
Die Übergangsfrist des EU-Krypto-Regelwerks MiCA endet am 1. Juli. Laut Statistik der Kanzlei Hogan Lovells gab es bis Mai in der EU nur 194 lizenzierte Krypto-Unternehmen, während es 2024 in der EU über 3.000 Krypto-Unternehmen gab. CryptoSlate schätzt, dass etwa 75% der bestehenden Unternehmen nach dem Stichtag die Berechtigung für den Betrieb in der EU verlieren werden.
Laut den Statistiken von Hogan Lovells und der Analyse von CryptoSlate ergeben sich folgende bestätigte Zahlen:
Stand: Mai 2026: Insgesamt 194 lizenzierte Krypto-Unternehmen in der EU (inkl. Banken)
Ausgangswert 2024: Mehr als 3.000 Krypto-Unternehmen in der EU
Erwarteter Entzug- bzw. Verlustanteil: Rund 75% der bestehenden Unternehmen werden nach dem 1. Juli die Betriebsberechtigung verlieren (Schätzung von CryptoSlate)
Polen als Sonderfall: Allein in Polen gibt es über 1.400 solcher „Alt“-registrierten Unternehmen
Unternehmen, die noch keine Genehmigung erhalten haben, haben technisch gesehen die genehmigten Fristen vor dem 1. Juli bereits verpasst, da die Prüfung typischerweise mehrere Monate dauert; ESMA bestätigt, dass die entsprechenden Abschaltpläne bereits vor dem 1. Juli hätten bereitstehen sollen.
Die in Frankreich durch die Finanzmarktaufsicht AMF bestätigten Formulierungen für die Durchsetzung und die konkreten Bestimmungen lauten: Ab dem 1. Juli müssen unlizenzierte Unternehmen die Bereitstellung von Dienstleistungen für EU-Kunden einstellen; Verstöße stellen in Frankreich eine strafrechtliche Straftat dar und können mit bis zu 2 Jahren Haft und 30.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.
AMF-Vorsitzende Marie-Anne Barbat-Layana bestätigte am 28. Mai 2026 in einer Pressekonferenz in Paris, dass sich die Antragstellung „dringend“ anbahnt; Reuters berichtete, sie habe gewarnt, dass Unternehmen, die weiterhin unzulässig EU-Kunden bedienen, möglicherweise angeklagt werden. Die AMF kann unlizenzierte Dienstanbieter in eine öffentliche Blacklist aufnehmen und die Gerichte auffordern, ihre Websites zu sperren. Barbat-Layana sagte zudem, Frankreich werde sich darauf vorbereiten, MiCA-Genehmigungen zurückzuweisen, die von nicht vertrauenswürdigen Ländern erteilt wurden (inkl. der Bedenken hinsichtlich einer schnellen, massenhaften Erteilung von Lizenzen an Malta).
Laut der Analyse von CryptoSlate gibt es drei bestätigte Szenarien für EU-Nutzer:
Szenario 1 (lizenzierte Plattform): Das Konto läuft normal weiter, ohne dass Nutzer aktiv werden müssen.
Szenario 2 (Transfer auf Plattform der lizenzierten „Schwester“-Firma): Nutzer erhalten eine E-Mail, um neuen Bedingungen zuzustimmen, und müssen die KYC-Verifizierung erneut abschließen (EU-Anforderung: Vollständige Identität und Anti-Geldwäsche-Prüfung für bestehende Kunden vor dem Stichtag).
Szenario 3 (unlizenziert und keine Maßnahmen ergriffen): Die Plattform stoppt neue Einzahlungen und fordert Nutzer auf, ihre Gelder in eine Wallet oder auf andere lizenzierte Börsen abzuheben.
Bestätigte USDT-Rauswürfe in Europa: Tethers USDT erfüllte die MiCA-Anforderungen nicht und wurde von Coinbase, Kraken, Crypto.com und Binance von europäischen Plattformen entfernt; Circles USDC sowie die EUR-Version EURC werden wegen der Einhaltung der Regeln weiter gehandelt. Tethers Reaktion besteht darin, in konforme europäische Emittenten zu investieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass USDT selbst unverändert bleibt.
Laut CryptoSlate können Nutzer die offiziellen Registrierungsinformationen der zuständigen Regulierungsbehörde ihres Landes einsehen oder das zentrale Verzeichnis lizenzierter Unternehmen in der EU prüfen. Eine Bestätigung allein über einen regulären App-Betrieb oder den Look der Website ist nicht möglich; nur offizielle Registrierungsinformationen können bestätigen, ob die Plattform nach dem 1. Juli weiterhin Dienstleistungen anbieten darf.
MiCA soll ermöglichen, dass ein einziges Zertifikat in 27 EU-Mitgliedstaaten gültig ist („Pass“-System). Doch die Lizenz wird in den 27 Ländern jeweils von den nationalen Aufsichtsbehörden separat erteilt, mit uneinheitlichen Genehmigungstempo und -standards. ESMA prüft derzeit die schnelle Vergabe von Lizenzen in Malta; der Vorsitzende der französischen AMF, Barbat-Layana, hat bereits öffentlich erklärt, dass Frankreich Lizenzen zurückweisen wird, die von nicht vertrauenswürdigen Ländern ausgestellt wurden.
Gemäß den MiCA-Vorschriften ist es nach dem 1. Juli rechtswidrig, wenn unlizenzierte Plattformen EU-Nutzer bedienen. Aufsichtsbehörden wie die AMF haben das Recht, solche Plattformen auf eine Blacklist zu setzen und ihre Websites zu sperren. CryptoSlates Bericht erläutert nicht die direkte rechtliche Verantwortung der Nutzer, aber die fortgesetzte Nutzung eines Dienstes auf einer Blacklist birgt das Risiko, dass der Zugriff auf Gelder eingeschränkt wird.
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