Die französische Staatspostgesellschaft La Poste und ihre Tochtergesellschaft La Banque Postale wurden am Vorabend der Weihnachtsferien von einem groß angelegten Distributed Denial-of-Service-Angriff getroffen, der zu einem vollständigen Ausfall der Online-Dienste führte. Dies machte den Zugang zur Website, zur mobilen App, zum Mailabfragesystem sowie zur digitalen Speicherplattform Digiposte unmöglich, und auch das Online-Banking war tatsächlich unterbrochen, was Millionen von Nutzern erheblichen Unannehmlichkeiten bereitete.
Am Tag des Angriffs erklärte die französische Post in einer Stellungnahme, dass der Empfang und die Zustellung von physischen Briefen weiterhin in Betrieb sind und dass die Kernfinanzfunktionen wie Geldautomaten, Kartenzahlungen im Geschäft und SMS-Überweisungsbestätigungen normal funktionieren. Das Unternehmen betonte besonders, dass die persönlichen Informationen der Kunden nicht beeinträchtigt wurden. Dennoch gibt es bereits Verzögerungen bei der Paketzustellung und einige Postämter wurden vorübergehend geschlossen, was zu tatsächlichen Unterbrechungen der Dienstleistungen führt, und die Unzufriedenheit der Verbraucher nimmt weiter zu.
Die französische Staatsanwaltschaft hat zu diesem Vorfall offiziell eine Untersuchung eingeleitet, doch die Hintermänner des Angriffs sind bislang nicht ermittelt worden. Beobachter weisen darauf hin, dass angesichts der jüngsten Häufigkeit von Cyberangriffen durch mit Russland verbundene Hackergruppen in Europa nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Organisationen beteiligt sind.
Die französische Post teilte mit, dass am 24. Vormittag, Ortszeit, der verteilte Denial-of-Service-Angriff weiterhin anhält. Teilweise Online-Dienste konnten bereits eingeschränkt wiederhergestellt werden, jedoch wurde zugegeben, dass das gesamte System weiterhin instabil ist. Auch die Postbank gab bekannt, dass die Online-Banking-Dienste zwar wiederhergestellt wurden, das Verzögerungsphänomen jedoch weiterhin anhält.
Dieser Cyberangriff ist kein Einzelfall. Das französische Innenministerium hat Anfang Dezember offiziell berichtet, dass der Server für sensible E-Mails kompromittiert wurde und dass es bereits mehrfach zu Cyberangriffen auf kritische nationale Infrastrukturen gekommen ist. Die zunehmend ausgeklügelten verteilten Denial-of-Service-Angriffe verursachen direkte Auswirkungen auf den Betrieb des Landes und das tägliche Leben der Bürger.
Laut dem von dem Sicherheitsdienstleister Cloudflare veröffentlichten “Internet Threat Report 2025” wurden in diesem Jahr 3,3 % des globalen Internetverkehrs aufgrund von verteilten Denial-of-Service-Angriffen oder durch Firewalls blockiert, wobei die Häufigkeit von extrem großen verteilten Denial-of-Service-Angriffen stark angestiegen ist. Im Juli wurde von einer großangelegten Angriffswelle berichtet, die das globale Internet-Abwehrsystem erschütterte. Der Vorfall bei der französischen Post ereignete sich in diesem Kontext des globalen Netzwerkbedrohungstrends und warnt erneut vor der Dringlichkeit, die Sicherheit kritischer Infrastrukturen zu stärken.