Als Bitcoin letzte Woche stark fiel und kurzzeitig die 60.000-Dollar-Marke angriff, herrschte im Markt Angst. Doch das Forschungsinstitut K33 weist darauf hin, dass mehrere extreme Daten auf eine Annäherung an eine „kapitulationsartige“ Phase hindeuten, in der Verkaufsdruck nahezu vollständig überwunden ist. Dieser heftige Kursrutsch könnte somit ein entscheidendes Signal für die Bildung eines temporären Tiefs sein.
(Frühere Zusammenfassung: Grayscale: Bitcoin entfernt sich vorübergehend von der „Digital Gold“-Narrative, hohe Korrelation mit Software-Tech-Aktien durch AI-Einflüsse?)
(Hintergrund: Michael Saylor „Wir werden nicht verkaufen“: Strategy mit einem Verlust von 6,5 Milliarden USD bleibt bei dauerhaftem Bitcoin-Kauf)
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Als Bitcoin letzte Woche stark fiel und kurzzeitig die 60.000-Dollar-Marke angriff, veröffentlichte K33, eine Forschungs- und Brokerage-Firma, einen aktuellen Bericht, der auf mehrere „ähnliche panikartige“ extreme Signale hinweist, die sowohl im Spot-, ETF- als auch im Derivatemarkt Druck aufbauen. K33 ist der Ansicht, dass dieser heftige Abverkauf wahrscheinlich bereits ein hochwahrscheinliches temporäres Tief markiert. Zwar könnten noch Schwankungen folgen, doch das Risiko eines deutlichen Unterschreitens der jüngsten Tiefs ist begrenzt.
Vetle Lunde, Forschungsleiter bei K33, erklärt, dass der jüngste Kursrutsch mit außergewöhnlichen Daten einhergeht, insbesondere bei Volumen und Momentum-Indikatoren. Das Bitcoin-Spot-Volumen Anfang Februar erreichte zwei Tage in Folge den 95. Perzentil-Wert, eine „extreme Volumen“-Situation, die in den letzten fünf Jahren nur während des FTX-Crashs auftrat.
Beim Momentum fiel der Relative Strength Index (RSI) des Tagescharts auf 15,9 – der sechstniedrigste Wert seit 2015. Historisch gesehen traten noch niedrigere Werte nur während des Crashs im März 2020 und am Ende des Bärenmarkts 2018 auf, beide Male bei wichtigen zyklischen Tiefpunkten.
Lunde meint, dass das gleichzeitige Erreichen extremer Werte bei Volumen und RSI oft ein Zeichen dafür ist, dass die Marktstimmung sich dem vollständigen Kapitulationsniveau nähert. Dieses „Verkaufsdruck-Entladen“ tritt meist nahe an einem temporären Tief auf.
Neben dem Spotmarkt spiegeln auch die Daten im Derivatemarkt hohen Druck wider. Die tägliche Funding-Rate bei Bitcoin-Perpetuals erreichte seit der US-Bankenkrise im März 2023 den niedrigsten Stand; der sieben Tage gemittelte annualisierte Funding-Rate fiel auf Mehrmonatstief.
Die stark negative Funding-Rate bedeutet, dass die Short-Positionen im Markt stark zunehmen, da die Trader bereit sind, eine Prämie zu zahlen, um ihre Positionen zu halten. Das ist ein typisches Zeichen für Panik im Markt.
Gleichzeitig befindet sich die Options-Skewness in einem „extremen Schutzbereich“, der nur während des Luna-Crashs, des Three Arrows Capital (3AC)-Sturms und des FTX-Zusammenbruchs erreicht wurde. Dies zeigt, dass Investoren aktiv Kaufoptionen zum Schutz vor weiteren Kursverlusten kaufen.
Der US-Spot-Bitcoin-ETF erlebte ebenfalls extreme Schwankungen. Das Tagesvolumen des IBIT-ETFs überstieg 10 Milliarden USD – ein Rekord seit Auflegung; gleichzeitig war dieser Tag der fünftgrößte Nettoabfluss in der ETF-Geschichte.
Obwohl in den folgenden Tagen wieder Kapital zurückfloss, verzeichnete der ETF in der vergangenen Woche insgesamt einen Nettoabfluss von über zehntausend Bitcoin. K33 stellt fest, dass große Abflüsse bei ETFs oft mit Panikstimmung im Markt einhergehen, doch historische Erfahrungen deuten darauf hin, dass solche konzentrierten Verkäufe meist das Ende kurzfristiger Verkaufswellen markieren.
Angesichts der extremen Daten zu Volatilität, Volumen, Funding-Raten, Optionsskewness und ETF-Kapitalflüssen hält K33 es für „hochwahrscheinlich“, dass die 60.000-Dollar-Region ein temporäres Tief darstellt.
Gleichzeitig wird erwartet, dass Bitcoin kurzfristig keine starke Bullenbewegung startet, sondern sich in einer Seitwärtsphase über mehrere Wochen oder Monate befindet, mit einem Preisbereich zwischen 60.000 und 75.000 USD. Zwar besteht die Möglichkeit, die Unterstützung erneut zu testen, doch derzeit gibt es keine klaren Anzeichen für einen deutlichen Bruch der jüngsten Tiefs.
K33 beurteilt, dass der jüngste Kursrutsch eher eine emotionale, schnelle Bereinigung war und kein Beginn eines neuen, tiefgreifenden Bärenmarkts. Für den Markt wird entscheidend sein, ob die Kapitalflüsse und das Handelsvolumen sich allmählich stabilisieren.
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