.B. durch KI-generierte Masseninhalte, könnten als Störung der Plattformen oder des Netzwerks gewertet werden, was unlauteren Wettbewerb darstellt.
Fall 2: Keyword-Diebstahl bei Mitbewerbern

Im „Huiyu“-Markenfall wurde der Mitbewerber gezwungen, seine Marke als Suchbegriff zu verwenden, was gegen die Prinzipien der Fairness verstößt. Das Gericht sah darin unlauteren Wettbewerb.
GEO-Übertragung:
Ähnliche Strategien könnten im GEO durch „Prompt-Injection“ oder versteckte Hinweise erfolgen, um die KI in eine bestimmte Richtung zu lenken. Solche indirekten Manipulationen könnten ebenfalls gegen Wettbewerbsrecht verstoßen.
Fall 3: Fake-Reviews und gefälschte Nutzermeinungen
Unternehmen wurden wegen Organisation von Fake-Bewertungen auf Plattformen wie Zhihu oder Tieba verurteilt. Die Behörden sahen darin Betrug und Marktstörung.
GEO-Äquivalent:
Grau-Methoden wie das massenhafte Erstellen gefälschter Bewertungen oder Empfehlungen, um den Eindruck von „Allgemeinempfehlung“ zu erwecken, sind rechtlich riskant. Besonders in regulierten Branchen wie Medizin oder Gesundheit besteht hohes Risiko, gegen Gesetze zu verstoßen.
Branchen-Compliance-Hinweis: Verschiedene Branchen, verschiedene „Minenfelder“
GEO-Umsetzung muss stets die branchenspezifischen Regulierungen berücksichtigen. Beispiel:
Aus Branchenbeobachtungen ergeben sich folgende Erkenntnisse und Empfehlungen:
1. Für Startups: Nicht abwarten, sondern vorangehen
Große Internetkonzerne verfügen zwar über Ressourcen und Daten, sind aber oft zu bürokratisch, um schnell auf GEO-Entwicklungen zu reagieren. Für Web3- und KI-Startups gilt: Frühzeitig eine klare, regelkonforme Strategie entwickeln, um im „Neuland“ die Führung zu übernehmen.
Mankuns-Ratschlag: Technik darf mutig erforscht werden, aber die rechtlichen Grundlagen müssen stets gewahrt bleiben – insbesondere bei strafrechtlichen Risiken. Optimierung der KI-Interaktion ist wichtig, aber nur auf Basis von Fakten und Legalität.
2. Für GEO-Nutzer: Angriff und Verteidigung
Im Zeitalter der KI-gesteuerten Informationsverbreitung sind Algorithmen nur die Oberfläche, Daten das Herzstück, und Recht das Gerüst. Ohne rechtliche Absicherung mag kurzfristiger Traffic Erfolg bringen, doch auf Dauer sind Regulierung und Zeit die entscheidenden Faktoren.
Wir beobachten nicht nur die aktuellen Gesetze, sondern auch die zukünftige Entwicklung der Branche. Wenn Sie Fragen zu GEO-Compliance, KI-Rechtsfragen oder Web3 haben, stehen wir gern für eine Beratung bereit, um Risiken zu identifizieren und Wege zu finden.