Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat kürzlich auf der Plattform X einen Beitrag veröffentlicht, in dem er klarstellte, dass algorithmische Stablecoins zu den „echten DeFi“ gehören, und forderte die Branche auf, sich schrittweise vom US-Dollar als primäre Bewertungsbasis zu lösen und stattdessen auf vielseitigere, diversifizierte Indizes umzusteigen. Diese Äußerung ist die neueste Stellungnahme nach seiner im Januar dieses Jahres geäußerten Kritik, dass dezentralisierte Stablecoins vor drei großen ungelösten Problemen stehen.
(Vorheriger Kontext: V神 warnte: Dezentrale Stablecoins weisen weiterhin tiefgreifende Mängel auf)
(Hintergrund: V神 „ist nicht mehr begeistert von Ethereum-Technologie“, sieht aber mehr Potenzial in praktischen Anwendungen)
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Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat kürzlich erneut öffentlich zum Thema dezentralisierte Stablecoins Stellung bezogen. In einem Beitrag auf X erklärte er, dass algorithmische Stablecoins zu den „echten DeFi“ gehören, und gab konkrete Einblicke in deren Design und zukünftige Ausrichtung.
Vitalik Buterin betonte, dass, wenn hochwertige algorithmische Stablecoins auf ETH als Basis-Asset existieren, es eine wichtige Eigenschaft ist, dass die meisten Liquiditäten durch CDPs (Collateralized Debt Positions) gehalten werden, die negative USD-Assets besitzen. Die Fähigkeit, das Gegenparteirisiko an Market Maker zu übertragen, ist eine bedeutende Eigenschaft. Mit anderen Worten: Das Kernstück des Designs solcher Stablecoins liegt in der effektiven Risikoverteilung, nicht in der vollständigen Risikovermeidung.
inb4 „muh USDC Ertrag“, das ist kein DeFi
Fallen algorithmische Stablecoins darunter?
Meiner Meinung nach nein (d.h. algorithmische Stablecoins sind echtes DeFi)
Einfach gesagt: Wenn wir einen guten ETH-gestützten algorithmischen Stablecoin hätten, dann selbst wenn 99 % der Liquidität von CDP-Haltern unterstützt werden, die…
— vitalik.eth (@VitalikButerin) 8. Februar 2026
Buterin fügte hinzu, dass auch bei Unterstützung durch reale Vermögenswerte (RWA) eine Verbesserung der Risikoeigenschaften möglich ist, solange durch Überkollateralisierung und Diversifikation sichergestellt wird, dass bei Ausfall eines einzelnen RWA immer noch ausreichend Sicherheiten vorhanden sind. Diese Sichtweise spiegelt das schnelle Wachstum des RWA-Tokenisierungsmarktes wider — laut Statistiken hat die RWA-Tokenisierung bereits eine Größe von über 230 Milliarden US-Dollar erreicht, und Analysten prognostizieren bis 2030 eine mögliche Marktkapitalisierung von 16 Billionen US-Dollar.
Besonders hervorzuheben ist, dass Buterin der Ansicht ist, die Branche sollte sich schrittweise vom US-Dollar als Bewertungsmaßstab entfernen und stattdessen auf allgemeinere, diversifizierte Indizes setzen. Dies entspricht seiner im Januar geäußerten Meinung — damals schlug er vor, dass zukünftige Stablecoins Indizes wie einen Korb globaler Rohstoffe, Energiekosten oder individuell angepasste Verbraucherpreisindizes (CPI) abbilden sollten, anstatt nur an Fiat-Währungen zu koppeln.
Allerdings stehen solche Ansätze in der Praxis vor Herausforderungen. Zuvor hatte Reflexer den RAI vorgestellt, einen Token, der nicht an Fiat-Währungen gekoppelt ist und geringe Volatilität aufweisen soll, doch seine Marktkapitalisierung blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, was auf eine begrenzte Akzeptanz dezentraler Stablecoins außerhalb der klassischen Fiat-Kopplung hindeutet.
Buterin wies außerdem explizit darauf hin, dass das Einlegen von USDC bei Aave derzeit nicht in den Bereich der von ihm beschriebenen dezentralisierten Stablecoins fällt. Diese Aussage deutet an, dass für ihn echte DeFi-Stablecoins eine dezentrale Architektur auf der Basis erfordern, nicht nur eine Nutzung dezentraler Protokolle auf der Interaktionsschicht.
Die Branche sollte sich in diese Richtung entwickeln und sich schrittweise vom US-Dollar als Bewertungsmaßstab entfernen, hin zu allgemeineren, diversifizierten Indizes.
Es ist bemerkenswert, dass trotz eines Gesamtmarktes für Stablecoins, der die 316 Milliarden US-Dollar übersteigt, das Wachstum weiterhin hauptsächlich durch fiat-gestützte, zentralisierte Stablecoins getragen wird. Die Entwicklung dezentraler Alternativen stagniert vergleichsweise, und Buterins jüngste Äußerungen könnten frischen Schwung in diese Diskussion bringen.