Binance führt Tesla-Perpetual-Kontrakte ein: Kompromiss oder Angriff?

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Originalautor: Zhao Xuan Rechtsanwalt

In letzter Zeit habe ich zwei interessante Nachrichten aus dem Web3-Bereich bemerkt, über die ich gerne sprechen möchte.

Erstens hat Binance heimlich Produkte im Zusammenhang mit Tesla (TSLA) eingeführt, bei denen es sich nicht um RWA (Real World Assets) handelt, sondern um Perpetual (Perpetual Contracts).

Zweitens hat der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, Paul Atkins, kürzlich mehrfach öffentlich erklärt, dass die US-Finanzmärkte innerhalb von zwei Jahren vollständig auf die Blockchain verlagert werden könnten.

(Bildquelle: CoinCircle)

Diese beiden Nachrichten sind inhaltlich stark miteinander verbunden und betreffen die nächste Entwicklung der globalen Asset-Liquidität. Dabei gibt es sowohl wirtschaftliche als auch rechtliche interessante Aspekte.

Zuerst über Binances Versuch: Vom „Hard Push“ zum „Sneak“

Dies ist nicht das erste Mal, dass Binance Tesla ins Visier nimmt.

Rückblickend auf 2021 hat Binance mit großem Aufsehen „Aktien-Token“ eingeführt, die versuchen, echte Aktien 1:1 zu koppeln, sodass Nutzer Anteile auf der Chain halten und Dividenden erhalten können. Dieses Produkt wurde jedoch wegen des Verdachts auf illegale Wertpapieremissionen von Regulierungsbehörden in Deutschland, Großbritannien und anderen Ländern stark kritisiert und schließlich eingestellt.

Damals verfolgte Binance eine Strategie des „Hard Push“ – direkte Übertragung von Anteilen auf die Blockchain –, unterschätzte jedoch die Macht der traditionellen Finanzregeln. Heute bewegt sich Binance eher im „Sneak“-Modus.

Der im Jahr 2026 eingeführte Tesla-Perpetual-Kontrakt ist nicht mehr an Eigentumsrechte an Aktien gebunden, sondern verfolgt nur noch Preisbewegungen; er verspricht keine Dividenden, sondern bietet lediglich eine Wette auf Kurssteigerungen oder -einbrüche. Nutzer kaufen nicht mehr Tesla-Anteile, sondern eine reine Preiswette.

Vom „Kauf von Eigentum“ zu „Kauf von Volatilität“ – dieser Wandel mag wie ein Rückzug erscheinen, ist aber in Wirklichkeit eine weitere Umgehungstaktik der Krypto-Giganten innerhalb des bestehenden rechtlichen Rahmens, um den Aktienhandel zu erkunden.

On-Chain Tesla: Wird gekauft „als“ Einlage oder „als“ Ware?

Viele Nutzer fragen sich beim Handel mit Tesla auf Binance, ob das auf der Chain gehandelte Tesla gleichbedeutend mit dem US-Aktien-Tesla ist. Um diese Frage zu beantworten, müssen die rechtlichen Grenzen geklärt werden:

  • Perpetual Contracts (Perp): Es wird eine „Einlage“ gekauft. Man erwirbt einen Vertrag, der auf den Kurs spekuliert. Die Logik ist einfach, der zugrunde liegende Vermögenswert ist hochliquide, aber rechtlich handelt es sich um ein „Derivat“. Bei Liquidationsrisiken der Plattform kann man keine physischen Vermögenswerte zurückerhalten.
  • RWA (Tokenisierte Vermögenswerte): Es wird eine „Ware“ gekauft. Es gibt einen Token auf der Chain, im Tresor liegt beispielsweise eine Goldbarren oder eine Aktie. Der Kernpunkt ist die „Rechtezuweisung“ (Ownership). Das betrifft komplexe grenzüberschreitende rechtliche Anpassungen, Asset-Trusts und Durchdringung realer Vermögenswerte.

Derzeit wird kurzfristig erwartet, dass Perpetuals die Spekulationswelle mitnehmen; langfristig gesehen ist RWA im US-Aktienbereich die ultimative Lösung, um die globale Finanzliquidität neu zu gestalten.

