Morgan Stanley-Bericht weist darauf hin, dass die Federal Reserve das Ende der quantitativen Straffung nicht als Wiederaufnahme der quantitativen Lockerung interpretiert. Es handelt sich lediglich um einen Asset-Tausch und nicht um zusätzliche Reserven. Die Anleihepolitik des Finanzministeriums ist dabei noch bedeutender. Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Wallstreet Insights, zusammengestellt, übersetzt und verfasst von Foresightnews. (Vorgeschichte: Wird Bitcoin von 100.000 USD auf 70 % steigen? JPMorgan: Optimistisch für BTC in den nächsten 6-12 Monaten auf 170.000 USD) (Hintergrund: Bitcoin kehrt auf 103.000 USD zurück, US-Aktien schließen höher, doch JPMorgan-CEO warnt erneut vor einer „Kreditblase“).
Die Morgan Stanley-Meinung lautet, dass das Ende der quantitativen Straffung durch die Federal Reserve nicht gleichbedeutend mit einer Wiederaufnahme der quantitativen Lockerung ist. Die Entscheidung, die QT zu beenden, hat breite Diskussionen über eine mögliche Richtungsänderung der Politik ausgelöst, doch Investoren sollten dies nicht einfach mit dem Beginn eines neuen Lockerungszyklus gleichsetzen.
Laut Morgan Stanley-Bericht kündigte die Federal Reserve bei ihrer letzten Sitzung an, die quantitativen Straffungen zum 1. Dezember zu beenden. Diese Maßnahme erfolgte etwa sechs Monate früher als ursprünglich erwartet. Allerdings ist das Kernprinzip nicht das, was die Märkte als „viel Geld drucken“ interpretieren.
Konkret wird die Federal Reserve aufhören, ihre Staatsanleihen zu reduzieren, aber weiterhin monatlich etwa 150 Milliarden USD an hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) auslaufen lassen und diese in die Bilanz aufnehmen. Gleichzeitig wird die Fed die gleiche Menge an kurzfristigen Staatsanleihen (T-Bills) kaufen, um diese MBS zu ersetzen.
Diese Operation ist im Wesentlichen ein Asset-Tausch und keine Erweiterung der Reserven. Seth B Carpenter, Chefvolkswirt der Morgan Stanley, betont in dem Bericht, dass es bei dieser Maßnahme um eine Veränderung der Bilanzzusammensetzung gehe, nicht um eine Vergrößerung des Umfangs. Durch die Freisetzung von Duration- und Convexity-Risiken, die mit den MBS verbunden sind, und den gleichzeitigen Kauf kurzer Anleihen, wird die finanzielle Lage nicht wesentlich gelockert.
Das Ende der QT bedeutet nicht, dass die QE wieder aufgenommen wird. Es ist wichtig, diese Maßnahme klar von der quantitativen Lockerung (QE) zu unterscheiden. QE zielt darauf ab, durch groß angelegte Asset-Käufe Liquidität in das Finanzsystem zu pumpen, langfristige Zinsen zu senken und die Finanzbedingungen zu lockern. Die aktuellen Pläne der Fed beschränken sich jedoch auf interne Anpassungen ihrer Asset-Positionen.
Der Bericht stellt fest, dass der Austausch von MBS gegen kurzfristige Anleihen eine Art Wertpapier-Tausch ist und keine Erhöhung der Reserven im Bankensystem darstellt. Es ist daher ein Missverständnis, dies als Wiederaufnahme der QE zu interpretieren.
Morgan Stanley ist der Ansicht, dass die Entscheidung, die QT vorzeitig zu beenden, zwar viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, aber die direkten Auswirkungen wahrscheinlich begrenzt sind. Zum Beispiel würde das vorzeitige Ende der monatlichen Reduktion um 5 Milliarden USD bei Staatsanleihen nur eine Differenz von 300 Milliarden USD im Vergleich zur ursprünglichen Planung bedeuten, was im großen Umfang der Fed-Portfolio und des Marktes gering ist.
Zukünftige Bilanzexpansionen sind ebenfalls keine „Geldschöpfung“: Sie dienen nur der Absicherung des Bargeldbedarfs. Wann wird die Bilanz der Fed wieder wachsen? Der Bericht sieht, außer bei einer schweren Rezession oder Finanzkrise, eine „technische“ Expansion vor, um das Wachstum der physischen Geldmenge auszugleichen.
Wenn Banken Bargeld für ihre Geldautomaten auffüllen müssen, stellt die Fed Bargeld bereit und reduziert entsprechend die Reservekonten der Banken. Das Wachstum des im Umlauf befindlichen Bargelds führt also natürlich zu einem Rückgang der Reserven. Morgan Stanley prognostiziert, dass die Fed in den nächsten zwölf Monaten, um die Reservelevels stabil zu halten, beginnen wird, Staatsanleihen zu kaufen. Dabei wird die Kaufmenge auf monatlich 100 bis 150 Milliarden USD steigen, zusätzlich zu den 150 Milliarden USD für den Austausch von MBS, um den durch Bargeldwachstum verursachten Reserveverlust auszugleichen.
Der Bericht betont, dass diese Käufe nur dazu dienen, „den Rückgang der Reserven zu verhindern“, nicht aber, um die Reserven zu erhöhen. Daher sollten sie nicht übermäßig als geldpolitische Lockerung interpretiert werden.
Der eigentliche Schlüssel liegt bei der Fiskalpolitik: Die Strategien des Finanzministeriums bei der Anleiheemission. Morgan Stanley ist der Ansicht, dass für die Asset-Märkte die tatsächliche Aufmerksamkeit von der Fed auf das Finanzministerium verschoben werden sollte.
Der Bericht analysiert, dass das Finanzministerium die entscheidende Rolle bei der Bestimmung spielt, wie viel Duration-Risiko der Markt aufnehmen muss. Die durch die Fed reduzierten Staatsanleihen gelangen letztlich durch neue Anleiheemissionen des Finanzministeriums wieder auf den Markt. Kürzlich tendiert das Finanzministerium dazu, mehr kurzfristige Anleihen auszugeben. Die Käufe der Fed bei kurzfristigen Staatsanleihen könnten es dem Finanzministerium erleichtern, weitere kurzfristige Anleihen auszugeben, aber das hängt vollständig von den endgültigen Entscheidungen des Finanzministeriums ab.
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