Gate-News-Meldung, 17. April — Die US-Regierung bereitet sich darauf vor, das KI-Modell Mythos von Anthropic großen Bundesbehörden zugänglich zu machen, so geht aus einem von Bloomberg News eingesehenen Memo hervor. Gregory Barbaccia, der CIO (Chief Information Officer) der Bundesregierung im Weißen Haus beim Office of Management and Budget, informierte am 14. April die Beamten der Kabinettsressorts darüber, dass das OMB Schutzvorkehrungen einrichtet, damit die Behörden mit dem streng gehüteten KI-Tool beginnen können.
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund von Bedenken, dass Mythos das Cybersicherheitsrisiko bei missbräuchlicher Verwendung erheblich erhöhen könnte. Anthropic hat die Veröffentlichung des Modells auf eine ausgewählte Gruppe von Technologieunternehmen und Finanzfirmen begrenzt und sie aufgefordert, ihre Cybersicherheitslücken zu bewerten. Das Finanzministerium hat Zugang zu Mythos gesucht, um Softwarefehler in den eigenen Systemen aufzudecken. Am Tag, an dem Anthropic die Existenz von Mythos öffentlich bekanntgab, beriefen Finanzminister Scott Bessent und Federal-Reserve-Vorsitzender Jerome Powell Führungskräfte aus der Wall Street ein, um sie dazu zu ermutigen, das Modell für Cybersicherheitstests zu nutzen.
Die Initiative signalisiert das fortgesetzte Interesse der Regierung an Anthropic trotz früherer Spannungen. Das Pentagon erklärte Anthropic 2024 zu einer Lieferkettenbedrohung wegen Streitigkeiten über KI-Schutzmaßnahmen, aber Anthropic erhielt im März eine gerichtliche Anordnung, die ein Verbot der Regierung zur Nutzung seiner Technologie blockierte. Barbaccia schrieb in der E-Mail, die Regierung arbeite „eng mit Anbietern von Modellen, anderen Branchenpartnern und der Intelligence-Community zusammen, um sicherzustellen, dass die angemessenen Leitplanken und Schutzmaßnahmen vorhanden sind“, bevor sie potenziell eine modifizierte Version an die Behörden freigeben könnte.