Pendle(펜들) ist eine der einflussreichsten DeFi-Protokolle im Bereich des on-chain Ertragsrate-Handelsmarktes. Im Jahr 2025 erreichte es anhand des TVL (Total Value Locked) die Top 20 und belegte den 13. Platz, nur hinter Uniswap. Im gesamten Jahr 2025 lag der durchschnittliche TVL bei 5,7 Milliarden US-Dollar, die Gesamthonorare betrugen 44,6 Millionen US-Dollar, und die an die Nutzer zurückgegebenen Erträge erreichten 34,9 Millionen US-Dollar. Besonders hervorzuheben ist, dass Pendle durch seine innovative Funktion der “Ertragsrate Abspaltung” fixed und variable Erträge trennt und tokenisiert, wodurch der Zinsrate-Handel auf den DeFi-Bereich ausgeweitet wird.
Doch bei der Token-Bewertung zeigt sich eine schwächere Performance. Der PENDLE-Tokenpreis ist im Vergleich zum Anfang 2025 um über 62 % gefallen, auch in BTC und ETH gerechnet schneidet er mit einem Rückgang von über 50 % schlecht ab. Obwohl mehr als ein Drittel des Circulating Supply in vePENDLE gesperrt ist, mit einer durchschnittlichen Lockdauer von 395 Tagen, was auf eine langfristige, stabile Investorengrundlage hindeutet, wird gleichzeitig darauf hingewiesen, dass dies die Liquidität einschränkt.
Die Kernkompetenz von Pendle basiert auf zwei Hauptgeschäftsbereichen. Der erste ist der auf Ertragsraten basierende Handel, realisiert durch die v2-Architektur. Seit 2023 wurde Pendle v2 umfassend ausgebaut, das mit dem “Standardized Yield (SY)” Wrapper das Problem der Fragmentierung der Liquidität löst und den Handel mit Ertragsraten verschiedener Vermögenswerte ermöglicht. Der zweite Bereich ist Boros (보로스), das seit August 2025 unabhängig gestartet wurde. Boros ist das erste on-chain Protokoll, das Funding-Raten (die variablen Zinssätze in Perpetual Contracts zur Aufrechterhaltung des Hebels) tokenisiert und handelbar macht. Allein im letzten Jahr wurden über 300.000 US-Dollar an Gebühren und ein nominales Handelsvolumen von 6,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet.
Obwohl Boros derzeit nur etwa 0,1 % des offenen Interesses bei Perpetual Contracts ausmacht, deuten Analysen darauf hin, dass, wenn es gelingt, im gesamten Krypto-Derivate-Markt einen Anteil von 2 % bis 10 % zu erreichen, die Gebühreneinnahmen von Pendle um bis zu 15 % steigen könnten. Dies deutet darauf hin, dass sich die Ertragsstruktur des PENDLE-Tokens möglicherweise von einer TVL-zentrierten hin zu einer transaktionsbasierten Diversifizierung entwickelt.
Auf der anderen Seite wird prognostiziert, dass die Token-Ökonomie von Pendle in eine neue Phase eintreten könnte. Bisher mussten Nutzer durch das vePENDLE-Modell Token sperren, um Gebührenbeteiligung und Stimmrechte zu erhalten, doch diese Struktur schränkt die langfristige Liquiditätssituation der Käufer ein. Daher wird auch die Möglichkeit einer Trendwende im DeFi-Sektor hin zu einem Share-Repurchase-Modell diskutiert. Dies ist ein Ansatz, um die Nachfrage nach “nicht sperrbaren Mitteln” zu erhöhen, mit Vorbildern wie Hyperliquid.
Das starke Abschneiden von Pendle im Jahr 2025 hängt eng mit dem Leverage-Cycle-Strategien auf Basis von Ethena und Aave sowie dem Wachstum des Stablecoin-Marktes zusammen. Mit der Aufnahme des PT-Tokens als Sicherheiten in Aave können Nutzer Strategien nutzen, bei denen PT als Sicherheiten hinterlegt und in YT-Positionen reinvestiert werden. Nach dem Ende der Incentive-Season im September sanken die Belohnungen jedoch stark, der TVL ging rasch zurück, und mit dem Zusammenbruch des Kryptomarktes im Oktober nahm auch die Nachfrage nach v2 ab.
Pendle erhebt 80 % der Handelsgebühren und 5 % der YT-Erträge, wobei 80 % davon an vePENDLE-Inhaber verteilt werden. Aufgrund der starken Abhängigkeit der Erträge von TVL und Ertragsraten gilt es jedoch als zentrale Herausforderung, das zyklische Incentive-Season-Modell zu überwinden und eine nachhaltige Gebührenbasis aufzubauen. Der Erfolg von Boros wird daher entscheidend für die langfristige Stabilität der Ertragsstruktur von Pendle sein.
Laut Analyse von Alea Research lassen sich kurzfristige Herausforderungen in zwei Punkten zusammenfassen: Erstens, ob es gelingt, mit dem bereits produkt- und marktgerechten Boros eine auf Transaktionen fokussierte Ertragsstruktur aufzubauen. Zweitens, ob eine Token-Ökonomie-Transformation gelingt, die sich von dem bestehenden ve-Modell löst und strukturelle Liquiditätsbeschränkungen ausgleicht. Im Kontext einer Marktstruktur, in der die Renditetokenisierung eine “Winner-takes-all”-Dynamik zeigt, sind die Marktdichte und die Asset-Integration entscheidende Eintrittsbarrieren für Pendle und zugleich Schlüssel für die Erweiterung seines Ökosystems.
Angesichts der Größe des Fixed-Income-Marktes ist für eine Expansion in den traditionellen Finanzsektor (TradFi) die Entwicklung zusätzlicher Infrastruktur notwendig, wie KYC (Know Your Customer), Compliance und rechtliche Strukturen. Selbst wenn diese Expansion nicht gelingt, wird erwartet, dass Pendle im Bereich des “Crypto-native DeFi” weiterhin eine führende Position behält.