Große Unterstützung: Die Zwei-Jahres-Planung des SEC-Vorsitzenden Paul Atkins

Wenn Binances Aktionen als eine Art „Wildwest-Start“ der Privatwirtschaft gesehen werden, so sind die wiederholten offiziellen Stellungnahmen der Regulierungsbehörden das Eingreifen der „offiziellen Truppen“.

Der derzeitige Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, Paul Atkins, hat am 25. Dezember und im Januar dieses Jahres in offiziellen Anlässen öffentlich erklärt, dass die US-Finanzmärkte innerhalb von zwei Jahren vollständig auf die Blockchain verlagert werden könnten.

Beachten Sie diesen Zeitplan: zwei Jahre. In seinem „Project Crypto“-Plan ist Blockchain nicht mehr der Feind der Regulierung, sondern das Basissystem zur Erhöhung der Transparenz und für T+0-Abwicklung.

Derzeit sind Rohstoffe wie Gold und Silber bereits in ausgereiften, on-chain Eigentums-Transaktionen (RWA) umgesetzt. Die On-Chain-Integration von US-Aktien ist kein technisches „Ob“, sondern ein Programmier-„Wann“. Und bei vorgezeichnetem Fahrplan sind die technischen Fragen nur noch Details, die regulatorisch sorgfältig geregelt werden müssen.

Erkundung von Streitbeilegungsklauseln

Angesichts der fortschreitenden Umgestaltung des traditionellen Finanzsystems durch Web3-Technologien, des massiven Kapitalzuflusses und der noch unklaren Regeln ist eine zentrale Frage:

Wie können wir bei Streitigkeiten eine effiziente und gerechte Lösung erreichen?

On-Chain-Transaktionen haben die Eigenschaft „Abrechnung ist Abschluss“, während Investitionen und Finanzierungen über die Chain oft mehrere Jurisdiktionen betreffen. Bei Verstößen, Vertragslücken oder Streitigkeiten kann es bei herkömmlichen Gerichtsverfahren zu langwierigen Machtkämpfen wegen Zuständigkeitsfragen kommen.

Im Vergleich zu nachträglichen Gerichtsverfahren ist die vorherige Vereinbarung einer zuverlässigen Schiedsgerichtsbarkeit zum Schutz der Interessen bereits Konsens in der Branche. Kürzlich habe ich mit Fachleuten des Singapore International Arbitration Centre (SIAC), des Shanghai International Arbitration Center (SHIAC) und anderen führenden Schiedsstellen mehrere intensive Gespräche geführt, um zu erforschen, wie große Streitigkeiten im Chain-Bereich mit der Gerechtigkeit und Durchsetzungskraft internationaler Schiedsverfahren verbunden werden können.

Wir freuen uns auf weitere Dialoge mit Experten im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit im In- und Ausland. Angesichts der zunehmenden grenzüberschreitenden Asset-Flüsse brauchen wir eine Lösung, die sowohl die technischen Grundlagen versteht als auch von den wichtigsten Rechtssystemen anerkannt wird.

Fazit

Was bringt uns Web3 wirklich?

Obwohl die Branche gelegentlich regulatorischen Druck und Entwicklungsschmerzen erlebt, bin ich fest davon überzeugt, dass das Kernprinzip von Web3 die Freiheit ist. Es wird das gesamte Finanzsystem neu strukturieren, nur die Dauer dieses Prozesses ist ungewiss – ob wie von der SEC prognostiziert in zwei Jahren oder etwas länger.

Die Freiheit auf der Chain bedeutet, dass Vermögenswerte nicht mehr an physische Grenzen gebunden sind, und auch, dass normale Menschen an den globalen Liquiditätsgewinnen teilhaben können. Die Befreiung der globalen Asset-Liquidität ist eine klare, vorhersehbare Zukunft und ein entscheidender Kampfbereich für unsere Generation von Juristen.

— Dekonstruktion des SEC-„Zwei-Jahres-Plans“: Der Weg zu Web3-Freiheit und die Förderung der weiteren Befreiung der globalen Asset-Liquidität.

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